Ackermann und die Top-Frauen

7. Februar 2011, 16:15
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Frankfurt - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat mit Äußerungen zu Frauen in Unternehmensvorständen für Unmut gesorgt. Frauen machten diese Gremien "farbiger" und "schöner", zitierte das "Handelsblatt" am Montag den Vorstandsvorsitzenden des Finanzinstituts. Die Bank wies die Kritik zurück und erklärte, Ackermann sei "verkürzt" und "irreführend" wiedergegeben worden.

Der Vorstandschef hatte auf der Pressekonferenz der Deutschen Bank am Donnerstag in Frankfurt erklärt, im Vorstand seines Instituts und auch eine Ebene darunter fände sich derzeit kein weibliches Mitglied. "Aber ich hoffe, dass das irgendwann dann farbiger sein wird und schöner auch in dem Sinne", zitierte die Zeitung den Vorstandschef.

Diese Passage gebe Ackermanns Antwort auf die Frage, was er von einer Frauenquote in Unternehmen halte, "nur verkürzt wieder und ist daher irreführend", erklärte das Unternehmen. Schließlich habe Ackermann zuvor gesagt, dass bei der Deutschen Bank Frauen arbeiteten, "die eine Quote nicht nötig haben". Der Chefbanker habe damit "klar" zum Ausdruck gebracht, "dass er auf einen leistungsbezogenen Aufstieg von Frauen in Führungspositionen setzt". Alles andere "entbehrt jeder sachlichen Grundlage", erklärte die Bank.

Kritik von weiblicher Seite

Die in dem Bericht zitierte Passage hatte dem "Handelsblatt" zufolge zuvor für Kritik, vor allem von weiblicher Seite gesorgt. Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sagte der Zeitung: "Wer es farbiger und schöner mag, soll auf eine Blumenwiese gehen oder ins Museum." Die Europa-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) zitierte das Blatt mit der Aussage: "Wenn Herr Ackermann mehr Farbe im Vorstand will, soll er sich Bilder an die Wand hängen."

Unternehmerin Jette Joop habe die Äußerung des Banken-Chefs mit Humor genommen: "Das tradierte Rollenbild von Herrn Ackermann holt ihn ein, oder warum hat er seinen 60. Geburtstag im Bundeskanzleramt bei Frau Merkel gefeiert?" (APA)

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    Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann setzt sich mit seiner etwas angestaubten Aussage in die Nesseln.

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