Userschwund stellt Webmail-Provider auf die Probe

8. Februar 2011, 08:00
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Anbieter hadern mit Evolution von E-Mail und Web-Kommunikation

Die rasche Evolution der Online-Kommunikation hat so manches Internet-Unternehmen der ersten Stunde überrumpelt. Web-Pioniere sind im Kampf mit den technologischen Fortschritten der Konkurrenz häufig unterlegen. Sie entwickelt nicht nur das Angebot weiter, sondern auch das Kommunikationsverhalten der User. Diese verabschieden sich etwa immer mehr vom Klassiker E-Mail, wie jüngste Daten der Marktforscher von comScore  unterstreichen. Insbesondere den Anbietern von traditionellen Webmail-Lösungen machen schwindende Nutzerzahlen zu schaffen.

Neue Medienkanäle und modernere Technologien haben den Anwendern eine stets wachsende Zahl an zumeist internetbasierten Optionen gebracht, miteinander zu kommunizieren. Der Vormarsch der Social Networks, aber auch Instant Messaging, Internet-Telefonie oder SMS torpedieren die Nutzerstatistiken der oft rein auf E-Mails ausgerichteten Websites. Mit Smartphones und Tablets sowie der damit beliebter werdenden Mobile Mail, die ohne Browser auskommt, haben die Webmail-Provider einen weiteren schwergewichtigen Konkurrenten bekommen. Dabei sind sie und ihre Werbeerlöse von Klickraten und Userzahlen abhängig.

Nicht mehr erste Wahl

Innerhalb des vergangenen Jahres sind die Besuche bei webbasierten E-Mail-Anbietern aber weiter zurückgegangen. comScore zufolge haben sie etwa in den USA im November um sechs Prozent auf nur mehr gut 153 Mio. abgenommen. Dadurch verbringen die Nutzer deutlich weniger Zeit (minus neun Prozent) und sorgen für eine wesentlich geringere Zahl an Seitenaufrufen (minus 15 Prozent) bei den Providern. Dem entgegen haben die Mobile-Mail-User um 36 Prozent auf über 70 Mio. zugelegt. Sie checken ihre Nachrichten vorzugsweise auf mobilen Geräten, ohne die Webmail-Anbieter im Browser aufzusuchen.

Besonders die nächste Generation der Web-Anwender verzichtet teilweise bereits gänzlich auf das Medium E-Mail. Sie unterhält sich vorzugsweise in Social Networks oder per SMS. Die Zwölf- bis 17-Jährigen haben für ein Viertel weniger Besuche bei den Webmail-Providern gesorgt. Bei der Vielzahl an verfügbaren Kommunikationskanälen ist das E-Mail nicht mehr ihre erste Wahl. (pte)

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