Gegen Bettelverbot in der Menschenrechtsstadt

7. Februar 2011, 17:02
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Armenpfarrer Wolfgang Pucher bewirbt sich bei Plakatwettbewerb für Gratiskampagne

Vor zehn Jahren, am 8. Februar 2001, erklärte sich Graz zur Menschenrechtsstadt und verpflichtete sich, jede Entscheidung des Gemeinderats auf Menschenrechte hin zu überprüfen.

Letztere sehen Verfassungsjuristen durch das Bettelverbot der ÖVP, das im Unterausschuss des Landtags am Mittwoch beschlossen werden soll, bedroht. Die Vinzi-Werke rund um den Pfarrer Wolfgang Pucher, der Grazer Menschenrechtsbeirat und andere Bürger sammeln Unterschriften gegen das Gesetz. Nun will Pucher die Unterstützung für die bettelnde Roma aus der Slowakei, die seit Jahren nach Graz kommen, plakativer angehen: Er nimmt bei der stadteigenen Werbefirma Ankünder bei deren Gewinnspiel um zehn gratis Großplakate teil.

"Ein totales Bettelverbot würde diese Menschen in ihr Elend zurückstoßen und ihre verzweifelte Lage verschlimmern", erklärt Pucher. "Als sie vom drohenden Bettelverbot erfuhren, sind einigen die Tränen gekommen." (cms, DER STANDARD; Printausgabe, 8.2.2011)

  • Am 14. Februar weiß man, ob Puchers Plakate eine Kampagne gewinnen.
    foto: vinzenzgemeinschaft

    Am 14. Februar weiß man, ob Puchers Plakate eine Kampagne gewinnen.

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