Der Schuh drückt

Ursula Schersch
9. Februar 2011, 16:13
  • Zu enge Schuhe sind oft Schuld an der Entstehung eines Hühnerauges.
    foto: ap/christophe ena

    Zu enge Schuhe sind oft Schuld an der Entstehung eines Hühnerauges.

  • Besonders sportlich Aktive haben oft unter dem Phänomen zu leiden.
    foto: apa/alexander rüsche

    Besonders sportlich Aktive haben oft unter dem Phänomen zu leiden.

Hühneraugen sind häufig mehr als ein rein kosmetisches Problem - Auslöser ist meist das falsche Schuhwerk

"Ich habe soeben in einem alten Gesundheitsbuch ein Hausmittel gegen Hühneraugen entdeckt: 'Man durchschneide eine grosse Rosine, entferne die Kerne, lege sie mit der Schnittseite an das Hühnerauge und bringe eine Befestigung mittels dünner Leinenstreifen an. Wird die Rosine jeden Tag erneuert, so hat sich das Hühnerauge nach drei Tagen so weit gehoben, dass es herausgenommen werden kann.' Ich finde, das ist einen Versuch wert!"

Nahezu jede Krankheit kennt ein Hausmittel. Oben zitiertes stammt aus einem Schweizer online-Forum, das sich Gesundheitsfragen annimmt. Ob Hausmittel oder doch der Gang zur medizinischen Fußpflege - fest steht, Hühneraugen sind kein seltenes Phänomen. Kein Wunder, denn Füße leisten Schwerstarbeit: Im Laufe eines Lebens marschieren sie rund vier Mal um die Erde. Und dennoch wird den Füßen häufig erst dann Aufmerksamkeit zuteil, wenn sie schmerzen.

Druck schafft Probleme

Sehr weit verbreitete Schmerzverursacher sind Verhornungen, die im Volksmund als Hühneraugen bezeichnet werden. "Meistens entstehen Hühneraugen durch Druckstellen aufgrund falschen Schuhwerks, es kann aber auch an einer falschen Fuß-Knochenstellung liegen", erklärt die Podologin Silvia Linsbauer. Podologen sind medizinisch ausgebildete Fußpfleger, zu deren Aufgabe präventive und kurative therapeutische Maßnahmen rund um den Fuß zählen. Eine zusätzliche Ausbildung, Dokumentationspflicht und ein übergeordneter Hygiene-Standard, der zertifiziert und regelmäßig kontrolliert wird, unterscheidet sie von der herkömmlichen Fußpflege. Bei Hühneraugen sind sie deshalb meistens die richtige Anlaufstelle.

Hühneraugen entstehen, wenn die Haut versucht sich gegen Druck, etwa in zu engen Schuhen, zu schützen und eine Hornhautschicht bildet. Dadurch entsteht eine Wölbung. Hält der Druck an, so wächst die Hornhaut dornförmig nach innen. Jeder weitere Druck auf das Hühnerauge ist unangenehm und teilweise mit starken Schmerzen verbunden. Die Bereiche der Zehen und der Fußsohle sind bevorzugt betroffen.

Auch Sportler haben unter dem Phänomen zu leiden. Durch Sportarten wie Tennis, Badminton oder Volleyball kommt häufig zu viel an die Oberfläche: Blitzartige Bewegungen - starten und stoppen, Stand- und Spielbein - in Kombination mit falschem Schuhwerk oder einer leichten Fuß-Fehlstellung beschwören Hühneraugen oft herauf. "Mit einer Sport-Schuheinlage kann man das Fußgerüst bei vielen Sportlern ein wenig anders stellen und dadurch oft ein Hühnerauge vermeiden", weiß Linsbauer aus Erfahrung.

Vorsicht bei Diabetikern

"Es gibt verschiedene Formen von Hühneraugen: Neben Größenunterschieden, ist auch deren Konsistenz unterschiedlich - so gibt es harte Hühneraugen, weiche und solche die nervendurchzogen und daher sehr schmerzhaft sind", betont Linsbauer.

Obwohl Hühneraugen unangenehm und schmerzhaft sein können, sind sie bei gesunden Menschen in aller Regel harmlos. Bei Diabetikern oder Patienten mit Durchblutungsstörungen und Neuropathien ist hingegen besondere Vorsicht geboten, da diese Schmerzen oft nicht wahrnehmen und bereits kleinste Hautverletzungen zu Komplikationen führen können.

Schneiden und hobeln

Kommen Kunden mit einem Hühnerauge zur Podologin, untersucht sie nach der Anamnese das Hautbild. Gesetzt den Fall eine Hautunregelmäßigkeit wäre von der Podologin nicht eindeutig abzuklären, werden Ärzte um eine Befundung gebeten. Auch wenn eine massive Fußfehlstellung vorhanden ist und es alleine mit dem Schuhwerk nicht getan ist, schickt Linsbauer ihre Kunden zu einem Facharzt. Durch ein enges Netzwerk mit Orthopäden, Dermatologen, Bandagisten und Chirurgen erhält der Patient die für ihn passende Behandlung.

Die erste und wichtigste Therapiemaßnahme bei Hühneraugen bestehe gewöhnlich darin, die Druckbelastungen abzubauen. Dabei helfen orthopädische Einlagen oder Druckentlastungsringe aus weichem Material oder Pflaster. "Spezielle Hühneraugenpflaster haben vorrangig den Sinn, das Hühnerauge aufzuweichen und tragen somit zur Schmerzentlastung bei. Aber in dem Moment, wo das Pflaster entfernt wird und die Haut wieder verhärtet, ist der Schmerz wieder da." Meist ist daher trotz aller entlastenden Maßnahmen eine Entfernung der verdickten Hornhaut erforderlich. Skalpell, Hautzange, Hobel oder Fräse leisten hier gute Dienste. "Wie das Hühnerauge entfernt wird, ist individuell verschieden. Auch Kollegen arbeiten unterschiedlich. Wichtig ist aber nicht nur die Beseitigung, sondern auch die Ursachenklärung", so die Podologin. Denn bleibt die Entstehungsursache ungeklärt, kann nach kurzer Zeit an derselben Stelle bald wieder der Schuh drücken. (derStandard.at, 09.02.2011)

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12 Postings
hoch leben die waldviertler...

http://www.gea.at/frameset_gehen.html

"Die Waldviertler Schuhwerkstatt wurde 1984 unter Sozialminister Dallinger als Arbeitsplatzprojekt gegründet. Dallinger war ein Freund der selbstverwalteten Betriebe. Er setzte auf Arbeitermitbestimmung und auf Arbeiterselbstverwaltung. Mit seinem Flugzeugabsturz war der wichtigste Mentor dieser Idee tot."

ein wunderbar angenehmes schuhwerk...mit dem könnt man rund um die welt gehen :-)

leder...das material das atmet...und diese heuchler lügen uns penetrant mitten ins gesicht!

Waldviertler!!

Es gibt nichts bequemeres für die Füße als Waldviertler! Mein erstes Paar - gekauft im Winter 1999 - leistet mir immer noch wundervolle Dienste!

Bessere Schuhe gibt es nicht!

Falsches Schuhwerk....

...Hühneraugen sind das eine Drama, aber viel schlimmer noch sind deformierte Zehen...das ist so richtig schmerzhaft.

Es gibt mittlerweile soviel schöne Schuhe mit ordentlichem Fussbett, genügend Platz für Zehen und sogar mit Minusabsatz (wenn man drauf steht) und als i-Tüpfelchen....in Österreich produziert!

Meine Empfehlung: Waldviertler.

Nichtso teuer, wie ein Mass-schuh, aber tolle Qualität und einmal eingegangen ein treuer, langjähriger Begleiter.

Jaja ein guter Schuhmacher

ist nach wie vor sein Geld wert.

Vor allem wenn man bedenkt wie lange so ein
Schuh hält. Muss immer schmunzeln wenn bei
div. Schuhgesch. f. Herrenschuhe bereits 300Eur
und mehr verlangt werden.

Die Ersten f. umgerechnet 500Eur inkl. Leisten
haben bereits 15 Jahre auf der Sohle. Ok die
wurde bereits 2x erneuert.

Bei Schuhwerk sollte Gesundheit vor Verbl....ung
stehen ;-).

Bei Fußfehlstellung hilft kein Maßschuh

Ich gut gemachter Schuh vom Schuhmacher ist nicht mit einem Massenprodukt zu vergleichen.
Aber wenn er den Leisten auf die bestehende Fußfehlstellung anpasst, dann halte ich davon wenig.

Aus eigener Erfahrung muß ich feststellen, dass nur der Podologe (in dem Fall Peter Schleifer-sozusagen Oberpodologe in Ö) meine Probleme beseitigen konnte.

Wahrscheinlich haben 90% der Menschen eine erworbene Fußfehlstellung durch falsches Schuhwerk. Nach einer umfangreichen Untersuchung erhalten Sie podologische Sohlen und dann ist das Wichtigste "der passende Schuh" - und nicht irgendeiner. Weil meist die Länge, Breite und Verhältnis zum Vorfuß nicht stimmen. Heute habe ich keine Fußfehlstellung mehr! http://www.peterschleifer.at (auch VIDEOS)

Gehwarzen

ganz ehrlich aber bei den Schuhen muss ma ja irgendwas bekommen wenn schon nicht Augenkrebs ! pott hässlich ...

und kauft man nur Schuhe die passen bekommt man keine Hendlgugger

Igitt

Wenn frau lange genug sucht, findet sie auch elegante und modische Schuhe mit hohen Absätzen, die keine Hühneraugen verursachen. Auch wenn sie einen falsche Fuß- und Knochenstellung hat.

das liegt auch daran, dass sie oft von klein auf den spruch "schönheit muss leiden" eingetrichtert bekommen ;o)

Auch so manche Frau...

...soll angeblich besseres zu tun haben, als ihre knapp bemessene Freizeit mit ewigem Schuheprobieren zu verplempern.

Das rächt sich dann eben

Da haben jetzt Sie wieder recht ;-)

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