Ölprodukte als Preistreiber für Haushalte

7. Februar 2011, 10:45
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Die heimischen Haushalte gaben 2010 um 16 Prozent mehr für Energie aus

Wien - Für Österreichs Privathaushalte hat sich die Energierechnung im Vorjahr deutlich erhöht. Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) lag im Jahresdurchschnitt um 7,6 Prozent über dem Vorjahreswert.

Verteuerungen und Mehrverbrauch ließen die Ausgaben der Haushalte um 16 Prozent auf 9,7 Mrd. Euro ansteigen. Durchschnittlich gab ein österreichischer Haushalt im Vorjahr 224 Euro pro Monat für Energie aus (2009: 194 Euro), davon entfielen rund 42 Prozent auf Verkehr (Benzin und Diesel), rund 33 Prozent auf Raumwärme und Warmwasser und mehr als 25 Prozent auf Strom.
Im Monat Dezember mussten die privaten Haushalte für Energie um 8,9 Prozent mehr zahlen als im Dezember 2009.

Öl als Preistreiber

Preistreiber waren im Vorjahr Erdölprodukte. Rohöl verteuerte sich im Laufe des Jahres 2010 um rund 20 Prozent. Heizöl war zu Jahresende um 18 Prozent teurer als zu Jahresbeginn, im Vergleich zum Dezember 2009 war der Preis sogar um fast ein Viertel höher. Im Jahresdurchschnitt 2010 kostete Heizöl um 22,5 Prozent mehr als 2009.

Die anderen Energieträger seien nur gering gestiegen, der Gaspreis als einziger sogar gesunken, so Energieagentur-Geschäftsführer Fritz Unterpertinger. 2011 werde sich der Preissteigerungstrend generell fortsetzen, auch ohne den Einfluss von aktuellen Ereignissen, etwa politischen Unruhen wie aktuell in Ägypten.

Mittelfristig würden auch die anstehenden Investitionsprojekte im Energiesektor die Preise erhöhen. So sehe etwa die EU bis 2020 einen Investitionsbedarf bei der Energieinfrastruktur von 200 Mrd. Euro. Auch diese Kosten würden letztendlich beim Konsumenten landen. Gemindert werden könne der Preisdruck nur durch einen "echten Verbrauchsrückgang" durch energieeffiziente Gebäude, Geräte und weniger Individualverkehr. (APA/red)

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