"Würde mehr Vertrauen schaffen"
Moskau - Nach Inkrafttreten des atomaren Abrüstungsvertrags
zwischen Washington und Moskau hat Russland die USA auch zum Abzug ihrer
taktischen Nuklearwaffen aus Europa aufgefordert. Dies würde noch mehr Vertrauen
schaffen, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Montag nach Angaben der
Agentur Interfax in Moskau.
Zuvor hatte bereits die Staatsduma die USA aufgefordert, die Atomwaffen "auf
eigenes Territorium zurückzubringen und die in anderen Staaten befindliche
Infrastruktur zu liquidieren". Das wichtigste Abkommen beider Länder zur
nuklearen Abrüstung seit 20 Jahren - der Start-Vertrag - war am Wochenende in
Kraft getreten.
Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow rief die NATO erneut zum Aufbau
einer gemeinsamen Raketenabwehr in Europa auf. "Es gibt derzeit in der Region
keine Raketen, die die Nato bedrohen", sagte Antonow. "Demnach wäre jedes
Abwehrsystem, das die Nato allein aufbaut, gegen Russland gerichtet."
In einem solchen Fall werde Moskau militärisch reagieren, sagte er und drohte
indirekt mit der Stationierung von Kurzstreckenraketen. "Grundsätzlich wollen
wir aber weitere atomare Abrüstung", betonte Antonow. Russland sei bereit,
darüber auch mit anderen Atommächten neben den USA zu verhandeln. (APA/dpa)