Groupon: Schnäppchenjagd als Zugpferd für lokales Marketing

8. Februar 2011, 09:09
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Groupon hat eine lange verschlossene Nuss des Internet-Geschäfts geknackt: wie lokale Kaufleute von Online profitieren

Einer der heißesten Onlinemärkte ist seit weniger als zwei Jahren das Geschäft mit Rabattgutscheinen, ihr Start-up-Star ist Groupon, derzeit das am schnellsten wachsende Onlineunternehmen. Groupon funktioniere sowohl für Käufer als auch Verkäufer, beschrieb Kogründer und CEO Andrew Mason bei der Innovationskonferenz DLD des Burda-Verlags als Erfolgsgeheimnis.

"Kollektive Einkaufsmacht"

Die Käufer organisieren ihre "kollektive Einkaufsmacht" und handeln einen Rabatt aus. Früher gab es dazu Genossenschaften, heute Groupon: Es bietet einen günstigen Deal an, der erst bei einer Mindestzahl von Käufern zustande kommt, damit es sich auch für den Verkäufer lohnt. Die Verkäufer wiederum sind meist örtliche Firmen, die sonst nur wenige Marketing-Möglichkeiten haben; etwa ein neues Restaurant, das rasch viel Publikum anziehen will. Groupon lebt von der Provision - bei rasantem Umsatzwachstum, von zwei Millionen Dollar 2009 auf 51 Millionen im Vorjahr. 2008 in Chicago gegründet, expandierte Groupon aus den USA in rund 40 Länder, auch Österreich.

Börsegang

"Wir wollten zuerst eine soziale Plattform machen, damit Leute Projekte organisieren können - etwa: 'Ich unterstütze die Errichtung eines Parks mit zehn Dollar, wenn soundso viele andere mitmachen'", beschreibt Mason die Anfänge. Wirklich funktioniert habe aber erst das "altmodische Konzept, Rabatt auszuhandeln". Damit erregte Groupon auch die Aufmerksamkeit von Google, das sechs Mrd. Dollar bot - die Mason und Co letztlich ablehnten. Im Raum steht ein eigener Börsengang, "wir wissen es noch nicht, ehrlich, aber wir reden darüber mit Bankern", erklärte Mason.

DailyDeal

Die örtliche Konkurrenz von Groupon heißt DailyDeal.at, vergangenen Freitag feierte sie ihren ersten Jahrestag. "Wir versuchen uns von Groupon abzugrenzen, indem wir uns auf gehobene Angebote für einen Premiummarkt konzentrieren und außerdem auch Business-to-Business machen", erklärte Kogründer Markus Pichler im Gespräch mit dem Standard. Von Pichler und Max-F. Scheichenost gegründet, ist DailyDeal.at ein Ableger des gleichnamigen deutschen Start-ups, von den Brüdern Fabian und Ferry Heilemann ins Leben gerufen. Auch DailyDeal ist international verankert - über das 29-Länder-Netzwerk seines Investors Rebate Networks in Europa, Asien und Südamerika. 50.000 Gutscheine habe man in Österreich im ersten Jahr verkauft, ergibt rund 100.000 Kunden für die Unternehmen, da die meisten Gutscheine für zwei sind, sowie eine Million Euro Ersparnis für die Schnäppchenjäger.(Helmut Spudich/ DER STANDARD Printausgabe, 8. Februar 2011)

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  • Alles billiger - Gutscheine sind zur heißen Onlineware geworden.
    montage: beigelbeck/standard

    Alles billiger - Gutscheine sind zur heißen Onlineware geworden.

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