Schwindender Passat sorgt für Regen an tropischen Atlantikküsten

7. Februar 2011, 11:20
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Korrigierte Messungen zeigen, dass abschwächende Winde für Klimaveränderungen rund um den Atlantik mitverantwortlich sind

London - Die beiden Forscher Hiroki Tokinaga und Shang-Ping Xie vom International Pacific Research Center der Universität Hawaii haben durch eine korrigierte Messmethode entdeckt, dass der Passat über dem tropischen Atlantik seit 1950 deutlich nachgelassen, anstatt - wie bisher angenommen - zugenommen hat. Dies und auch die unregelmäßige Erwärmung der Oberfläche des Ozeans sei für die Regenfälle in Küstenländern mitverantwortlich, berichten die Hawaiianer im britischen Fachjournal Nature Geoscience.

Bisherige Messungen hatten nahegelegt, dass die Winde über Ozeanen in den letzten 60 Jahren stärker geworden sind. Dieses Ergebnis sei jedoch durch veränderte Messhöhen verzerrt, berichten  die Forscher. Windgeschwindigkeiten über dem Meer werden meist durch Schiffe ermittelt. Da die Schiffsgröße in den vergangenen Jahren zugenommen hat, wurden auch die Geräte, mit denen die Windgeschwindigkeit gemessen wird - sogenannte Anemometer - immer höher montiert.

Bessere Klimamodelle

Um diesen Messfehler auszugleichen, zogen die Forscher Wellenhöhen mit in ihre Berechnungen ein - und kamen zu dem gegenteiligen Ergebnis eines abschwächenden Passats. Die neuen Messwerte können den Forschern zufolge dabei helfen, Klimamodelle zu verbessern.

Die Ursache für den Wandel der Passatwinde und die unregelmäßige Erwärmung des Wassers vermuten die Wissenschafter beim Menschen: Der Ausstoß von Aerosolen, also winzige flüssige oder feste Schwebepartikel, in den vergangenen Jahrzehnten könnten für beide Effekte verantwortlich sein.  (red/APA/dpa)

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