Sicherheitspolitik beim "Women's Breakfast"

7. Februar 2011, 10:35
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Nach 47 Jahren gab es zum ersten Mal wieder eine Frauenrunde bei der Münchner Sicherheitkonferenz

München - Erstmals in der 47-jährigen Geschichte des internationalen ExpertInnentreffens gab es bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem sicherheitspolitischen Frauenfrühstück eine rein weibliche Debatte.

Die Premiere stehe im Zeichen der vor zehn Jahren verabschiedeten UN-Resolution 1325 und solle bei der Münchner Konferenz eine neue Tradition begründen, sagte Bayerns Europaministerin Emilia Müller (CSU) als Mitorganisatorin vor knapp 50 Teilnehmerinnen. "Wir müssen uns besser vernetzen, dies heute ist der erste Schritt."

Mehr Beachtung der 1325-Resolutionsziele

Das "Women's Breakfast" wurde gemeinsam von der Vereinigung "Women International Security Deutschland" und der Hanns-Seidel-Stiftung initiiert. Gekommen waren unter anderem Ex-Außenministerin Ursula Plassnik, die stellvertretende Verteidigungsministerin der USA, Michele Flournoy, die litauische Verteidigungsministerin Rasa Jukneviciene, die und die britische Ministerin für Sicherheit und Terrorabwehr, Pauline Neville-Jones.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon machte die Frauenfrage zum Thema der Sicherheitskonferenz. In seiner Dinner-Rede beim Empfang des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) forderte er am Samstagabend eine stärkere Beachtung der 1325-Resolutionsziele.

Andere Aspekte von Frauen

Die vom Sicherheitsrat im Oktober 2000 einstimmig verabschiedete Resolution "Women, Peace, and Security" sieht vor, dass Frauen in allen nationalen, regionalen und internationalen Entscheidungsgremien und Mechanismen zur Vermeidung, Behandlung und Lösung von Konflikten stärker repräsentiert sein müssen. Zudem forderte der Sicherheitsrat alle Parteien bewaffneter Konflikte auf, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt und anderen Formen von Gewalt zu schützen.

"Frauen bringen andere, wichtige Aspekte in die Debatte ein", sagte Neville-Jones, die der Premiere des Frauennetzwerks bei der Sicherheitskonferenz besondere Begeisterung zollt. "Ich komme seit 1979 hierher - und glauben Sie mir, am Anfang war ich allein."

Ohne Merkel und Clinton

Zwei Spitzenvertreterinnen der weiblichen Politik-Elite konnten indes nicht an der reinen Frauenrunde Premiere teilnehmen, saßen sie doch wenige hundert Meter weiter anderweitig zusammen: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Außenministerin Hillary Clinton trafen sich am Samstagmorgen zu bilateralen Gesprächen.  (APA)

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    Erstmals gab es in der 47-jährigen Geschichte des internationalen ExpertInnentreffens bei der Münchner Sicherheitskonferenz wieder eine rein weibliche Debatte.

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