Frontalangriff gegen "das gesteigerte Aufhetzen"

Stefanie Leodolter, 7. Februar 2011, 15:35
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    foto: ap/rubra

    Die Vorfälle von Ebensee 2009 waren Anlass der von Faymann und Schmied angekündigten Maßnahmen.

Welche Maßnahmen den Vorfällen in Ebensee folgten - derStandard.at hat nachgefragt

Nur allzu deutlich sind die Bilder, die der Name Ebensee noch immer ins Gedächtnis ruft. Obschon zwei Jahre zurückliegend sind die Vorfälle rund um vier Jugendliche, die in der Gedenkstätte öffentlich nationalsozialistisches Gedankengut verbreiteten, nachwievor ein Thema. Bundeskanzler Faymann und Unterrichtsministerin Schmied setzten unmittelbar nach den Geschehnissen zum Frontalangriff auf "das gesteigerte Aufhetzen der Jugend" an. User "powidls" Frage betrifft die damals angekündigten Konsequenzen: "Faymann kündigte damals besondere Maßnahmen an Schulen an, was wurde daraus und was wurde aus der angekündigten Budgetaufstockung des MKÖ?" derStandard.at hat bei Willi Mernyi vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und im Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) nachgefragt.

***

"Sensibilisierung der LehrerInnen"

"Grundsätzlich sind alle Schritte des Maßnahmenpapiers umgesetzt worden", so eine Sprecherin der Unterrichtsministerin. Das im Mai 2009 im "Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes" (DÖW) veröffentlichte Papier enthält vor allem "Maßnahmen zur Sensibilisierung von LehrerInnen" und eine Reihe aufklärender Aktivitäten für Schüler aller Schultypen und Altersklassen.

• Zeitzeugengespräche an Schulen
• Workshops zum Thema Zivilcourage
• Lernen an Gedächtnisorten: Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
• Audiotouren ausgewählter Schauplätze: Hörspuren

Die Initiativen des Unterrichtsministeriums in Zusammenarbeit mit der Plattform _erinnern.at_ und dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) sind nur teilweise neu und stehen sämtlichen Schultypen zur Verfügung, wobei der Fokus auf den Berufsschülern, also den 15- bis 18-Jährigen liegt.

"Train The Trainer"

Seit dem Wintersemester 2009/10 nehmen PflichtschullehrerInnen im Rahmen ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule an spezifischen Fortbildungsreihen unter dem Motto "Train The Trainer" zu "Informationen und Empfehlungen für die Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust sowie Diskriminierung und Rechtsextremismus in der Gegenwart" verpflichtend teil. Auch _erinnern.at_ bietet Fortbildungsseminare für LehrerInnen an und organisiert sogar Reisen zur Holocaustgedenkstätte "Yad Vashem" in Israel - ein Angebot, das laut BMUKK jährlich etwa 50 PädagogInnen in Anspruch nehmen.

LehrerInnenhandbuch

Des Weiteren ist derzeit ein Lehrerhandbuch in Arbeit, das von Vertretern des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam gemeinsam mit einem Team von _erinnern.at_ verfasst wird. Neben einer Vielzahl an DVDs soll der Ratgeber den österreichischen PädagogInnen als Unterstützung im Unterricht zur Verfügung stehen.

Projektförderung statt Budgetaufstockung

Was die von Bundeskanzler Faymann angekündigte Budgetaufstockung für das MKÖ betrifft, so wurde diese als solche nicht erfüllt. "Das MKÖ hat keinen einzigen Euro bekommen", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. Allerdings betonte er auch: "Wir haben Projekte eingereicht und dafür Unterstützung erhalten." So geschehen mit den bereits erwähnten Workshops zum Thema Zivilcourage, woran insgesamt 4800 SchülerInnen teilnahmen. Gefördert wurde auch die Ausbildung junger Guides für die Gedenkstätte Mauthausen und vor allem deren Außenlager an 50 Standorten in ganz Österreich. Fruchtlos blieb die Anfrage auf Subvention für die Publikation "Rechtsextrem", worin Codes und Symboliken der Szene beschrieben sind. Sie sollte als Hilfe bei der Erkennung potenzieller Gefahren dienen, jedoch "ohne Reflexhandlungen auszulösen", so Mernyi. (Stefanie Leodolter, derStandard.at, 7.2.2011)

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Weit haben wirs gebracht
12
20.2.2011, 14:57

Ist man eigentlich auch ein aufhetzender Hassprediger, wenn man lehrt, dass man überall böse Andersdenkende suchen muss und diese nach Strich und Faden zu denunzieren und diskriminieren hat, sobald man welche gefunden hat?

(Wenn man es oft genug hört, findet man vielleicht sogar dort welche, wo überhaupt keine sind.)

Janus Doppelkopf
00
leider nicht

BO kündigte an, Hetze nach Geschlecht, Ehtnie, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung gleichzustellen und strafrechtlich verfolgen zu wollen

leider ist daraus nix geworden, und "Verhetzung" betrifft daher nach wie vor nur Herkunft und Religion

spätestens wenns nach Geschlecht ebenso ginge würden wohl ein Haufen Foren im Netz zusperren XD

Armageddon
01
20.2.2011, 14:27
Das Beeinflussen der Kinder an Schulen ist eines der schlimmsten Dinge die gibt!

Mordregime sind tatsächlich anzuprangern. Die Menschenverachtung und mögliche Betroffenheit ist aufzuzeigen.

Die gewaltsame (gesetzliche) Meinungspflicht ist unzulässig. Wer sich seiner Überzeugung sicher ist, solle diese frei und unsanktioniert sagen dürfen.

Alles andere finde ich gleich den Zuständen die seinerzeit herrschten.

Das denken sich viele und protestieren mit kindlichen Mitteln.

Außerdem ist der Mißbrauch der Verbotsgesetze progrmmiert und findet statt.

Der Hinweis, jemand sei ein Nazi weil er nicht Scheinsozen wählt, ist krass.

Wer findet, daß moderne Sozen verkappte Kapitalisten von Cap bis Faymann als Millionäre sind, darf doch nicht gleich als Hitlerjunge tituliert werden.

Nascimento
01
20.2.2011, 03:32

jaja machen sie nur ihre kurse und entwerfen sie nur ihre dreckpapierln, ich gebe aber zu bedenken, dass es so wie mich noch viele andere österreicher gibt, denen das theater um genau nichts ziemlich am arsch geht. würde es in den schulen nicht in jeder schulstufe thematisiert gäbe es weit weniger vorfälle. das sollten sich die ewigverfolgten mal durch den kopf gehen lassen.

Janus Doppelkopf
10
vorsicht

prävention IST wichtig

aber ich gebe ihnen durchaus recht, wenn sie kritisieren daß eine Übersättigung mit der "Erbschuld der Österreicher als Verantwortliche für den 2ten Weltkrieg und Holocaust" kontraproduktiv wirkt

spätestens nach 8 Jahren RG mit einem Themenschwerpunkt pro Jahr zum Holocaust fragt man sich, ob wohl der Rest der Welt ebenso lange seine Verfehlungen aufarbeitet

morgenlatte
00
14.2.2011, 08:00
train the trainer

ein idiot schult die anderen idioten, mehr ist das nicht

Josef Obermaier
2215
Lasst doch die Kinder in ruhe mit dem jahrzehntealten ScheiB der Urgroßväter

Gargravarr
22
14.2.2011, 11:56

Sobald die Kinder damit aufhören den jahrzehntealten Scheiß der Urgroßväter nachzuäffen kann man damit aufhören sie darüber aufzuklären.

Gimli
00
16.2.2011, 20:16
da da hammas

Die "Vorfälle" wirken aber schon etwas konstruiert. Genauso wie der Küssel und die Handvoll österreichischen "Vorzeigenazis", ohne die die ganze Wichtigtuerei gar nicht mehr möglich wäre.
Grundsätzlich bin ich mit einer guten Aufklärung an den Schulen einverstanden. Aber zu meiner Zeit haben wir 1!! Jahr für den 2.Weltkrieg & Holokaust in Geschichte geopfert und parallel in vielen anderen Gegenständen einschlägig bearbeitet worden. Das hat jedes gesunde Verhältnis zu anderen wichtigen o. Zukunftsthemen verlohren. Und der Pisatest besteht offenbar nicht aus 666 Fragen zum Holokaust.

Plato
22
12.2.2011, 08:17
Selig die Armen im Geiste ?

Der "Scheiss" hoert erst zu stinken auf, wenn ihm die geistigen Grundlagen entzogen werden, das heisst Aufarbeiten !
Schweigen heisst konservieren. Die geistigen Grundlagen werden leiden noch von einem grossen Prozentsatz (uebrigens in allen Laendern, nocht nur in Oesterreich) gutgeheissen !

Loup Garou
58
das wird leider nicht passieren...

nicht in Mitteleuropa.
Wie soll man denn sonst ordentlich Kapital daraus schlagen?

Johannes Benn
14
.

dann sollten die kinder einen damit aber auch in ruhe lassen

Lichtfreak
00
Dann wissen sie nicht was sie wählen

wenn wir wiederkommen?

Nein danke!

tignosa
22
lernen an Gedenkorten

der traurige "Anlassfall"- schlimm genug, dass es so einen braucht- geschah in Ebensee, genauer gesagt, in einem der Stollen in der Finkerleiten, nahe der KZ- Gedenkstätte. Ebensee IST ein so ein Gedenkort, selbst wenn vom KZ nicht mehr viel übrig ist. Warum nicht (auch) dorthin fahren? Kombiniert mit einem Besuch im Zeitgeschichtemuseum (befindet sich neben der römisch- katholischen Kirche im Ort, das grüne Haus!)- die haben gute SchülerInnenvermittlungsprogramme!!!- kann so ein Besuch äußerst lehrreich sein.

wildkater
1416
Ich find's schon sehr lachhaft und beschämend für Österreich, dass man erst im Jahr 2011 ernsthaft anfängt, die NS-Zeit aufzuarbeiten.

In Deutschland fing man in den 50er Jahren damit an.

Das Ergebnis ist anhand der Wahlerfolge der rechtsradikalen Parteien dieser beider Länder ohne weiteren Kommentar zu verstehen und sollte uns zu denken geben:

ca. 25% FPÖ in Österreich
ca. 1% NPD in Deutschland

Hubert Ungeist
 
22
13.2.2011, 12:05
Blödsinn

bei uns wurde mindestens geanuso aufgearbeitet wie in DE.

wildkater
11
13.2.2011, 19:38
naja, offensichtlich nicht...

http://sciencev1.orf.at/news/13161.html

Interessant wäre natürlich noch ein Vergleich der österreichischen und deutschen Lehrpläne an Schulen.
Auch wenn ich es empirisch nicht belegen kann, so habe ich aus vielen persönlichen Gesprächen mit Deutschen und Österreichern eine ganz spezielle Meinung dazu.
Vielleicht kann ja jemand hier im Forum den Eindruck widerlegen.
Allerdings bin ich nicht der Einzige, der die Aufarbeitung der NS-Geschichte Österreichs als mangelhaft empfindet.

augal - schau her do!
2310

obs dir linken holzkopf passt oder nicht: die F ist nicht rechtsradikal.

Deus Ex Coquina
36

Stimmt. Die sind eigentlich Neonazis!

twinter
25
Nein Nein

nur das der Nachwuchs der FPÖ schon wieder wegen Wiederbetätigung und schwerer Körperverletzung vor Gericht stehen.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!!

http://derstandard.at/129669656... r-Verdacht

fauler Student
10

Nein nein. Die sind ganz lieb.

janeinvielleicht
00

und ich habe gedacht das sei ihr parteiprogramm...

na, danke, dass das mal einer aufklärt!

recouvrer la raison
48

Nein, sie grenzt schon an ne*nazistisch, obs dir rechtsrechten Holzkopf passt oder nicht. Obwohl, es wird dir wohl passen, nehme ich einmal stark an.

AntonUndAntonia
57

Sprechen Sie mal mit Menschen außerhalb Ö über die FPÖ. Ich garantiere Ihnen, dass fast jeder erschrocken darüber sein wird, dass es so eine Partei überhaupt gibt und die noch dazu so viele Stimmen bekommt.

Auch Frankreich hat zB eine "rechte" Partei. Die wird so genannt. Ist aber im Endeffekt ungefähr auf einer Linie mit der ÖVP. das was die FPÖ bei uns abzieht, wäre in F ultra-ultra-ultra rechts.

Nur weil wir sie nicht rechtsradikal nennen, heißt das nicht, dass sie es nicht ist.

Mirstetta Toni
14

ja genau. reden sie mit menschen in ungarn, der schweiz oder holland. die werden wirklich schockiert sein.

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