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Das Pankreaskarzinom ist eine sehr häufige Krebstodesursache und fünf Jahre nach Erkrankungsbeginn leben in der Regel nur noch fünf Prozent der Patienten. Bei jedem sechsten Patienten ist eine erfolgreiche Operation an einem spezialisierten Zentrum möglich. Das Überleben der Patienten nach erfolgreicher Chirurgie kann deutlich verbessert werden, wenn anschließend über sechs Monate eine Chemotherapie durchgeführt wird. Welche Chemotherapie nach der erfolgten Operation die beste ist, um das Überleben der Patienten zu sichern, war bisher umstritten und nicht gesichert.
In einem großen internationalen Konsortium haben sich deshalb spezialisierte Kliniken für Pankreaserkrankungen zusammengeschlossen, um zu untersuchen, welche Form der Chemotherapie die besseren Überlebensaussichten für Patienten nach erfolgreicher Operation erbringen. "Ist es gerechtfertigt, dem Patienten höhere Nebenwirkungen zuzumuten, weil die stärkere Behandlung auch den größeren Heilungserfolg erbringt? Oder können wir eine Chemotherapie mit geringeren Nebenwirkungen einsetzen und erzielen dabei den gleichen Erfolg? Das ist für einen Patienten mit einer solch schwerwiegenden Erkrankung eine wesentliche Frage und beeinflusst erheblich seine Lebensqualität", betont Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin in der Universitätsmedizin Greifswald in Deutschland, in einer Aussendung.
17 Länder beteiligt
An der bislang größten Studie mit Patienten mit einer Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse haben sich weltweit 159 Kliniken aus 17 Ländern beteiligt, darunter 13 aus Deutschland. Das Ergebnis der Studie, die in der amerikanischen Ärztezeitung und Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) publiziert wurde, zeigt eindeutig, dass beide Chemotherapien gleich erfolgreich die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten erhöhen können. Allerdings traten unterschiedlich häufig Nebenwirkungen bei den Patienten auf. "Somit konnte erstmals belegt werden, dass die besser verträgliche Behandlung genauso gut eingesetzt werden kann wie die Therapie mit mehr Nebenwirkungen, ohne dass dabei dem Patienten ein Nachteil entsteht", so Lerch.
Sensibles "Zentralorgan"
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gilt als empfindlichstes und wichtiges "Zentralorgan" des menschlichen Verdauungstraktes. Das Pankreas produziert täglich eineinhalb Liter Verdauungssaft (Bauchspeichel), der laufend über Drüsenläppchen und feine Kanäle in den Darm abgegeben wird. Die Bauchspeicheldrüse liegt zwischen Magen und Wirbelsäule. Geformt wie eine Zunge ist sie nur ungefähr 70 bis 100 Gramm schwer, knapp 15 bis 20 Zentimeter lang und bis zu drei Zentimeter dick.
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt. Zwar wissen viele, dass die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) etwas mit dem in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Insulin zu tun hat, was vor 100 Jahren vom Greifswalder Professor Oskar Minkowski entdeckt wurde. Weniger bekannt ist, dass die Bauchspeicheldrüse unabhängig davon auch eine Vielzahl von lebenswichtigen Enzymen produziert, ohne die wir unsere Nahrung nicht verdauen können. Fehlen diese Stoffe oder werden sie nicht ausreichend produziert, weil die Bauchspeicheldrüse beispielsweise entzündet ist, drohen massive Verdauungsstörungen, Mangelerscheinungen und ein Gewichtsverlust. (red)
Link
Studienabstract in JAMA: Adjuvant chemotherapy with fluorouracil plus folinic acid vs gemcitabine following pancreatic cancer resection: a randomized controlled trial.
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