EU war Vorreiter bei Zusatzgagen

8. Februar 2011, 17:53
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Das EU-Parlament hat bereits vergangenen Sommer als erster Wirtschaftsraum verbindliche Vorgaben für Bonus-Regeln in Banken beschlossen. Grundsätzlich darf maximal die Hälfte des Bonus in Geld ausbezahlt werden - der Rest muss in Form von Wertpapieren erfolgen.

Bei den Geldzahlungen wiederum müssen 40 bis 60 Prozent zurückgestellt werden - drei bis fünf Jahre lang. Außerdem muss es ein "angemessenes Verhältnis" zwischen Bonus und Grundgehalt geben, wie es im Beschluss heißt. So soll die übermäßig wichtige Rolle von Bonuszahlungen im Finanzsektor gebremst werden.

Für Manager von Instituten, die vom Staat gerettet wurden, sind nur in Ausnahmefällen Boni erlaubt. Die EU-Richtlinie trat mit 1. Jänner 2011 in Kraft. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier kündigte an, dass die neue EU-Finanzmarktaufsicht die Einhaltung der Bankerbonus-Regelung kontrollieren und auch sanktionieren werde.

In Österreich wurden die EU-Vorgaben bereits per Nationalrats-Beschluss vom Herbst umgesetzt. Zum Teil orientiert man sich bei der heimischen Regelung am oberen, zum Teil am unteren Limit der EU-Vorgaben.

So dürfen maximal 60 Prozent der Boni sofort ausbezahlt werden - also der höchstmögliche Betrag. Gleichzeitig muss jener Teil, der nicht ausbezahlt wird, fünf Jahre lang zurückgestellt werden - also die längstmögliche Dauer. Die SPÖ plädiert sogar dafür, Boni-Regeln auch für andere Branchen zu beschließen, die ÖVP lehnt das ab. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2011)

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