Aus Afrika eingeschleppte Motte attackiert inzwischen auch in Österreich heimische Zierpflanzen und Gemüsesorten
Wien - Eine eingeschleppte Motte hat es auf heimische Zierpflanzen und
Gemüsesorten abgesehen. Der Bananentriebbohrer (Opogona sacchari) zählt zu den
Echten Motten und hinterlässt weiche Stammteile bzw. völlig ausgehöhlte
Pflanzen. Wer die Quarantäneschaderreger entdeckt, sollte das Auftreten beim
zuständigen Landes-Pflanzenschutzdienst melden, berichtete die AGES
(Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
Die aus Afrika stammenden Insekten wurden mit Zierpflanzen nach Europa und inzwischen auch nach Österreich eingeschleppt. In seiner Heimat befällt der
Bananentriebbohrer auch Ananas, Bambus, Mais und Zuckerrohr. In unseren Breiten
sind vor allem Zierpflanzen wie Kaktusgewächse, Drachenbaum, Strelitzien, Yucca,
Begonien, Dieffenbachia, Ficus und Gloxinia gefährdet, ebenso Gemüsepflanzen wie
Aubergine und Paprika. Bei Kontrollen in anderen Mitgliedstaaten sind laut AGES
bisher vor allem befallene Drachenbaum (Dracaena)- und Yucca-Pflanzen gefunden
worden.
Schwer aufzuspüren
Die hellbraun gefärbten Falter sind mit etwa einem Zentimeter Länge zwar
relativ groß, wegen ihrer nachtaktiven Lebensweise aber nur schwer zu entdecken.
Ihre bis zu dreieinhalb Zentimeter großen Larven mit rotbraunem Kopf leben im
Inneren der Pflanze, wo sie knapp unter der Rinde, im Stängel oder in der Knolle
fressen. Fleischige Pflanzen wie Kakteen können völlig ausgehöhlt werden.
Befallene Stammteile fühlen sich weich an. In der Rinde steckenden leeren
Puppenhüllen sind ein weiterer Hinweis für einen Befall. Die Entwicklung von der
Eiablage bis zur geschlüpften Motte dauert mehrere Wochen bis zu drei Monate. Im
Freien übersteht der Bananentriebbohrer den Winter in Österreich nicht, in
geschützten Bereichen und Glashäusern kann er überleben. (red/APA)