Motorola Xoom: Mit Orwell gegen Apples "Einheitsbrei"

7. Februar 2011, 09:06
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Super-Bowl-Werbespot mit unübersehbarer Kampferklärung ans iPad

Der Super Bowl ist nicht nur der Höhepunkt der American Football-Saison, über die Jahre hat sich das Ereignis aufgrund der - in den USA - unvergleichlich hohen Einschaltquoten zu einem Großevent der Werbewirtschaft gemausert. Filmstudios präsentieren in den Werbepausen die Trailer der - ersehnten - Kassenschlager der Sommerkinosaison, IT-Unternehmen geben Ausblick auf kommende Produkte. Auch der diesjährige Super Bowl hatte in dieser Hinsicht wieder so einiges zu bieten, eines der unumstrittenen Highlights: Eine relativ unverblümte Kampfansage Motorolas an Apple und dessen iPad.

1984

In einem Spot für das kommende Android-3.0-Tablet Motorola Xoom spart man denn auch nicht mit Seitenhieben auf die sich gern individualistisch verstehenden Apple-Welt: Nur die Hauptfigur mit seinem Xoom-Tablet hebt sich aus der Masse der roboterhaft agierenden Masse mit ihren - Apple-typischen - weißen Kopfhörern ab.

Eine Erzählung, die eine unübersehbare Referenz auf Apples legendären Macintosh-Werbespot aus dem Jahr 1984 darstellt, als man - ebenfalls in der Super-Bowl-Pause - in Anspielung auf George Orwells dystopisches Meisterwerk 1984 den individualistischen Apple-Mythos etablierte. Entsprechend darf der Hauptdarsteller des Motorola-Clips denn auch gleich zu Beginn in einer E-Book-Variante von 1984 blättern.

Droid

Mit dem direkten Angriff gegen Apple setzt Motorola übrigens auf eine Strategie, die in Vergangenheit schon einmal recht gut funktioniert hat: So hatte man in Werbespots für das Motorola Droid ähnlich wenig dezent über das iPhone hergezogen - und dies durchaus mit Erfolg. War das Droid doch das erste Android-Smartphone das wirklich große Verkaufszahlen erzielen konnte, und so den bislang anhaltenden Verkaufsboom rund um Googles mobiles Betriebssystem maßgeblich mitbegründete.

Fakten

Parallel zu dem Clip hat Motorola auch die offizielle Webseite zum Motorola Xoom gelauncht, die allerdings keine wirklich neuen Informationen bietet. Etwas erfolgreicher waren da schon die Spürnasen von Engadget, die eine Best-Buy-Werbung für das erste "Honeycomb"-Tablet aufgespürt haben: In dieser wird der Verkaufsstart bereits mit dem 24. Februar angegeben, für viele InteressentInnen etwas weniger erfreulich: Auch der zuvor schon kolportierte - und von so manchen KommentatorInnen als zu hoch bezeichnete - Listenpreis von 800 US-Dollar wird darin bestätigt. (red, derStandard.at, 07.02.11)

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  • Motorolas nicht gar so dezenter Seitenhieb auf den vermeintlichen Apple-Einheitsbrei.
    foto: motorola

    Motorolas nicht gar so dezenter Seitenhieb auf den vermeintlichen Apple-Einheitsbrei.

  • Die Anspielung auf Orwells 1984 darf da natürlich nicht fehlen.
    foto: motorola

    Die Anspielung auf Orwells 1984 darf da natürlich nicht fehlen.

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