Eispiste schockt Lindsey Vonn: "Viel zu gefährlich"

7. Februar 2011, 14:27
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Skaardal: "Gefährlich ist ganz was anderes" - Fenninger will die Eislaufschuhe auspacken - Für Hosp und Görgl ist der Super G ein Rennen "am Limit"

Garmisch-Partenkirchen - Die eisige Kandahar macht die Entscheidung von Lindsey Vonn, ob sie am Dienstag den Super-G zum Auftakt der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen bestreiten wird, schwieriger. "Zu gefährlich für die Frauen, zu eisig, zu unsicher. Ich bin geschockt, es ist unglaublich", reagierte die US-Amerikanerin entsetzt. Ihr Cheftrainer Alex Hödlmoser sprach von einer klugen Entscheidung, die Vonn treffen müsse, denn sie dürfe keinen Sturz riskieren, es gehe ja zum Beispiel auch noch um das Antreten in der Abfahrt.

"Die Strecke ist sicher entsprechend hart präpariert, aber das hat natürlich auch eine gewisse Entwicklung gehabt durch die extremen Temperaturen, die wir hatten. Dieses Wort gefährlich wird sehr leicht und sehr schnell verwendet. Was ist gefährlich? Es gibt sehr viele unterschiedliche Definitionen. Ich denke, die Strecke hat sich heute bewährt, sie haben es ganz gut gemeistert", antwortete FIS-Renndirektor Atle Skaardal auf den Aufschrei von einer der besten Skirennläuferinnen aller Zeiten. "Keine Frage, es ist hart, aber gefährlich ist ganz was anderes", meinte der Norweger.

Viel Wasser im Schnee

In Garmisch seien Herren- und Damen-Strecke ziemlich gleich präpariert worden, Kunstschnee und Wasser notwendig gewesen, erklärte Skaardal. "Wenn das nicht gemacht worden wäre, zerlegt sich die Piste jetzt mit zehn Plus oder mehr." Im Schnee ist viel Wasser, die warmen Temperaturen am Tag ziehen das Wasser an die Oberfläche, die kalten Temperaturen in der Nacht lassen es gefrieren und sorgen für eine glasige Oberfläche. Das letzte Mal mit Wasser behandelt wurde die Piste vor einigen Tagen.

Für ein gutes Omen für die heimischen Rennläuferinnen sorgt ÖSV-Trainer Jürgen Kriechbauch. Bei den Olympischen Spiele vor einem Jahr hat jenen Super-G-Kurs gesteckt, auf dem Andrea Fischbacher dann zur Goldmedaille fuhr. Am Dienstag ist wieder der ÖSV-Trainer an der Reihe, wenn es darum geht, den Damen den Weg zur Medaille im Eröffnungsbewerb der WM in Garmisch-Partenkirchen mitzuebnen. Elisabeth Görgl, Anna Fenninger, Fischbacher und Nicole Hosp gehen für Rot-weiß-Rot ins Rennen, die eisigen Pisten-Verhältnisse dürften zum Kriterium werden.

Bedingungen "sehr fordernd"

Anna Fenniger ist nach Garmisch gerne und mit einem guten Gefühl gereist, denn dort sie hat schon gute Resultate erreicht. Der zweite Platz vor einem Jahr stimme sie zuversichtlich, entscheidender für sie als der Hang seien aber Kurssetzung und Pistenverhältnisse, wenn man das richtige Material habe. Und gerade die eisigen Bedingungen dürften nun zum Kriterium werden. "Sehr fordernd. Da muss die Abstimmung genau passen. Da wirst du richtig gut draufstehen müssen", sagte Görgl.

"Es ist sehr eisig geworden", meinte auch die Deutsche Maria Riesch etwas erstaunt, härtere Bedingungen kommen ihr aber entgegen. Und Fenninger hatte sich bei der Hangbefahrung gedacht: "Muss das sein? Skifahren tut man auf Schnee, nicht auf Eis. Das ist an der oberen Grenze, da wäre es besser, die Eislaufschuhe anzuziehen." Sie wisse nun aber, wie es sei, werde sich darauf einstellen und "runterhauen".

Hosp gefiel die Piste bei der Hangbefahrung am Montag, auch wenn es extrem schwierig werde. "Aber genau das sollte uns liegen." Aber es sei definitiv die schwierigste Präparierung, die sie in einem Speedbewerb bisher gehabt hatten und sicherlich am Limit. "Es wird sicherlich eine Frage des Mutes werden, aber ich denke, dass Jürgen einen dementsprechenden Lauf setzen wird, dass die Gefahr sich in Grenzen hält und wir da ein schönes Rennen haben." Wie sie es anlegen werde? "Ohne Angst, aber mit viel Hirn. Man muss da sehr konzentriert und bedacht fahren und taktisch gut." Sie sei in Garmisch zum Medaillen gewinnen, das sei ihr größtes Ziel. (APA)

  • Für Lindsey Vonn ist die Super-G-Strecke in Garmisch die "Streif der Frauen".
    foto: epa/hoslet

    Für Lindsey Vonn ist die Super-G-Strecke in Garmisch die "Streif der Frauen".

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    Anna Fenninger: "Das ist an der oberen Grenze."

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