Apotheker kritisieren Verhalten der Ärztekammer bei Spitalsreform

7. Februar 2011, 17:07
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Apotheker-Chef Bachleitner-Hofmann fordert einen nationalen gesundheitspolitischen Schulterschluss

Wien - Der Österreichische Apothekerverband hat die anstehende Spitalsreform am Montag zum Anlass für Kritik an der Ärztekammer genommen. Deren Zögern sei "völlig skurril", es sei unverständlich, dass sich Ärzte-Chef Walter Dorner im Gegensatz zu den Apothekern noch immer zurückhalte, so Präsident Friedemann Bachleitner-Hofmann in einer Aussendung.

Der Repräsentant der selbstständigen Apotheker forderte einen nationalen gesundheitspolitischen Schulterschluss. Seine Pharmazeutenkollegen hätten Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) bereits im vergangenen Herbst signalisiert, konstruktiv mitarbeiten zu wollen. Anders die Ärztekammer, so Bachleitner-Hofmann: "Wer das beste, aber auch teuerste Gesundheitssystem der Welt reformieren will, braucht offenbar vier Monate, um zu entscheiden, ob man miteinander redet oder nicht."

Bachleitner-Hofmann bekannte sich zur integrierten Versorgung der Patienten. "Chronisch Kranke dürfen nicht mehr im Dickicht von Spital, behandelnden Ärzten und versorgenden Apothekern verloren gehen. Gemeinsame Gesundheitsziele und eine verstärkte Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zum Wohle des Patienten sind der Schlüssel zum Erfolg", erklärte er.

Ärztekammer nicht in Gremien vertreten

Hintergrund der Debatte: Gesundheitsministerium und Hauptverband der Sozialversicherungsträger haben sich auf eine gemeinsame Vorgangsweise bei ihren Reformvorhaben geeinigt. Es wurden diverse Gremien eingesetzt, die Ärztekammer ist darin aber nicht vertreten. Präsident Walter Dorner ließ daher zuletzt offen, ob seine Kammer die Pläne mittragen wird. (APA)

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