Berufung abgewiesen

"Kein Eintritt für Schwarze": 1000 Euro Schadensersatz

8. Februar 2011, 12:07
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    foto: reuters/ lucas jackson

    "Du sicher nicht", sagte der Türsteher zum Gast, und ließ dessen Bekannte eintreten, ihn jedoch nicht. Nun wird der Gast für die erlittene Demütigung finanziell entschädigt

Wiener Irish Pub blitzte bei Berufungsgericht ab: Gast, der wegen Hautfarbe nicht eingelassen wurde, bekommt Recht

Ein Wiener schwarzer Hautfarbe, der in einem Favoritner Irish Pub nicht eingelassen wurde, während seine "weißen" FreundInnen das Lokal betreten durften, bekam nun endgültig Recht: Bereits im März des Vorjahres waren ihm 1000 Euro Schadensersatz wegen unmittelbarer Diskriminierung zugesprochen worden (derStandard.at berichtete). Der Pub-Betreiber weigerte sich jedoch, das Urteil zu akzeptieren, und ging in Berufung. Nun ist es fix: Laut Urteil des Handelsgerichts Wien handle es sich um einen "eindeutigen Verstoß" gegen das Grundrecht auf Würde des Menschen. 

"Demütigend"

"Es ist offensichtlich, dass es für den Kläger als betroffene Person demütigend war, dass er einzig und allein wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit nicht in ein öffentlich zugängliches Lokal eingelassen wurde", heißt es in der Begründung. Dass der Türsteher sein Verhalten auch noch durch die Worte "Du sicher nicht" unterstrich, stelle - zusätzlich zum Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot - auch eine Belästigung im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes dar.

"Leider keine Seltenheit"

"Froh, doch noch Recht bekommen zu haben", zeigt sich der Kläger, der anonym bleiben will. Andersbehandlung aufgrund der Hautfarbe sei "in Österreich leider keine Seltenheit". Der Wiener wurde auf dem Rechtsweg vom Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern unterstützt.

Der Favoritner Irish Pub-Betreiber wurde im Vorjahr übrigens wegen eines ähnlichen rassistischen Diskriminierungsfalls ein zweites Mal verurteilt: diesmal geht es um 1500 Euro Schadensersatz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig - das Lokal ging auch dieses Mal in Berufung.  (mas, derStandard.at, 8.2.2011)

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Papa Radzy
00
26.7.2011, 19:36

mhh echt heftig, gute freunde wären mit ihm wo anders hingegangen als ihm draussen stehen zu lassen.
dass man dann deswegen klagt, ja wirklich heftig, sind wir hier in den usa?
das nächste mal klage ich auch wenn ich wo nicht reinkomme, die mögen meine schuhe oder frisur nicht, das ist diskriminierung.

MartiniS
11
12.6.2011, 12:42
So sieht es aus. Das $ozialistische Wien.....

klar kent
11
13.5.2011, 11:10
sogar im forum...

....sieht man, dass frau/herr ösi noch immer nicht die vergangenheit überwunden hat. ;-)

recycle _or die
01
13.5.2011, 10:01
aufgrund seiner ethnischen zugehörigkeit?

nein, leider ist es noch schlimmer: aufgrund seiner hautfarbe.
traurig

zombie69
 
61
16.4.2011, 22:39
Club entscheidet.

Er sollte sich mal in den Clubs umhören und schauen wer ständig Probleme macht. Und dann soll er seine Nachteile die ihm deswegen widerfahren bei den Problemmachern deponieren. In Übrigen entscheidet jeder Club selber wer rein kommt und wer nicht. Daran ändert auch dieses Urteil nichts, im Gegenteil.

Nele_1
20
25.2.2011, 14:15
...auch Frauen werden regelnmäßig diskriminiert wie auch belästigt

Fakt ist, dass sich so einige Lokalbesitzer ihr Klientel selbst aussuchen, dass man mit Vorliebe als Frau angepöbelt wird,
sodass es selten wirklich lustig und angenehm ist in einer Wiener Gastro in Ruhe Kaffee trinken zu können.

goldener_drache_spielt_mit_phoenix
83
24.2.2011, 04:14
schwierige sache

es gibt durchaus rational nachvollziehbare Gründe,keine Schwarzen in ein Lokal zu lassen(ich weiss, ich werde hier dafür gesteinigt, aber egal).Der Hauptgrund ist wohl das als aufdringlich empfundene Verhalten, dass sie oft gegenüber Frauen an den Tag legen.Wer das noch nicht beobachtet hat,war wahrscheinlich das letzte mal in den 80ern "fort")
Der Türsteher kann nicht wissen,ob dieser Gast Probleme machen wird,seiner Erfahrung nach ist aber die Wahrscheinlichkeit bei seiner Hautfarbe größer. Natürlich wäre es gerechter,erst jemandem nach Beschwerden des Lokales zu verweisen,aber wirtschaftlicher ist es vermutlich nicht,man will ja nicht riskieren,Stammkunden zu vergraulen. Fazit: Ra55istisch-ja,aber wohl aus wirtschaftlichen Gründen.

goldener_drache_spielt_mit_phoenix
22
24.2.2011, 03:57
und die moral von der geschicht'!

sag, "kein Eintritt mit diesen Schuhen!", "Heute geschlossene Veranstaltung!" oder: "Du nicht, du bist zu betrunken!" und man darf weiterhin einen Schwarzen wegen seiner Hautfarbe nicht hineinlassen....

philidor85
00
13.5.2011, 09:24

betrifft ja nicht nur schwarze - die willkürherrschaft der türsteher und deren egokomplexe waren immer etwas, das man als nachtschwärmer einkalkulieren muss

Voll in die Kaldaunen!
46
18.2.2011, 18:22
"Kein Eintritt für Schwarze

und Blauorange!"
So ein Schild wünschte ich mir über dem Zimmer im Parlament, wo immer die Koalitionsverhandlungen stattfinden ...

Mathias
 
34
18.2.2011, 11:05
Ein Wiener schwarzer Hautfarbe, der in einem Favoritner Irish Pub nicht eingelassen wurde, während seine "weißen" FreundInnen das Lokal betreten durften ...

WAS sind das für "Freunde"? Da wird einer nicht ins Lokal gelassen, und der Rest geht ohne Probleme weiter? Sind die nicht alle sofort solidarisch wieder aus dem Lokal gegangen? Weis da jemand was?

Tino67
 
14
23.2.2011, 17:28
Ich kenne den Fall.

Alle sind wieder gegangen!

jö schau ...
44
15.2.2011, 09:43
das ist aber ein nettes Lokal ...

... die hatten kein Problem, die Strache-Truppe im Wahlkampf "geschlossen" zu bewirten. Warum also sollten sie ein Problem mit dunkelhäutigen Menschen haben. (Achtung: Ironie ud Zorn!)

hatamatata
 
03
13.2.2011, 21:12
dazu fällt mir ein beitrag auf südwild ein

auch übe Diskotheken in bayern, antidiskriminierungsverbot und interessanter diskussion wies dort so abgeht, hui
http://on3.de/#/element... s-deutsche

Verdad
911
13.2.2011, 19:29

Wow, Nebenverdienstmöglichkeit ... ich gehe jetzt täglich zu einem Afrikaner-Lokal, lassen's mich nicht rein, € 1.000 verdient. Jetzt brauch' ich nur mehr einen geschickten Anwalt.

philidor85
00
13.5.2011, 09:30

hm mir ist tatsächlich vor etwa 6 jahren dasselbe passiert, bei einem schwarzen türsteher...alle damen der runde durften weiter - nur ich musste draußen bleiben

war aber wohl eher ein fall von - mir passt deine nase oder

frauen kommen immer rein, männer müssen optisch den eindruck vermitteln auch genügend geld da zu lassen

guzo
33
19.2.2011, 02:04
Sie brauchen keinen geschickten Rechtsanwalt,

sondern einen guten Arzt.

Extrabreit
43
25.2.2011, 08:38
Oder eine aufs Hinterkopferl...

Ist billiger und wirkt auch..

salzstreuerIn
15
15.2.2011, 15:02
was für den einen gilt muss für den anderen

nicht so sein

und ich gehe davon aus, dass dem so ist.

würde eine diesbezügliche initiative aber sehr interessiert verfolgen

Johannes Benn
159
12.2.2011, 19:37
.

der unterschied ist doch einfach: wenn ich in nigeria in ein lokal will und mir an der tür gesagt wird "no whitey" dann lass ichs einfach bleiben, geh nach hause, und weiß: die wollen mich nunmal nicht hier haben. aber nie im leben würd ich drauf kommen zu klagen

pippilotta schokominza
01
13.5.2011, 10:32
So ein Kommentar musste ja kommen.

Wenn unsereins in Nigeria, China, Pakistan, Iran, Saudiarabien, Nordkorea, Swasiland,...

Also ich persönlich bin ja froh, in einem Land zu leben, in dem ich klagen kann, wenn mir Unrecht widerfährt. Aber viele sehen das offenbar anders.

Extrabreit
00
25.2.2011, 08:39
Vor allem weils wahrscheinlich

am Weg zu Gericht ein paar Kugeln im Kopf haben werden. Nigera mit Österreich zu vergleichen ist ein wenig weltfremd

frankiegoes
02
23.2.2011, 14:02
warst aber noch nicht in Nigeria, gell ?

In ein Lokal wo man Dich als Whitey (hab' dieses Wort in 20 Jahren Nigeriareisen dort noch nie gehört) da willst Du sicher eh nicht rein.
Als Oyi'bo oder Bakara bist schon allein wegen der erwarteten Kaufkraft überall willkommen.
Hawedere.

Joseph EU
00
24.2.2011, 22:44
Richtig Ojobo...........

des hab ich tagtäglich hundertmal gehört, egal ob Lagos, Benin City....Ich erinnere mich noch a Okokoko
des hams immer geschrien, wenn wir nach Okoko (Busstation) gekommen sind....

froilein froilein
00
23.2.2011, 12:34
Der Unterschied ist wirklich einfach

Du lebst nicht in Nigeria.

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