Wie man Folk überwindet

8. Februar 2011, 17:02
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Sam Beam und seine Band Iron and Wine gastieren im Wuk

Wenn man gängige Folk-Music-Klischees an einer Person festmachen wollte, Sam Beam böte sich an. Der 36-jährige US-Amerikaner aus South Carolina ist Chef der Band Iron and Wine. Er trägt den vollen Bart, den Folkies seit der Hippie-Revolution gerne tragen, ist amtlich sensibel, spielt mit Vorliebe Akustikgitarre, schließt dabei gerne die Augen, ist ein ganz Behutsamer. Das kann entsetzlich fad sein, weshalb Beans bestes Album jenes ist, das er mit der Band Calexico eingespielt hat. Calexico sorgten dafür, dass die Sensibilität nicht auf Kosten des Wachzustands ging. Nun hat Beam mit Iron and Wine sein viertes Studioalbum veröffentlicht und vollzieht eine für ihn nachgerade radikale Wende. Auf Kiss Each Other Clean setzt er Bläser und Synthesizer ein, um einen Sound zu schaffen, der an die 1970er-Jahre erinnert. Als man langsam vom Trip herunterkam, plötzlich Kinder hatte, die man mit dem Auto in die Schule brachte. Die Musik, die auf der Fahrt aus dem Radio kam, die wollte Beam spielen. Am Donnerstag tut er das im Wiener Wuk. (flu, DER STANDARD - Printausgabe, 9. Februar 2011)

10. 2., Wuk, Währinger Straße 59. 20.00

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    Sam Beam beamt sich vom Folkie zum 1970er-Jahre-FM-Trance-Rocker. Am Donnerstag live im Wuk.

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