Islamisten-Bewegung ruft zu "dringendem Wandel" auf

8. Februar 2011, 08:26
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Ende der "autokratischen Herrschaft" gefordert

Rabat - Die marokkanische Islamisten-Bewegung "Gerechtigkeit und Wohlfahrt" hat zu einem "dringenden demokratischen Wandel" aufgerufen, um "Mechanismen festzulegen, die das Ende der autokratischen Herrschaft" in dem nordafrikanischen Königreich herbeiführen sollen. In einer in der Nacht auf Dienstag veröffentlichten Internetbotschaft solidarisierte sich die in Marokko verbotene, aber weitgehend geduldete Organisation mit den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten.

In dem Aufruf heißt es, Marokko brauche grundlegende demokratische Veränderungen und eine Gewaltenteilung. Dies setze voraus, dass die gegenwärtige Verfassung des Königreiches durch eine andere ersetzt werde. Die Bewegung "Gerechtigkeit und Wohlfahrt" soll 40.000 Mitglieder zählen, doch wird ihre Anhängerschaft auf über 200.000 geschätzt. Höchste Autorität ist der 83-jährige Abdessalam Yassine, ein ehemaliger Schulinspektor, der stark von der Mystik des Sufismus beeinflusst sein soll.

Das marokkanische Regierungssystem sei "benalisiert" (Anspielung auf den tunesischen Ex-Machthaber Zine el-Abidine Ben Ali) und bedürfe einer tiefgreifenden Reform, um den verfassungsmäßigen Institutionen Glaubwürdigkeit zu geben, heißt es in dem Appell der Islamisten-Bewegung. (APA)

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