Sony holt zum Rundumschlag gegen PS3-Hacker aus

8. Februar 2011, 11:27
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Gericht soll Identifikation aller Vertreiber des Jailbreak-Codes erwirken

Nachdem das Kopierschutzsystem der PlayStation 3 Ende 2010 durch eine Gruppe von Hackern offengelegt wurde, ist das Ökosystem der Spielkonsole über vier Jahren nach dem Marktstart erstmals mit dem Problem der Softwarepiraterie konfrontiert. Um dem entgegenzuwirken, setzt Hersteller Sony derzeit alle Hebel in Bewegung, um die verantwortlichen Hacker zur Rechenschaft zu ziehen.

Offenlegung der IP-Adressen gefordert

Einerseits droht Sony allen Personen, die den so genannten Jailbreak-Code zum Aushebeln der Sicherheitsmechanismen veröffentlichen, mit rechtlichen Konsequenzen. Andererseits fordert der Konzern von einem Bundesgericht in den USA die Offenlegung sämtlicher IP-Adressen und persönlichen Informationen all jener Personen, die am PS3-Hack beteiligt waren. Damit zielen Sonys Anwälte nicht nur auf die verantwortlichen Hacker selbst ab, sondern auch auf jene Personen, die über Youtube und Twitter bei der Publikation der brisanten Information mitwirkten.

Laut Konzernangaben wolle Sony die Identitäten deshalb ausfindig machen, um die besagten Personen rechtlich dazu auffordern zu können, die Verbreitung des Jailbreaks zu unterlassen.

Schadensersatz

Sonys Rundumschlag folgt auf eine Klage gegen den Hacker George "GeoHot" Hotz aus New Jersey, der den kompletten Jailbreak auf seiner Webseite veröffentlichte und passend dazu eine Videoanleitung auf Youtube online stellte. Die mit dem Fall betraute Richterin forderte Hotz bereits dazu auf, das besagte Material zu entfernen, was dieser auch alsbald tat. Unter dem Digital Millennium Copyright Act klagt der Konzern den 21-Jährigen auch auf Schadensersatz.   

Gleichzeitig versucht Sony jene Hacker vor Gericht zu bringen, die den PS3-Jailbreak im Dezember auf dem Chaos Communications Congress präsentiert hatten.

Online-Kopierschutz als Gegenmaßnahme

Mit dem jüngsten PS3-Update 3.56 dürfte Sony bereits eine erste Maßnahme ergriffen haben, um geknackte Konsolen identifizieren und möglicherweise durch das Aussperren vom PlayStation-Spielenetzwerk sanktionieren zu können. Unterdessen versucht das Studio Capcom als erster Dritthersteller Spielekopien mit einem Online-Zwang vorzubeugen. Käufer des Titels "Bionic Commando Rearmed 2" müssen sich zum Spielen über das PlayStation Network anmelden. Eine weitere derzeit kolportierte Maßnahme könnte die künftige Auslieferung von PS3-Spielen zusammen mit einem Produktschlüssel sein, wie man es von PC-Games kennt. Der niederländische Blog PS3-Sense will erste Infos dazu erhalten haben.

(zw)

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