USA für "geordneten Übergang"

7. Februar 2011, 18:03
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AUA streicht vorerst Flüge in die Feriendestinationen

Kairo/Washington - Nach den Zusammenstößen in Ägypten kommt nun die hohe Politik ins Spiel. So bekam der neue Vizepräsident Omar Suleiman die direkte Unterstützung der USA: Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton befürworteten einen "geordneten Übergang". Hosni Mubaraks Abgang stehe nicht unmittelbar bevor, aber "Ägypten wird nicht zu dem zurückkehren, was es war", sagte Obama.

Lob erhielt Suleiman von Clinton, weil er in seine Gespräche mit der Opposition auch die Muslimbruderschaft einbezieht.

Am Montag zeichnete sich die Freilassung des ägyptischen Polit-aktivisten Wael Ghonim ab, der tagelang als verschwunden gegolten hatte. Ghonim - Marketingleiter für den Nahen Osten und Nordafrika bei Google - wurde zu einer Symbolfigur der Proteste. Von der Regierung war er als "Verräter" hingestellt worden. Ghonim hatte mit oppositionellen Appellen in Internetplattformen wie Facebook auf sich aufmerksam gemacht. Über seine Rolle bei den Protesten kann nur spekuliert werden.

Mangels Nachfrage streicht die AUA ab sofort die Flüge nach Luxor-Hurghada und Sharm el-Sheikh, die donnerstags und sonntags ab Wien losgingen. Das kündigte die Chefin der AUA-Charter-Tochter Lauda-Air, Doris Köpf-Szankovich, im Gespräch mit dem Standard an. Der tägliche Linienflug nach Kairo bleibt aufrecht. Die Maßnahme erfolgte in Abstimmung mit den Reiseveranstaltern. Wann die Destinationen wieder angeflogen werden, hänge von der weiteren Lage ab. Als Alternativen werden die Kanaren, Antalya oder für Kultur-Interessierte der Oman angeboten. (Reuters, cr/DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2011)

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