Weltsozialforum in Dakar

Lula übt scharfe Kritik an Industriemächten

7. Februar 2011, 20:01
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    foto: reuters/tadegnon

    Lula, Ex-Präsident

Absage an Neoliberalismus und "Diktat" der USA - Senegals Präsident Wade verspricht Meinungsfreiheit

Dakar - Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat auf dem Weltsozialforum (WSF) in Dakar die aktuelle Situation des Welthandels angeprangert. Unter tosendem Applaus Hunderter von Zuhörern erklärte er am Montag: "Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe reicher Länder das Sagen hat". Die Weltbank diktiere den armen Ländern Wirtschaftsprogramme, die nichts brächten außer Armut und Hunger. Durch die Wirtschafts- und Bankenkrise seien die Nahrungsmittelpreise gefährdet wie nie: "Die Industrieländer werden wegen der Krise mit Öl und Nahrungsmittel spekulieren", prophezeite Lula. Der Kampf gegen den Hunger sei nur zu gewinnen, wenn das Modell der internationalen Zusammenarbeit radikal geändert werde. Das bedeute: Weg von Neoliberalismus und Diktat der USA hin zu einer "Integration aller Länder".

"Lange haben uns die reichen Länder als arme und sogar gefährliche Randregionen betrachtet", sagte der 65-Jährige, der am 1. Jänner sein Amt an seine Nachfolgerin Dilma Roussef übergeben hatte. Diese Sichtweise gelte nicht mehr: "Afrika und Lateinamerika sind ganz wichtige Partner zur Lösung der Wirtschaftskrise". Auf beiden Kontinenten sei das Potenzial der Landwirtschaft riesig. Es müsse aber vor allem in Afrika noch weiter entwickelt werden. Dazu verdiene Afrika die Hilfe der Industrieländer. Der ehemalige Präsident Brasiliens richtete einen Appell an die afrikanischen Länder: "Es darf keine Kriege mehr geben!" Die Entwicklung und die Demokratie müssten zuoberst auf der Agenda der afrikanischen Politik stehen. Unter solchen Prämissen könnten auch die afrikanischen Länder den Weg Brasiliens beschreiten, zeigte sich Lula überzeugt. Dank seiner "Politik der Gerechtigkeit und Demokratie" seien in Brasilien in den letzten Jahren 15 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden.

Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade versprach den WSF-Teilnehmern Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. "Hier gibt es keine politischen Gefangenen und keine inhaftierten Journalisten", sagte er. Das Forum wurde 2001 als Gegengewicht zum Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen. Nach Nairobi 2007 wird die Veranstaltung nun zum zweiten Mal auf dem afrikanischen Kontinent abgehalten. (APA/sda)

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Malkaye
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ich hoffe, dass das linke lateinamerika bald soweit über den berg ist, dass es keine US-putsche etc. mehr zu befürchten hat.

und endlich genügend mittel sich operativ mit afrika zu verbünden. dann war es das mit dem nord-süd gefälle!!

iwan grorosnij
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intressant das der mann noch immer nicht erkannt hat das die westlichen staaten marionetten der wirtschaft sind, sprich einiger groß-konzerne
zb. solche groß-konzerne die gerade in brasilien von der regierung aufgebaut werden

auch wenn ich prinzipiell nichts gegen da silva habe hätte er sich in dem fall doch ein bisschen was besseres einfallen lassen können, oder wollte er einfach die konzerne nicht vor den kopf stoßen?

gypsy man
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das ist ja das dilemma der schwellenländer.

sie brauchen kapital in einer welt in der die ökonomismus-ideologie vorherrscht.

das dilemma des westens. sie sehen in ihrer inzwischen radikalisierten ideologie des ökonomismus das einzig wahre und behapten, es ist demokratie.

carbonara
31
Mit solchen Aussagen lebt man heutzutage gefährlich...

xxx...yyy...
11
genau...

jden tag werden dutzende dahingeschlachtet die solche reden schwingen. eh klar...

Gargamel
01

Beim G20-Treffen hat er aber nicht so dahergeredet.

anke wiesen
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Die Weltbank diktiere den armen Ländern Wirtschaftsprogramme, die nichts brächten außer Armut und Hunger

hurchzua
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Die Lösung ist einfach

keine Kredite der Weltbank in Anspruch nehmen, dann kann auch nichts "diktiert werden".

Das Geld der Weltbank kommt letztlich von den Steuerzahlern der westlichen Länder.

Wenn man solches fremdes Geld nimmt, muss man es sich gefallen lassen, dass auch dessen Verwendung kontrolliert und Reformen gefordert werden.

Dhimmi
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Globaler Schwätzer

Und ausgerechnet ein Brasilianer sagt so etwas.
Man erinnere sich auch an seinen lächerlichen Auftritt beim "Iran-Atom-Kompromiss" mit Erdogan.

Lula, Erdogan, Chaves...Die notorischen Schwätzer.

Reich sein muss sich lohnen!
11
http://www.letsmakemoney.at/

Einfach mal ansehen.

xxx...yyy...
21
ja, lieb gemacht

und so objektiv wie die politischen manifeste (aka dokus) von michael moore...

Reich sein muss sich lohnen!
00
Die komplette Doku bei Youtube:

http://goo.gl/4nFQU

powerpack
16

ich würde dazu nur anmerken, dass nicht "die reichen länder", sondern hauptsächlich einige großkonzerne und politiker aus den westlichen nationen dafür verantwortlich sind. auch bei uns werden die menschen - natürlich auf einem anderen niveau - mehr und mehr von dieser bande ausgebeutet. auch in ö zieht sich das inzwischen durch alle wirtschaftsbereiche und macht nirgends mehr halt.

klar kent
00
das arme fussvolk...

...wählt immer unschuldig die falsche partei.

John Doe IV
00
Das arme Fußvolk...

fragt höflich an: Was wäre denn die richtige Partei?

klar kent
00

die richtige partei? was ist das für eine komische frage? das, was man für richtig hält. oder muss man jetzt anderen mitteilen, was er/sie zu wählen hat.

diamant
00
Die 'guten' Laender VRC, Brasilien, Mexiko, Suedafrika und Aegypten

beheimaten einige der groessten 'Multinationals' der Welt!
Es ist also laecherlich davon zu sprechen das Konzerne einer bestimmten Weltregion ausbeuterischer arbeiten wuerden als andere!

Steinmetzwerkstatt Spö
22
die bösen großkonzerne?

investieren seit jahren in den boomländern und bescheren dort mit riesigem kapitalzufluss der ansässigen bev. eine stetig wachsende Mittelschicht.

aber nicht nur die bösen großkonzerne, sondern weit mehr sind da beteiligt zB.: via Pensionsvorsorge (die auch um die Rendite bemüht sind und demgemäß das Geld eben in den boomländern, bzw. konzernen, die dort investieren, anlegen).

ich mag die großkonzeren auch nicht, aber die zu verteufeln wär mir jetzt zuwenig.
und es gibt derzeit nicht nur verlierer. china hatte noch nie so eine große Mittelschicht, genauso Brasilien.

avision
01
Sichtweisen ...

Konzerne mit mehr Umsatz als so mancher Staat und die berühmte Mittelschicht die von den Konzerngewinnen ein feudales Leben bestreiten?
Eine begrenzte Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten für das intelligenteste Säugetier im Universum? Ein wirtschaftlich armer Mensch begegnet einem Reichen. Der Arme sagt: wenn es mich nicht gibt, gibt es dich auch nicht! - Brecht

Steinmetzwerkstatt Spö
00
ja da bin ich bei ihnen

und ich kann mich nur wiederholen - Großkonzerne finde ich unsexy, absolut!

nur was jahrzehntelanges herumgerede von globaler Umverteilung und Pseudoentwicklungshilfe den Entwicklungsländern original nix gebracht haben, bewirken jetzt ua. Großkonzerne!
natürlich mit schalem Beigeschmack, aber sie bewegen was.

aber danke für die darstellung "ihrer" Sichtweise"!

powerpack
01

dann zeigen sie mir mal eines dieser boomländer in denen eine "ständig wachsende mittelschicht" im demokratischen sinne tatsächlich exisiert. was sie hier als "mittelschicht" bezeichnen ist in wahrheit zumeist nur eine schicht von politprofiteuren der jeweiligen regierungen. china ist da das beste beispiel, da haben zwar ein paar millionen parteinahe den aufstieg geschafft, der rest wird als "sklavenarbeiter" ausgebeutet.

und selbst wenn es so wäre, befürworten sie etwa das abwandern der mittelschicht in europa richtung südamerika, asien usw.??!!!

Steinmetzwerkstatt Spö
00

in china spricht man nicht von ein paar millionen, sondern von ein paar hundert millionen, die den aufstieg geschafft haben.

Parteigünstlinge... also in österreich war es in den wirtschaftswunderjahren gar nicht so unpraktisch ein parteibuch zu haben (die einen hatten ein rotes, die anderen ein schwarzes).
um nicht in einen topf geworfen zu werden - ich habe und hatte nie eins.

Ich finds leicht überhelblich wenn der westen ständig andere länder und deren entwicklung kritisiert, wenn wir selbst nicht anders sind/waren.

Steinmetzwerkstatt Spö
00

ad china: bert brecht erkannte zurecht: zuerst kommt das fressen, dann die moral.
als ob in Österreich oder Deutschland in den krisenjahren der 30er die demokratie so ausgebildet war...
Warten wir noch ein paar Jahre ab wie sich china polit. weiterentwickelt. jetzt fordern sie lohnerhöhungen, bzw. bekommen diese auch oft. bald werden es forderungen nach umwelt und sozialstandards usw. sein.
das dauert eben.

aber schauen wir nach Brasilien, ob sie es glauben oder nicht dort sind wirklich einige millionen der armut entflohen - lula lügt nicht!

das abwandern der Mittelschicht - ha, das ist es ja. Derzeit kommt es zu einer globalen umverteilung und warum sollen nicht auch mal andere profitieren?!

ela vie
00

...kann allen nur zustimmen, andererseits denk ich mir aber auch, vielleicht ist der mensch ganz einfach noch nicht so weit um sowohl die globale als auch die in jedem mikrokosmos notwendige ökonomische und ökologische ausgeglichenheit zu erreichen. gemessen am erdenalter oder allein an der libelle ist der mensch an sich nach wie vor am beginn seiner entwicklungsstufe. nur werden wir das leider alles nicht mehr erleben können, was da so passiert in ein paar hundert millionen jahren...

abdul al calafatti
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"Es darf keine Kriege mehr geben!" Die Entwicklung und die Demokratie müssten zuoberst auf der Agenda der afrikanischen Politik stehen"

(Sprach der Missionar und glaubte ganz fest daran !)

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