Maria Altmann 1916-2011

8. Februar 2011, 17:34
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    foto: apa/edith gruenwald

    Kämpfte um Gerechtigkeit: Maria Altmann.

Die Bloch-Bauer-Erbin kämpfte um Gerechtigkeit und gewann Rechtsstreit um fünf Klimt-Gemälde

Los Angeles - Mitte Februar 1998 berichtete Hubertus Czernin im STANDARD über den Fall Bloch-Bauer. In der Folge erhob Maria Altmann, Nichte des Industriellen Ferdinand Bloch-Bauer, Anspruch auf fünf Gemälde von Gustav Klimt, die sich seit der NS-Zeit im Belvedere befanden.

Es begann ein jahrelanger "Kampf um Klimt". Am 15. Jänner 2006 sprach sich ein Schiedsgericht, auf das man sich geeinigt hatte, für die Rückgabe aus. Maria Altmann freute sich riesig: "Weil ich das, was ich verlangt habe, zu Recht verlangt habe. Geld bedeutet mir nicht so viel. Ich wollte Gerechtigkeit haben. Und ich habe sie bekommen." Der Kunstsammler Ronald Lauder erwarb die Goldene Adele für die Neue Galerie in New York um kolportierte 135 Millionen Dollar (106,7 Millionen Euro), die übrigen Bilder wurden im November 2006 versteigert.

Maria Altmann wurde am 18. Februar 1916 als fünftes und letztes Kind des Rechtsanwalts Gustav Bloch-Bauer in Wien geboren. Mit ihrem Mann Fritz Altmann, den sie im Dezember 1937 geheiratet hatte, floh sie über Holland nach England und 1940 weiter in die USA. Seit 1942 lebte sie in Los Angeles, wo sie bis zu ihrem 85. Geburtstag eine Boutique betrieb. Am Montag starb Maria Altmann in ihrem Haus in Cheviot Hills bei Beverly Hills. Am 18. Februar wäre die vierfache Mutter 95 Jahre alt geworden. (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 9. Februar 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 36
1 2
hulkjr
01
22.4.2011, 08:12
frau bloch bauer hatte ihrem mann das bild vererbt

ganz eindeutig. es gab im nachsatz ein sogenanntes "nicht rechtlich bindendes legat": er möge es NACH seinem tod dem belvedere vermachen. dann musste er flüchten, das belvedere hat das bild unrechtmässig einkassiert und behalten. der fall ist somit im gegensatz zu vielen anderen 100%ig eindeutig.
nachsatz: man kann etwas jemandem vererben und nicht festlegen was der nach seinem tod damit macht. frau bloch bauer hat alle anderen punkte sehr streng geregelt, nur bezüglich der bilder äusserte sie sich mit einer bitte. die rechtlich hier auch nicht von bedeutung ist. selbstverständlich ist auch davon auszugehen dass weder bloch bauer noch ihr mann interesse gehabt hätten bilder den nazis zu schenken !!!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
33
Die Geschichte ist manipulativ erzählt, wie das bei Herrn Trenkler ja öfter vorkommt

1) hatte die Abgebildete, Adele BB, testamentarisch verfügt, daß u. a. besagtes Gemälde nach ihrem und ihres Gatten Tod in den Besitz der Republik Österreich übergehen soll.
2) ABB ist sehr früh gestorben und konnte daher ihr letzter Wille, der aus der Sicht von ca. 1920 verfaßt war, nicht mehr in Reaktion auf andere Zeiten geändert werden.
3) Ferdinand BB war in der Folge, trotz Sympathien mit der Sozialdemokratie, bemüht, als Großindustrieller auch mit der jeweiligen Regierung gut auszukommen - u. a. in der Form, daß er im Frühjahr 1934 seine (bzw. von ihm treuhänderisch verwalteten, siehe Testament) Gemälde für eine von der Dollfuß-Regierung als Sympathieaktion veranstaltete große Klimt-Ausstellung in London verlieh.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
22
Die Geschichte ist manipulativ erzählt... #2

4) ALs die Nazis Österreich annektierten, verlor FBB so ziemlich alles und konnte kaum mehr als das nackte Leben retten, als er in die Schweiz floh. Die Bilder wurden mit einem Ausfuhrverbot belegt - er hätte sie ohnedies nicht mitnehmen können. FBB starb 1945 im Exil.
5) Die Österr. Galerie beharrte in Folge auf dem Testamenttext, der ihr die Bilder unkonditional zusprach - die einzigen Voraussetzungen für den Besitzerwechsel, der Tod von ABB und FBB, waren erfüllt. Damit gaben sich auch Erben, die bald nach dem Krieg um Rückgabe der Gemälde anfragten, mehr oder weniger zufrieden.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
32
Die Geschichte ist manipulativ erzählt... #3

6) Erst im Zuge der Diskussionen der 1990er wurden dann auch erneute Ansprüche erhoben, und es kam auch zwischen einer anderen Erbengruppe als der, der Frau Altmann angehörte, und dem Ministerium zu einer Übereinkunft. Als einige Zeit später Maria Altmann wegen der Bilder anfragte, wurde ihr mehr als knapp beschieden, sie hätte in der Sache hier nichts mehr verloren. Laut ihrer EIGENEN Aussage war der TON, nicht der Inhalt dieser Abweisung der Grund, warum sie sich das nun "aber einmal wirklich ansehen wollte"!
7) Die Entscheidung zu ihren Gunsten geschah nicht aufgrund rechtlicher, sondern rein wegen politischer Überlegungen.
8) Ronald Lauder, der schon zu seiner Zeit als US-Botschafter in Ö diese Bilder gerne erworben hätte, war am Ziel

hans graucher
42
Manipulativ, ist vor allem auch Ihre Aussage hier, insbesondere hinsichtlich der vorgeblich "politischen" Entscheidung.

Die "politik" hatte sich ja ein JAhrzehnt lang jeglicher Diskussion verweigert, es ear eben ein Schiedsgericht, das aufgrund RECHTLICHER Erwägungen, Frau Altmann das Gemälde zugesprochen hat. Das hört man zwar hierzulande nciht gerne, wie auch alle anderen Hinweise auf Fehlverhalten während oder nach der Nazizeit, ist deshalb trotzdem nicht weniger wahr. Im Übrigen gibt es ein ellenlanges Gutachten von Prof. Welser, einem der führenden Experten auf dem Gebiet des Zivil- und vor allem Erbrechts, das den Rechtsanspruch von Frau Altmann bejaht. auch das wird halt gerne "vergessen"

Dr. Lari and Mr. Fari
 
13
Man kann natürlich alles so hinbiegen wie man will,

und auch ein prominenter Gutachter wird sich mitunter für die Politik hergeben, wenn er damit im gweollten Bereich liegt.

Tatsache ist, daß bei alleinigem Ansehen des Testamentes die Bilder der ÖG gehören würden, man aber - moralisch vertretbar, aber juridisch definitv falsch - letztendlich die Bilder als Abgeltung für die übrigen Vermögensverluste betrachtete und als Schweigegeld benutzte.

Diese Fall lag GÄNZLICH anders als viele andere, bei der es klare und direkte räub(mörd)erische Wegnahme gab.

Trafnitschegg
88
Armes Oesterreich

Die Nazis haben die Intelligenz aus unserem Land vertrieben bzw ermordet. Hätten wir noch mehr Mitbürger wie Maria Altmann stünde Oesterreich besser dar. Eine große Persönlichkeit ist leider nicht mehr.

anton b
00
18.3.2011, 16:17

Moment! Sie hat das Bild nicht selber gemalt, sondern bloß vor Gericht vom Staat Österreich erstritten.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
24
Das Post ist lächerlich.

Natürlich haben die Nazis viel große Persönlichkeiten vertrieben (und, immer noch schlimmer, eine ganze Menge großartiger Menschen, wie auch Durchschnittbürger, ermordet).
Aber Frau Altmannn war, bei allem Respekt, eine ganz normale Mitbürgerin und zeit ihres langen Lebens eine fleißige Geschäftsfrau, die sich eben nicht alles gefallen lassen wollte und dabei das Glück einer für sie günstigen politischen Stimmungslage hatte.

WienerInFrankfurt
15
Kulturteil

Warum steht der Artikel im Kultur- und nicht im Witrschaftsteil?

das kleine Massnahmenpaket
01

Weil es um ein Thema der Kulturpolitik geht. Deshalb angesiedelt im Resort Kulturpolitik. Wo ist das Problem?

Cle Mens
21

Weil die Werke von Klimt Kulturgüter sind?

Columbo_der_neue
30
Da macht sich manch einer in Österreich schon in die

Wer den Fall „Deutschland gegen Deutsch“ kennt, und weiß wie es seinem Vater erging, der würde sein Mauli halten.
Außer er ist ein Kunsträuber oder ein MITLÄUFER der R……
Außerdem suche ich das Gespräch mit Herrn Deutsch. Habe sehr brisante Neuigkeiten für ihn.
Das wird ein Spaß in der Kunstszene.

WienerInFrankfurt
01
Bad Ausee

wird sich sicher darüber freuen

rossgoschn
57

In tiefer Dankbarkeit gedenken
der treuen Geschäftspartnerin

Ronald Lauder & Familie

p.s.
Weiß jemand, wo's noch mehr Bilder gibt?

Cle Mens
00
10.2.2011, 12:26
Unnötig.

Und peinlich.

wg 1980
135
durfte sie die millionen oder das bild ins nächste leben mitnehmen?

hauptsache sie hatte ihre gerechtigkeit.
jetzt hängt österreichische kunst bei den amis rum... :(

Timagoras
 
01
19.2.2011, 16:27
"jetzt hängt österreichische kunst bei den amis rum... :("

.
1. und?
es hängt auch amerikanische kunst bei den Ösis rum.

und 2. ist das ausschließlich der ignoranz und inkompetenz der ösi-regierung zu "verdanken"!
ursprünglich war es nämlich laut aussagen von Maria Altmann ihre Intention gewesen, die Bilder in der Österreichischen Galerie Belvedere zu belassen.
die hartnäckige weigerung Österreichs, darüber zu verhandeln, ließ sie ihre intentionen ändern.
dann bot Maria Altmann dem österreichischen staat ein vorkaufsrecht an, aber die ösi-regierung beschloss 2006, von ihrem vorkaufsrecht keinen gebrauch zu machen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mari... imt-Bilder

SO schaut's nämlich aus!

Robin aus dem Wald
 
13
Es leben auch viele Österreicher in Amerika, weil ein totalitäres Regime und seine Handlanger der Ansicht waren, man entzieht gewissen, vom Regime unerwünschten Personengruppen aus anderen Kulturkreisen die Existenzberechtigung…

Somit ist es nur recht und billig, wenn auch die Bilder jener damals unerwünschten Österreicher nun in Amerika hängen. Nicht der Maler, der war da schon gestorben, aber die Modelle und deren Familien waren es, die vertrieben wurden.

Österreich hätte ja die Möglichkeit gehabt, die Bilder rechtmäßig zu erwerben, wurde aber von der damaligen ÖVP Ministerin Gehrer abgelehnt. Richten sie also ihren Dank, Unmut oder was sonst noch doch bitte an diesen Personenkreis.

Kontrahent1
11
Sie wurden genauso 'erworben'

wie zigtausend andere Kulturgüter und Kunstgegenstände in aller Welt.- Nur eine Gruppe Geschädigter bekommt von Österreich und Deutschland (und einigen wenigen anderen Ländern)was zurück, alle anderen schauen durch die Röhre.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
Der Punkt ist halt,

daß die alten, sehr oft unter despotischem und/oder militärischem Druck eingesackten Erwerbungen im Gegensatz zu den Raubzügen der Nazis nicht unter Verletzung eines allgemeingültigen bürgerlichen Besitzrechtes getätigt wurden.

Kontrahent1
00
Da hab ich aber

von ganz anderen Plünderungen gehört. Und selbst von den von den Nazis gestohlenen Sachen wurden woggonweise Exponate in die USA und nach Rußland geschafft. Da sind sicher genug Teile dabei, welche nie restituriert werden. (Napoleon war auch kein Vaserl;-)

Robin aus dem Wald
 
30
Ein echter Wahnsinn, was sie da verlautbaren!

Nein wirklich, ungeheuerlich, was sie da aufgedeckt haben……..

Ach, grad recherchiert, ist ja alles längst bekannt und ein alter Hut ;-)

KEIN Unrecht hebt anderes Unrecht auf, so einfach ist das.

Oder wollen sie in der Tat Zustände wie im nahen Osten, wo heute noch biblische Verbrechen in der jetzigen Bevölkerung ausgetragen werden?

Kontrahent1
02
10.2.2011, 13:59
Nun gut,

beginnen wir wieder von vorn. Lesen Sie bitte nochmals mein erstes posting, dann die Antwort, dann die nächste Antwort und irgendwann kommen Sie darauf, daß es nicht um die 'Aufrechnung von Unrecht' geht, sondern um den Hinweis auf vereinzelte Versuche, geschehenes Unrecht gut zu machen. Was nicht von allen und bei allen getan wird.

Robin aus dem Wald
 
00
10.2.2011, 15:47
„…vereinzelte Versuche, geschehenes Unrecht gut zu machen. Was nicht von allen und bei allen getan wird.“

Jene, die das bis heute nicht tun, begehen zumindest aus moralischer Sicht unrecht. Auf deren Stufe möchte ich mich nicht begeben

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