DFB will Revanche für WM-Out 2006

8. Februar 2011, 11:45
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Löw setzt im Testspiel gegen Italien auf erfahrenes Team - Österreichs EM-Quali-Gegner unter ÖFB-Beobachtung

Dortmund - Österreichs EM-Qualifikations-Gegner sind allesamt am Mittwoch im Testspiel-Einsatz. Genauso wie die ÖFB-Truppe mit der Niederlande misst sich auch Deutschland als Vorbereitung auf die Fortsetzung der EM-Quali Ende März mit einem echten Topteam. Ex-Weltmeister Italien gastiert vor den Augen von ÖFB-Spion Thomas Janeschitz in Dortmund.

Belgien hat Finnland in Gent zu Gast, Willi Ruttensteiner wird den nächsten ÖFB-Gegner genauestens unter die Lupe nehmen. Die Türkei empfängt in Trabzon Südkorea, wobei Josef Degeorgi im Stadion sein wird. Im Rahmen ihres Trainingslagers trifft Aserbaidschan in Dubai auf Ungarn. Kasachstan bekommt es in Antalya mit Weißrussland zu tun. Die Partei wird von Manfred Kern vor Ort verfolgt.

Deutschland trifft zum bereits 30. Mal auf den vierfachen Weltmeister Italien, der letzte Sieg liegt allerdings schon 16 Jahre zurück. Nicht nur deshalb will die DFB-Truppe gewinnen, gilt es doch auch Revanche zu nehmen für die 0:2-Niederlage nach Verlängerung im letzten direkten Duell im Halbfinale bei der Heim-WM 2006, das damals am 4. Juli ebenfalls in Dortmund über die Bühne gegangen war. "Die Italiener haben immer noch eine Mannschaft, die von Cleverness und Erfahrung lebt, obwohl sie bei der jüngsten WM in Südafrika nicht so erfolgreich waren", sagte DFB-Teamchef Joachim Löw, der auf Bayern-Stürmer Mario Gomez verzichten muss.

Obwohl mit Mats Hummels (22), Marcel Schmelzer (23), Sven Bender (21), Mario Götze (18) und Kevin Großkreutz (22) etwa auch ein junges Quintett vom souveränen deutschen Tabellenführer Borussia Dortmund zur Verfügung steht, werden in der Startelf vordergründig etablierte WM-Kräfte stehen. "Im Großen und Ganzen wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die schon zusammengespielt hat", kündigte Löw an. Aus einem interessanten Spiel könne man sicher sehr viele Dinge für die bevorstehenden Aufgaben mitnehmen.

Für Italiens Teamchef Cesare Prandelli wird das Länderspiel zur großen Bewährungsprobe. Nach seiner Debüt-Pleite gegen die Elfenbeinküste im August 2010 und einem lockeren Aufgalopp in der EM-Qualifikation mit Siegen gegen Estland (2:1), Färöer (5:0) und Serbien (3:0) sowie einem torlosen Remis gegen Nordirland wird der Reformator der radikal verjüngten "Squadra Azzurra" am Mittwoch in Dortmund erstmals von einem Weltklasseteam auf die Probe gestellt.

Der 53-Jährige setzt nicht auf "Catenaccio", sondern auf schönen Offensivfußball, seine Kicker sollen statt zu mauern, auch gegen den WM-Dritten angreifen. "Die Partie ist eine Prestigesache und ein Gradmesser für uns", betonte der Italien-Teamchef, der auch auf "Enfant Terrible" Antonio Cassano setzt. Juventus-Goalie Gianluigi Buffon steht erstmals nach seinem Bandscheibenvorfall bei der WM und seiner mehr als sechsmonatigen Pause wieder im Aufgebot. "Es wird ein sehr emotionaler Moment für mich, genauso wie bei meiner Rückkehr ins Juve-Tor", sagte der 33-Jährige.

Buffon ist der einzige Spieler neben Daniele de Rossi aus dem WM-Team von 2006. In Sebastian Giovinco (Parma), Alessandro Matri (Juventus) und Thiago Motta wurden auch drei Debütanten einberufen. Der 28-jährige Motta ist gebürtiger Brasilianer, hat aber einen italienischen Großvater.

Spanien bekommt es im Bernabeu-Stadion mit Kolumbien zu tun und will dabei rechtzeitig vor den EM-Quali-Spielen gegen Tschechien und Litauen wieder auf die Siegerstraße zurückkehren. Zuletzt hatte es für den Welt- und Europameister Testspiel-Niederlagen gegen Argentinien (1:4) und Portugal (0:4) gesetzt. Es ist erst das zweite Duell der beiden Teams, das bisher einzige war im Juli 1981 mit einem 1:1-Remis in Bogota zu Ende gegangen. "So eine Blamage wie in Portugal darf nicht noch einmal passieren", sagte Coach Vicente Del Bosque. Der Teamchef setzt auf das erfolgreiche WM-Team, nur Barcelonas Carles Puyol fehlt verletzungsbedingt, und Cesc Fabregas musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung absagen.

Frankreich trifft im Stade de France auf Brasilien und will den eingeleiteten Aufwärtstrend nach der schwachen Vorstellung bei der WM in Südafrika fortsetzen. "Als Spieler bekommst du es in deiner Karriere nicht oft mit Brasilien zu tun", sagte Frankreich-Teamchef Laurent Blanc. Es werde eine schwierige Angelegenheit gegen eines der beiden besten Teams der Welt. "Es wird ein guter Maßstab für uns", betonte Blanc. Beim bisher letzten Aufeinandertreffen hatten die Franzosen im WM-Viertelfinale 2006 mit 1:0 gewonnen. Brasiliens Coach Mano Menezes berief Inter-Mailand-Goalie Julio Cesar wieder ein, dafür ist für den in der Vergangenheit immer wieder verletzten Real-Madrid-Superstar Kaka kein Platz. Im 23-Mann-Kader stehen ausschließlich Kicker von europäischen Clubs.

England muss in Kopenhagen gegen Dänemark auf vier Spieler verzichten: Kapitän Steven Gerrard, Stürmer Peter Crouch und Tormann Ben Foster mussten verletzungsbedingt passen, Angreifer Gabriel Agbonlahor sagte aus persönlichen Gründen ab. Und das Gastspiel der USA in Ägypten wurde aufgrund der innenpolitischen Situation abgeblasen. (APA/Reuters/dpa)

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