Führungswechsel bei "Le Monde", "Liberation" und "Nouvel Observateur"

6. Februar 2011, 18:33
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Laurent Joffrin geht von "Liberation" zum "Nouvel Observateur" - "Le Monde" wird Morgenzeitung

Paris - In drei der bedeutendsten französischen Printmedien steht in den nächsten Tagen ein Führungswechsel bevor. Sowohl die Tageszeitungen "Le Monde" und "Libération" als auch das Wochenmagazin "Le Nouvel Observateur" werden einen neuen Chefredakteur erhalten. Der bisherige Chefredakteur der linksunabhängigen "Libération", Laurent Joffrin, wird die Führung des ebenfalls linksgerichteten Magazins "Le Nouvel Observateur" übernehmen.

Umstritten und in der Redaktion eher unbeliebt ist allerdings der designierte Nachfolger Joffrins, Nicolas Demorand. Der 39-Jährige ist in der breiten Öffentlichkeit sehr bekannt, weil er bei "Europe 1" als Moderator tätig ist und im Sender "France 5" eine politische Talkshow moderiert. Am Donnerstag fand eine erste Aussprache zwischen Demorand und den Redakteuren statt. Dabei betonte der künftige Chef, dass er den Posten unter der Bedingung angenommen habe, dass er zusätzliches Personal einstellen könne. Hauptaktionär von "Libération" ist der Geschäftsmann Baron Edouard de Rothschild, der das Blatt vor dem Bankrott gerettet hatte. Er versprach auch eine Anhebung der Seitenanzahl und eine zumindest teilweise gebührenpflichtige Webausgabe.

Joffrin stellt sich kommenden Dienstag einer Vertrauensabstimmung der Redaktion des "Nouvel Observateur". Nach internen Angaben aus dem Magazin werde den 58-Jährigen ein "Plebiszit" erwarten. Beim "Monde" hat der neue Chefredakteur Erik Izraelewicz eine wahre "Revolution" angekündigt. Künftig soll auch "Le Monde", gegenwärtig das (am Nachmittag erscheinende) letzte Abendblatt in Frankreich, am Morgen erscheinen. Der 56-Jährige, der vordem die Wirtschaftstageszeitungen "La Tribune" und "Les Echos" geleitet hatte, erhielt bereits die Zustimmung der Betriebsleitung und muss sich nun noch das grüne Licht der Redakteure holen. Auch Izraelewicz will die Seitenanzahl des Blattes anheben, mehr Beilagen am Wochenende anbieten und die Redaktion der Printausgabe mit jener der Internet-Ausgabe vereinen. (APA)

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