Österreich bei Pleiten vor Griechenland

8. Februar 2011, 11:48
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Laut Statistik weist Österreich in Westeuropa die dritthöchste Quote auf, allerdings sind die Länder-Angaben nur bedingt vergleichbar

Wien - Österreich hatte 2010 eine nahezu doppelt so hohe Insolvenzquote wie Deutschland. Während in Westeuropa im Vorjahr im Schnitt 68 von 10.000 Unternehmen Insolvenz anmeldeten, waren es in Österreich 163. In Deutschland waren es 89, beim Nachbarn Italien 24 und bei den Schweizern 123. Dies geht aus der am Dienstag präsentierten Insolvenzstatistik der Creditreform hervor.

Überraschend an der Statistik ist allerdings, dass das wirtschaftlich schwer gebeutelte Griechenland lediglich einen Wert von 7 Pleiten je 10.000 Unternehmen aufweist. Auch das angeschlagene Spanien kommt nur auf 14 Firmeninsolvenzen je 10.000. Demgegenüber liegt an der Spitze der Insolvenzstatistik Luxemburg mit 321 Pleiten vor Dänemark mit 207 pro 10.000 Unternehmen. Die Insolvenzstatistiken seien nur "bedingt miteinander vergleichbar", so die Creditreform.

Im Vergleich zu 2009 hat es in Österreich einen Rückgang der Firmeninsolvenzen um 5,9 Prozent gegeben. Im westeuropäischen Schnitt betrug das Minus 1,4 Prozent. Am besten entwickelt hat sich Finnland mit minus 12,4 Prozent, den stärksten Zuwachs verzeichnete Luxemburg mit 31,5 Prozent. In Deutschland gab es ein Minus von 2,5 Prozent.

Bei den Privatinsolvenzen kam Österreich 2010 im Vergleich zu 2009 auf ein Plus von 0,5 Prozent, Westeuropa auf einen Zuwachs von 5,2 Prozent. In Deutschland wurde ein Plus von 7,6 Prozent registriert, in Schweden waren es gar 19,3 Prozent.

Musterschüler bei Zahlungsmoral

Ein richtiger Musterschüler ist Österreich weiterhin bei der Zahlungsmoral. Nur Finnen und Deutsche zahlen vergleichbar schnell (unter 30 Tage). Der Schnitt in Westeuropa liegt bei gut 50 Tagen. Eine richtige Engelsgeduld haben die Griechen: Hier dauert es 140 Tage, bis der Auftragnehmer sein Geld sieht.

"Der Wirtschaftsaufschwung wirkt zunehmend positiv auf das europäische Insolvenzgeschehen, zu einem merklichen Rückgang der Insolvenzzahlen ist es 2010 aber nicht gekommen. In den EU-15 Staaten plus Norwegen und der Schweiz wurden im vergangenen Jahr 175.677 Firmenkonkurse registriert - das sind 1,4 Prozent weniger als 2009 (178.235 Fälle). In den Staaten Mittel- und Osteuropas erhöhte sich die Zahl der insolventen Unternehmen um 14,1 Prozent auf 35.581 Fälle (2009: 31.194)", rechnete die Creditreform in einer Aussendung vor.

Demnach ist die Ertragskraft der westeuropäischen Unternehmen im Krisenjahr 2009 stark unter Druck gekommen. Mehr als jedes vierte Unternehmen (27,8 Prozent) schrieb Verluste. Mittlerweile weist jedes vierte Unternehmen in Europa (25,8 Prozent) eine Eigenkapitalquote von weniger als zehn Prozent (im Verhältnis zur Bilanzsumme) auf. (APA)

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    Bei den Privatinsolvenzen kam Österreich 2010 im Vergleich zu 2009 auf ein Plus von 0,5 Prozent.

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