Holzöfen können krank machen

  • Je unvollständiger die Verbrennung, desto gefährlicher für den Menschen.
    foto: apa/wolfgang langenstrassen

    Je unvollständiger die Verbrennung, desto gefährlicher für den Menschen.

Gefährlicher Feinstaub aus Kachelofen und Kamin - Unvollständige Verbrennung sorgt für hohe biologische Reaktivität

Kopenhagen/Berlin - Herzleiden, Asthma, Bronchitis und sogar Krebs - dieses Gesundheitsrisiko gehen Nutzer eines Kachelofens oder Kamins ein. Denn bei der Holzverbrennung entstehen Feinstäube, die wie Dieselabgase tief in die Lungen eindringen, berichten Forscher der Universität Kopenhagen in der Fachzeitschrift "Chemical Research in Toxicology".

Bedenklich kleine Partikel

Obwohl weltweit Millionen Menschen mit Holz heizen, kochen oder für Winterromantik sorgen, weiß man bisher wenig über die Auswirkungen von Holzrauchpartikel auf die Gesundheit. Die dänischen Forscher um Steffen Loft verglichen Winterluft aus einem kleinen Dorf, das vorwiegend mit Holzöfen beheizt wird, mit jener aus einem nahen Waldstück und auch mit der aus einem Kaminofen. Die Rauchpartikel im Dorf und vom Holzbrand waren kleiner als der Grenzwert, über dem die Lunge erst vor einem Einatmen geschützt ist.

In ihrer näheren Analyse fanden die Forscher in den Holzfeuer-Partikeln eine hohe Zahl polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAKs), die als potenziell krebserregend gelten. Zudem konnten sie DNA-Schäden und Entzündungen beobachten, als sie die Feinstaubpartikel auf kultivierte menschliche Lungenzellen gaben.

Vollständige Verbrennung wichtig

Je unvollständiger die Verbrennung von naturbelassenem Holz erfolgt, desto höher die biologische Reaktivität, kommt eine Schweizer Studie bereits aus 2007 zum Schluss. Während die Wirkung des Feinstaubs aus typischen holzbeheizten Kaminen mit Dieselruss vergleichbar sei, ist die biologische Reaktivität bei besonders unvollständiger Verbrennung und schlechtem Betrieb sogar 100-mal höher als bei anorganischem Holzstaub.

Das deutsche Bundesumweltministerium stellt auf Grundlage dieser Erkenntnisse Feinstaub aus Holzfeuerungen auf eine Stufe mit typisch städtischem Feinstaub, was seine Relevanz für die Gesundheit betrifft. Kaminbesitzer seien gut beraten, sich durch geeignete Anlagentechnik vor Brennstoffen zu schützen und Holz nur sachgemäß zu verbrennen. Seit März 2010 gibt es darüber hinaus neue Grenzwerte für Feinstaubausstoß aus Öfen und Kaminen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. (pte)

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