Doku über Chodorkowski wird trotz Diebstahl gezeigt

7. Februar 2011, 17:20
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Filmemacher Cyril Tuschi wurde seit Bekanntgabe der Einladung zum Festival bereits zum zweiten Mal Opfer eines Diebstahls

Berlin - Die Berlinale, die kommenden Donnerstag startet, macht derzeit noch nicht mit Stars und Filmen, sondern mit einem realen Kriminalfall Schlagzeilen. Zehn Tage vor der Weltpremiere in der Reihe Panorama ist der Dokumentarfilm Khodorkovsky über den inhaftierten russischen Regierungskritiker Michail Chodorkowski aus den Räumlichkeiten der Produktionsfirma gestohlen worden. Die Aufführung am 14. Februar sei nicht gefährdet, da die Berlinale bereits eine Kopie habe, allerdings ohne deutsche Untertitel.

Filmemacher Cyril Tuschi wurde seit Bekanntgabe der Einladung zum Festival bereits zum zweiten Mal Opfer eines Diebstahls, bei dem ihm Computer und Festplatten mit Filmmaterial entwendet wurde. Auch wenn es keine entsprechenden Beweise gibt, will der 42-jährige deutsche Regisseur nicht ausschließen, dass es sich dabei um gezielte Einschüchterungsversuche handelt. Bereits im Zuge der Dreharbeiten, so Tuschi in einem Interview mit der Berliner Zeitung, sei er bedroht und überwacht worden.

Für seinen Dokumentarfilm konnte er dennoch zahlreiche Gespräche mit Menschen aus Chodorkowskis privatem und ehemaligem beruflichem Umfeld führen. Unter anderem gelang ihm ein kurzes Interview mit Chodorkowski selbst, der erst Ende 2010 zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt wurde und bis 2017 inhaftiert bleiben wird. (APA, irr, DER STANDARD - Printausgabe, 8. Februar 2011)

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