Weltsozialforum in Dakar

Morales ruft zu Widerstand gegen Neoliberalismus auf

6. Februar 2011, 22:19
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    foto: ap/blackwell

    Evo Morales in Dakar.

Boliviens Präsident will mehr Überzeugungsarbeit für Klima-Fortschritte sehen - Auch Unruhen in arabischen Staaten Thema

Dakar - Vor Zehntausenden Globalisierungskritikern aus der ganzen Welt hat der bolivianische Präsident Evo Morales am Sonntag in Dakar das Weltsozialforum (WSF) eröffnet. Er rief zum gemeinsamen Widerstand gegen den Neoliberalismus auf. Nur so sei eine andere Welt möglich. "Wenn sich die Zivilgesellschaft auf allen Kontinenten organisiert, ist sie fähig, die Welt zu verändern", rief Morales auf dem Campus der Universität Cheikh Anta Diop der jubelnden Menge zu.

Rund 45.000 Menschen waren vom Stadtzentrum auf den Campus geströmt, wie Taoufik Ben Abdallah, Koordinator des Afrikaforums und Mitorganisator des Weltsozialforums, der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) sagte.

"Grundversorgung darf nicht in privaten Händen liegen"

Der Schlüssel zu einer gerechteren Welt sei die Abschaffung des Kapitalismus, des Neoliberalismus, des Kolonialismus und der Hierarchien, sagte Morales. Als Beispiel nannte er sein eigenes Land: Dank der Entprivatisierung des Wassers, Stroms oder der Telekommunikation sei die Wirtschaft in Bolivien in Schwung gekommen. "Die Grundversorgung der Menschen darf nicht in privaten Händen liegen", sagte der ehemalige Gewerkschafter.

Evo Morales zeigte sich überzeugt von der politischen Sprengkraft des Weltsozialforums (WSF). Er denke dabei nicht nur an soziale, sondern auch an Umweltprobleme. "Es gibt keinen besseren Ort als das WSF, um Lösungen des Klimaproblems aufzuzeigen", sagte der Südamerikaner. Davon könne auch der nächste Klimagipfel in Durban profitieren. "Geht nach dem WSF nach Hause und überzeugt eure Präsidenten und Politiker, dass am nächsten Klimagipfel eine Lösung gefunden werden muss", rief er die Menge auf.

Die Aufmerksamkeit des Treffens von Globalisierungskritikern aus aller Welt richtet sich heuer vor allem auf die Volksaufstände in der arabischen Welt, die als Zeichen für die Krise des Kapitalismus gesehen werden. "Lasst uns aufhören, mit Mitleid auf den Maghreb und auf Afrika zu schauen", sagte die Vorsitzende der französischen Sozialistischen Partei, Martine Aubry, die an dem Protestmarsch teilnahm. Die Aufstände zeigten, dass die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen könnten.

Der Protestzug hatte zunächst mit etwa 10.000 Teilnehmern begonnen, eher er anwuchs. Zu den Teilnehmern zählten auch zahlreiche Vertreter arabischer Länder. Sie forderten das Ende autoritärer und diktatorischer Regierungen. "Ich gehöre zu denen, die den Rücktritt von Husni Mubarak fordern, damit das Blut, das bei den friedlichen Protesten der vergangenen Tage vergossen wurde, nicht umsonst war", sagte eine Ägypterin mit Blick auf den ägyptischen Staatspräsidenten. "Druck von der Straße ist es, was zu Ergebnissen führt", sagte ein marokkanischer Gewerkschafter.

Die Teilnehmer des sechstägigen Treffens wollen in Dakar über Alternativen zum herrschenden Weltwirtschaftssystem beraten und sich für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der Erde einsetzen. Erwartet wurden bis zu 50.000 Teilnehmer, unter ihnen linksgerichtete Staatschefs wie Morales oder Hugo Chavez aus Venezuela sowie der frühere brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. Das Forum wurde 2001 als Gegengewicht zum Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen. Nach Nairobi 2007 wird die Veranstaltung nun zum zweiten Mal auf dem afrikanischen Kontinent abgehalten.

Auch das Gastgeberland Senegal kämpft angesichts schwerer sozialer und wirtschaftlicher Probleme mit zunehmender Unzufriedenheit in der Bevölkerung. "Afrika ist ein Beispiel für die größten Fehler von drei Jahrzehnten neoliberaler Politik", hieß es von den Veranstaltern. "Als Reaktion schließen sich soziale Bewegungen und Bürger der Welt den Afrikanern an, die nicht den Preis für die aktuellen Krisen zahlen wollen, für die sie keine Verantwortung tragen." In Dakar werde mehr als auf früheren Weltsozialforen der Wunsch nach gesellschaftlichen Alternativen auf der Tagesordnung stehen, erklärte der Vertreter vom Anti-Globalisierungsnetzwerk Attac bei dem Forum, Hugo Braun. (APA/sda)

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22

Bei dem Mann steht nicht Ideologie an erster Stelle, sondern der Hausverstand. Das macht ihn mir sympatisch.

Träume sind Schäume..
91
Ist Morales jetzt gegen den Neoliberalismus oder Kapitalismus

Wenn diese Typem schon mit Che Guevara Plakaten herummarschieren, der übrigens überzeugter Stalinist war.
- Bei Bedarf Biographie lesen.

Warum lassen sie nicht die Katze aus dem Sack und demonstrieren für Sozialismus und Kommunismus.
Die rote Fahne hoch.

Meister Marx sagte schon dazu:
"Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung."

Wann schon dazu stehen ;)

powerpack
00

ach wie nett. eine sozial gerechte welt hat genausowenig mit kommunismus zu tun wie der neoliberalismus und die globalisierung mit der freien marktwirtschaft! dies zu verstehen ist aber natürlich sehr schwierig.

Gobi Todic
00
der katholiban vom dienst

kann mit "brüder und schwestern" geschwafel natürlich nichts anfangen. göttliche ungleichheit, amen.

groebben
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Wenn in Lateinamerika Che Guevarra verehrt wird, dann nicht wegen seinen kommunistischen Ansichten (die er uebrigens ueber den Haufen geworfen hatte nachdem er einige Male die UDSSR besucht hatte - steht auch in jeder guten Biografie) sondern wegen der Symbolik der Befreiung aus externer Abhängigkeit hin zu einem eigenständig handelnen Staat . Ich dachte, so etwas bräuchte ich Leuten wie ihnen, die sich in Lateinamerika auskennen, nicht mehr zu erklären.

Der Neue Mensch
02

Che hatte seine kommunistischen Ansichten NIE über Bord geworfen. Das steht auch in keiner mir bekannten Biografie. Nur mit der Umsetzung in der entstalinisierten Sowjetunion konnte er nichts anfangen. Dagegen war er zeitlebens Fan von Stalin, Mao und Kim Il Sung, in dessen Nordkorea Che übrigens den Kommunismus bisher am besten umgesetzt sah.

Dass in Südamerika hauptsächlich das propagandistische Idealbild Ches als moderner Robin Hood verehrt wird und nicht der Mensch, der er wirklich war, den kennen sie nicht, das stimmt.

AntiFa201
25

erst durch neoliberalismus wird die marktwirtschaft zum perversen kapitalismus... so viel sollte man schon wissen, bevor man klugsche*ßert.

Ernst Guevara
00
hää? bitte was redest du da, antifa?

abgesehen vom kapitalismus fällt mir keine andere wirtschaftsform in der geschichte ein, die eine marktwirtschaft gewesen wäre. getauscht wurde zwar zwischendurch immer wieder mal, aber den markt als weithin anerkannten mechanismus für die wirtschaft einzusetzen ist doch recht typisch für den kapitalismus und zwar nur für diesen. neoliberalismus ist die aktuelle form des kapitalismus. er orientiert sich an der frühzeit des kapitalismus, als es noch üblich war, kinder in den bergwerken schuften zu lassen und die diktatur in chile hat ihn nach 1973 erstmals durchgesetzt. seither wurde die ganze kapitalistische peripherie davon verwüstet und auch in den sozialstaaten europas sickert das heilsbringende dogma der totalen liberalisierung durch.

Träume sind Schäume..
21
Kapitalismus und Tauschwirtschaft sind ident

Ob man "Kapital" in Geldmünzen oder Herdentieren sammelt und tauscht ist ziemlich gleichgültig.

Die ältesten Schriften der Menschheit beschreiben die Änzahl der Herdentiere als "Reichtumg" einer Sippe/Familie.
Mit dennen Handel, ergo Tauschhandel unter Menschen betrieben wurde.
Das Marktprinzip verschiedener Preise/Zeitunkt und Bedürfnisse/Person/Ort bleibt hierbei aufrecht, seit dem Beginn aller Aufzeichnungen.

Später kommen Grundbesitz, Nutztiere, Knechte/Mäde, Werkzeug, seltene Metalle, Münzen etc... als Indikator bis zum heutigen Währungssystem als Berechnungshillfsmittel im Gütertausch.

Wenn so wollen ist das die liberale Version eines "historischen Materialismus" ;)

powerpack
00

also bitte, wirtschaftlich unbewanderte personen sollten nicht anfangen marktwirtschaft mit kapitalismus, globalisierung und neoliberalismus gleichzusetzen bzw. auf diesen marketingschmäh der globalen konzerne reinfallen.

eine wirtschaft kein aufgrundlage einer fairen, sozialen, freien marktwirtschaft sehr wohl gut funktionieren ohne gleich die ihre schlimmsten ausgeburten wie kapitalismus oder globalisierung ein zu setzen!
im gegenteil, am ende kann eine nachhaltig funktionierende wirtschaft nur auf solchen grundlagen aufgebaut werden. dass der neoliberalismus nicht funktioniert haben wir ja erst vor kurzem erst selbst miterlebt.

Ernst Guevara
00
das sehe ich anders, es geht nämlich nicht darum, ob früher auch schon getauscht wurde, denn früher wurde auch schon krieg geführt und liebe gemacht

sondern es geht um die frage, wodurch ist die wirtschaftsweise charakterisiert und was sind die besonderen merkmale und regeln, die von der mehrheit der menschen anerkannt werden. der markt hat seine zentrale position erst im kapitalismus übernommen. davor war militärische eroberung gängig, verbunden mit tributansprüchen an die unterworfenen. danach stand die grundherrschaft im mittelpunkt, diese beruhte ebenfalls auf direkter aneignung durch raub, denn die bauern gehörten dem feudalfürsten und mussten ihre erträge an diesen abliefern. erst mit der einführung des kapitalismus erreichte der markt seine heutige bedeutung und es wurde durchgesetzt, dass sich die menschen - theoretisch - als gleichberechtigte auf dem markt gegenübertreten.

Träume sind Schäume..
62
Wer klugsche*ßert hier

Für Fans von Fidel Castro und Che Guevara sollte die Welt ziemlich einfach gestrickt sein.
Es gibt keinen "guten" oder "perversen" Kapitalismus aka Marktwirtschaft.

Da draußen gibt es nach dieser Lehre einen wissenschaftlich-historischen Prozess (Dialektik) oder besser ewigen Klassenkampf, wonach die Marktwirtschaft immer linear zu Ausbeutung und Rückständigkeit führt.
Quasi ein Naturgesetz.

Ego geht es nicht um Reformierung, Eingrenzung, Nutzbarmachung der Marktwirtschaft.
Sondern um derren Zerstörung als Weg zu einer höheren Existenz.

Anders gesagt, man kann nicht halb schwanger sein, Markt und Planwirtschaft gleichzeitig als Ideal haben ;)

AntiFa201
02

die ewig gestrigen... ich bin aufgewachsen, da ist der kommunismus längst zusammengebrochen, und da war die "soziale marktwirtschaft" in deutschland noch längst nicht neoliberal. meine generation orientiert sich nicht an der vergangenheit, bzw schwärm von veralteten systemen, sondern sieht die gegenwart und versucht was neues zu erschaffen. das ist der sinn des weltsozialforums. aber typen wie sie brauchen ja das gespenst des kommunismus, um ihre neoliberale sche*sse zu rechtfertigen.

Träume sind Schäume..
40
Baujahr 1985 ist schwer ewiggestrig

Eine liberale Einstellung braucht auch keinen Kommunismus als Gespenst, vom Feudalismus bis Monopoltrusts ergibt sich ein weites Kampffeld.

Liberale treten nunmal für freie Marktwirtschaft ein.
Und fast alle Ideologien stehen dem skeptisch gegenüber, weil sie Machtpositionen eher konzentrieren als verteilen wollen.

Ebenso steht man für logisches Denken und Realitätssinn.
Die Summe aller für den Sozialstaat aufgewendeten Ressourcen war in Westeuropa niemals höher als heute.

Zugegeben schlug die Überalterung mit allen Mehrkosten früher noch nicht so zu Buche, dennoch sind die meißten Sozialstandards höher als in den "goldenen 70'igern" mit Kreisky usw.

Wenn es mehr um den "gefühlten" Notstand geht, nun dagegen helfen keine Argumente ;)

jesus mohamed von wien
00
gott der herr sprach: macht euch die erde untertan!

das wir sklaven der wirtschaft werden sollen hat er nicht gemeint. das gerücht ist durch die gehirnblähungen von wirtschaftstreibenden entstanden.

jesus mohamed von wien
00
dann sind wir uns ja einig: die wirtschaft dient dem menschen und nicht umggekehrt.

b fel
01

Als vor 20 Jahren der Kommunismus scheiterte war jedem klar, dass dieses Konzept nicht funktionieren kann.
Mit spätestens 2008 ist der Neoliberalismus gescheitert. Trotzdem wird weitergemacht wie bisher, und das obwohl sehr gute alternative Konzepte auf dem Tisch liegen.

jaja1113
01

ich würd eher sagen, 2008 hat der neoliberalismus gewonnen, die demokratie hat verloren. zumindest wenn man sich die geldflüsse anschaut...

Der Specht
00
ivoryhunters
295
morales ist ein dummkopf

man muss sich richtig fremdschämen für ihn.

ist päsident eines der ärmsten ländern auf der welt und weiss nicht wie er seine landsleute füttern soll -

aber er zeigt grossmäulig auf länder wie die neoliberale usa, das eines der reichsten länder der welt ist und behauptet steiff und fest wie schrecklich es dort nicht ist.

aber hauptsache er kommt im standardforum super an....

slartibartfaß der Umwandler
01

ha ha. ja ja, ihr immer mit eurem reichsten land :-)

ihr blendet anscheinend alle (wissentlich) aus, das der reichtum der usa auf vielleicht 100 000 personen beschränkt ist, der rest bezieht lebensmittelmarken, hat 2 teilzeitjobs und einen haufen schulden......

achja, die infrastruktur in den usa bröckelt auch dahin, für ein reiches land ziemlich erbärmlich...

AntiFa201
06

oh gott, wie naiv... so wie sie schwärmen normalerweise nur noch 14jährige blonde teenager von dne usa. im den ach so reichen usa leben 50 millionen menschen unterhalb der relativen armutsgrenze, viele sogar unter der absoluten armutsgrenze. in den usa sind weit mehr als 50 millionen menschen sklaven der wirtschaft, schuften und kommen dennoch kaum über die runden. aber durch die teeny-blondi-brille sieht man natürlich nur das reiche hollywood... ich ging davon aus, dass 2008 auch der dümmste gehirngewaschene kapitalistenanhänger eingesehen hat, dass der kapitalismus nicht funktioniert.

hansito
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Wie siehts denn in Bolivien mit der Armut aus? :-)

AntiFa201
00

das bisschen an reichtum, was vorhanden war, wird derzeit umverteilt, damit die meisten menschen gemeinsam einen bescheidenen wohlstand haben. in den usa gibt es aber sooo viel reichtum, und dennoch multimillionen menschen die bettelarm sind. was gibts also am reichtum der usa gut zu reden, wenn nur 100 000 menschen davon profitieren?

jesus mohamed von wien
28
one way ticket in die usa jetzt besonders günstig. was hält sie ab davon?

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