Protestnote gegen Zentralisierung von Filmwirtschaft

7. Februar 2011, 16:13
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Auch internationale Größen wie Michael Haneke oder Aki Kaurismäki haben unterzeichnet

Budapest - Namhafte ungarische Filmschaffende und zahlreiche Kollegen aus Europa und Übersee haben gegen die laufende Zentralisierung der staatlichen ungarischen Filmwirtschaft durch die rechtskonservative Regierung protestiert. "Die ungarische Regierung hat entschieden, anstelle der bisherigen demokratischen, Pluralismus garantierenden Selbstverwaltungsstruktur ein System einzuführen, das von einer einzigen Person geführt wird", heißt es in einer Erklärung der Unterzeichner, welche die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montag veröffentlichte.

Zu den Unterzeichnern gehören die ungarischen Film-Altmeister Miklos Jancso, Bela Tarr und Marta Meszaros sowie die Jungregisseure Kornel Mundruczo, Benedek Fliegauf, Szabolcs Hajdu, Agnes Kocsis und Ildiko Enyedi. Auch internationale Filmschaffende wie die Schauspielerin Hanna Schygulla und die Regisseure Aki Kaurismäki, Luc Dardenne, Michael Haneke, Theo Angelopoulos, Cristian Mungiu und Andrzej Wajda schlossen sich an.

Vor kurzem hatte Ministerpräsident Viktor Orban den aus Ungarn stammenden Filmproduzenten Andrew G. Vajna zum Regierungsbeauftragten für Film ernannt. Der 66-Jährige, der unter anderem US-Filmreihen wie "Terminator" und "Rambo" mitproduziert hat, soll nun die staatliche Filmförderung vollständig umorganisieren. Die protestierenden Filmemacher beklagten, dass deswegen seit dem Regierungswechsel im April 2010 die geförderte Filmproduktion im Land stillstehe. Zudem sei es völlig unklar, wie die Zukunft aussehe. Vajna hatte erklärt, seine "Mission" sei "die Vereinheitlichung der ungarischen Filmbranche". (APA)

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