Streit und Trauer im Journalistenverband

7. Februar 2011, 16:54
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Grabenkämpfe zwischen Anhängern der verschiedenen politischen Lager

Durch den ägyptischen Volksaufstand bricht auch für die Journalisten am Nil ein neues Zeitalter an. Die Reporter und Kommentatoren der staatlichen Medien überschreiten in ihren Berichten erstmals die unsichtbaren Grenzen der Zensur. Gleichzeitig kommt es zu Grabenkämpfen zwischen den Anhängern der verschiedenen politischen Lager.

Am Montag versuchten Mitglieder der Journalistengewerkschaft, den Gewerkschaftsvorsitzenden Makram Mohammed Ahmed daran zu hindern, sein Büro im Gewerkschaftsgebäude in der Kairoer Innenstadt zu betreten. Andere Journalisten stellten sich dagegen auf die Seite des Journalisten, der als regierungsfreundlich gilt. Ahmed hatte 1987 ein Attentatsversuch von Islamisten überlebt, nachdem er eine Serie von Artikeln gegen den islamistischen Terror publiziert hatte.

Mehrere Hundert Journalisten versammelten sich am Montag zu einer symbolische Beerdigung für einen ägyptischen Journalisten. Der Reporter, der für den staatlichen Al-Ahram-Medienkonzern arbeitete, war am 29. Jänner erschossen worden, während er Zusammenstöße zwischen der Polizei und Regierungsgegnern in der Nähe des Innenministeriums filmte. (APA)

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