profil: Mensdorff-Pouilly erhielt von Telekom 1,1 Mio. Honorar

7. Februar 2011, 15:17
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Künftiger ÖIAG-Chef Beyrer soll auf Einladung der Telekom auf Jagd gewesen sein

Der Waffenlobbyist Mensdorff-Pouilly hat von der Telekom Austria ein Honorar von 1,1 Mio. Euro erhalten, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil". Mensdorff-Pouilly sei zwischen März und November 2008 mit der "Beratung und Analyse im Zusammenhang mit der Akquisition von Unternehmen für den Festnetzbereich" beauftragt worden. Bis dato war der Lobbyist allerdings nie als Telekom-Experte in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Von der teilstaatlichen Telekom hieß es dazu: "Es hat im Jahr 2008 einen Beratungsauftrag für Alfons Mensdorff-Pouilly gegeben, dieser lag in der Höhe von 1,1 Millionen Euro. In einem Zwischenergebnis hat die interne Revision diese Daten bestätigt."

Jagdausflug im schottischen Hochland

Das "profil" berichtet in der aktuellen Ausgabe auch, dass der künftige ÖIAG-Chef Markus Beyrer im Jahr 2008 auf Einladung der Telekom auf einem Jagdausflug im schottischen Hochland war. Organisiert haben soll die Jagd Mensdorff-Pouilly. Die Flugkosten in der Höhe von 21.800 Euro zahlte demnach die Telekom. Abgerechnet wurde dabei laut Magazin über den Lobbyisten Peter Hochegger, der zur Zeit auch eine zentrale Figur in der Causa Grasser ist. Beyrer war und ist Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV).

Die Telekom hielt fest, dass sie "unterschiedliche Veranstaltungen für die Pflege von Kunden- und Opinion-Leader-Kontakten nutzt, dazu zählten auch Jagdveranstaltungen". Da Jagden allgemein öffentlich kritisiert wurden, wird seit einem Jahr davon Abstand genommen. Gegen den Waffenlobbyisten Mensdorff-Pouilly wird wegen des Vorwurfs der Geldwäsche, Bestechung, falschen Zeugenaussage, des Betrugs und der Fälschung eines Beweismittels in Zusammenhang mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems ermittelt.

Keine entsprechende Honorarnote aufgetaucht

Der Chef der Regulierungsbehörde, Georg Serentschy, hat mittlerweile vehement dementiert, jemals von einem Beratungsauftrag der Telekom über Vermittlung von Peter Hochegger profitiert zu haben. Telekom-Sprecherin Elisabeth Mattes betont, dass bei der seit langem laufenden internen Revision noch keine entsprechende Honorarnote aufgetaucht ist. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass so ein Beleg noch auftaucht - oder das Beraterhonorar in anderen Rechnungen "verpackt" wurde.

Die Telekom legt Wert darauf, dass all die Vorwürfe aus der Periode vor der Amtszeit des jetzigen Vorstandsvorsitzenden Hannes Ametsreiter stammen. Bei den medialen Enthüllungen fällt immer wieder der Name von Rudolf Fischer, einst Festnetzvorstand der Telekom Austria. Er ist im August 2008 "aus persönlichen Gründen" aus der Telekom ausgeschieden, war aber noch ein Jahr lang beratend tätig. Der Name von Fischer tauchte auch bei Immobiliendeals im Umfeld des ehemaligen ÖBB-Chefs Martin Huber auf. Damals ging es um die "Schillerplatz 4" Projektentwicklungsges.m.b.H. und um deren geschäftsführende Gesellschafterin Barbara Huber-Lipp, Ehefrau von Martin Huber.

Dachgeschoß eines Palais

Diese hatte im Jahr 2006 von der Telekom Austria die Stockwerke vier, fünf und sechs, sowie das Dachgeschoß eines Palais am Schillerplatz in Wien erworben. Laut dem Jahresabschluss der Gesellschaft zum 30. Juni 2007 hat sie mittels eines Kredits der RLB OÖ dafür rund 5,8 Mio. Euro bezahlt. Kurz darauf wurde die Immobilie wieder am Markt angeboten. Laut einem Entwurf für einen Abtretungsvertrag sowie einem Kaufoffert einer österreichischen Immobiliengesellschaft werde der Kaufpreis nun bei elf bis zwölf Mio. Euro liegen, berichtete damals das Magazin "Format". (APA)

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Die von der Agentur HocheggerCom verantworteten "Ideenkonzepte", "PR-Positionierungen" und "Strategien" zu den früheren Telekom-Managern Rudolf Fischer und Gernot Schieszler, Telekom-Regulator Georg Serentschy sowie den ehemaligen FPÖ-Infrastrukturministern Mathias Reichhold und Hubert Gorbach (später BZÖ) sind ab sofort im Internet auf http://www.profil.at abrufbar

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