Nachlese

Wasser und Zucker in Athener Nobelvilla

6. Februar 2011, 18:48
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    foto: reuters

    Seit zwei Wochen im Hungerstreik: Flüchtlinge in Athen, die wegen der Finanzkrise ihre Aufenthaltserlaubnis verloren haben.

Griechenlands Politiker streiten über 237 Immigranten, die in einem Athener Haus im Hungerstreik sind - Deren "Fehler": Sie haben wegen der Finanzkrise ihre Arbeit verloren und damit auch die Aufenthaltsberechtigung

Maria Callas hat ganz in der Nähe gelebt, jetzt sind es 237 Immigranten, die sich von Zucker und Wasser ernähren. Flüchtlingsmisere statt Opernglanz und Champagner in der Athener Innenstadt. In dem Neoklassik-Bau an der Ecke Patission/Ipeirou-Straße kampieren die Männer und Frauen, die Mehrheit aus Nordafrika, und wollen mit einem Hungerstreik ihre Aufenthaltsberechtigung erzwingen.

Die hatten sie nämlich noch bis zum vergangenen Jahr. "Es sind keine illegalen Flüchtlinge", verteidigte sich Christos Papoutsis, der Minister für Bürgerschutz, im Parlament gegen die Attacken des rechten Lagers. "Sie haben seit mehreren Jahren in Griechenland gelebt und gearbeitet, aber sie haben jetzt keine Aufenthaltserlaubnis mehr, weil sie wegen der Wirtschaftskrise im letzten Jahr nicht genug Arbeit fanden, um die 250 Punkte bei der Sozialversicherung zu sammeln, die sie brauchen."

Unhaltbare Zustände

Die Immigranten im Nobelhaus sind längst zu einem Politikum geworden. Vor zwei Wochen hatten sie unterstützt von linken Aktivisten das Gebäude der Jus-Fakultät der Universität von Athen besetzt. Nach tagelangen Verhandlungen mit dem Staat zogen sie in das nahegelegene Haus in der Ipirou-Straße um. Es gehört Dinos Ratzounis, einem linken Intellektuellen und Unternehmer. Bis Ende dieser Woche will er die Flüchtlinge noch beherbergen.

Haltbar sind die Zustände im Flüchtlingshaus ohnehin nicht. Ein Teil der Immigranten lebt trotz der winterlichen Temperaturen in Zelten im Garten. Während der Regenfälle in den vergangenen Tagen wurden die Lager überschwemmt. Viele der Hungerstreikenden sind mittlerweile krank. Die griechische Regierung hätte die Flüchtlinge gern in das Gebäude eines früheren Flughafens am Rand von Athen geschafft. Sie fürchtet, dass das Haus in der Athener Innenstadt zum Brennpunkt einer Kampagne für und gegen die Immigranten in Griechenland wird. Es ist eine weitere Krise in der großen Flüchtlingskrise, mit der sich das Land abmüht.

Papoutsis, der Bürgerschutzminister, lehnte eine Legalisierung der Flüchtlinge ab. In einer Rede vor Polizisten sprach er dafür ein weiteres Mal von der "Bombe", die die Immigranten für die griechische Gesellschaft darstellten. (Markus Bernath, DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2011)

Kommentar posten
21 Postings
Jan Nesbeda
03

Jetzt könnten wir ja unsere Finanzhilfe um die Essenskosten kürzen, odr?

Mr. Smart
05

"...unterstützt von linken Aktivisten ....."

eine unpackbare seuche.

tramezzino
03
die griechische mentalität

haben´s aber schon intus ;-)

Alpha-Rüde
06
Man muss schon respektieren was sie wollen!

Und wenn sie hungern wollen, lasst sie doch hungern. Oder wollt ihr ihnen auch noch der Würde der eigenen Entscheidung nehmen?

Sun Zi der II
16
Jösa..keinen "Hacken" mehr!

Also Folter sind solche Artikel nur für mein "Flüchtlingsdramen" überreiztes Gemüt.

gez69
 
03

Geht mir ähnlich. Abgesehen davon ist der Artikel einer der am schlechtesten recherchierten seit langem.

zB 250 Punkte für die SV. Ist das viel oder wenig? Wieviele Punkte erhält man wenn man 1 Monat arbeitet?

Bitte mehr Fakten und weniger Tränendrüsenmassagen ...

BTW: Arbeitslose Einwanderer sind KEINE Flüchtlinge.

niewieder nett
 
10

warum lesen sie ihn dann UND posten auch noch?

tolito
 
00

1. stellt sich die frage, wie gut die recherche, bez. flüchtling oder nicht, in wirklichkeit war
2. sollte mann trotz allem die menschlichkeit und minimalbedürfnisse dieser bedauernswerten menschen nicht ausser acht lassen. mfg

Pessimist-Realist
 
314
Keine Flüchltinge, ihnen droht in der Heimat weder Tod noch Verfolgung.

Peter WI
34
so what??

in ~30 tagen löst sich das problem eh von selbst

Dirty Sanchez
 
00
Nein.

Mit Wasser und Zucker kann man erstaunlich lange durchhalten.

van.der.stiege
218
ohne frage grausam.

aber ja, wie schon im artikel hervorkommt handelt es sich um "normale arbeitskraftzuwanderung" und keine fluechtlinge die nach hause in den tod geschickt werden.

und so ganz nebenbei, selbst in den vielgepriesenen einwanderungsländern usa, kanada oder australien erlischt die aufenthaltsgenehmigung wenn man arbeitslos ist und sich nimmer selbst versorgen kann.

tramezzino
05

auch in den arabischen ländern ist das so. keine arbeit? heim nach pakistan.

beliar
24

und: angenommen sie arbeiten als gastarbeiter in den usa, canada oder australien. haben sich vielleicht dort eine existenz aufgebaut, hier in österreich keine mehr. was würden sie dazu sagen, wenn sie durch arbeitsplatzverlust ausgewiesen werden würden? vielleicht noch dazu ohne die chance sich einen neuen (arbeitsplatz ) zu suchen?

van.der.stiege
02
aber ist das nicht....

... "teil des deals"

das sind die bedingungen die mir vor der einreise / visumantrag / aufenthaltsgenehmigung vorgelegt und zu akzeptieren sind. natuerlich hofft man selbst nieeee davon betroffen zu sein und ja, es ist "unmenschlich" .... nur sind wegen der wirtschaftskrise auch andere personen und nationalitäten betroffen die leider hier im standard nicht erwähnt werden.

ps: googelns doch mal wieviele suedamerikaner japan aufgrund der wirtschaftskrise wieder "zurueckgeschickt" hat..... ist deren schicksal etwa weniger wert? ist deren situation nicht genauso "unmenschlich"? haben die sich weniger mitleid verdient??

fröhn
00
21.2.2011, 06:20

ja schon, aber nur, weil's anderswo auch unmenschlich zugeht, darf man's hier nicht mehr schlecht finden?

lieber gutmensch als ungutmensch!

jesus mohammed
12
Guten Anwalt suchen, der die Illegalität von USA, Kanada und Australien herausarbeitet.

Das Land ist gestohlen, also kann man nicht von den Dieben ausgewiesen werden. Aber wetten, daß die Behörden DANN dreist herausfinden, daß der Einwanderer keine Rechte hat, weil er sein Visum nicht im Reservat beantragt hat.

Optimistin1951
22

Ich habe ca. 30 Jahre lang in Deutschland gelebt und gearbeitet, davon etwa 20 Jahre lang vor dem Beitritt Österreichs zur EU.
Auch ich wäre, wenn ich mich nicht mehr versorgen hätte können und Sozialhilfe benötigt hätte, aus Deutschland ausgewiesen worden.

sartori
14
Wann soll denn das gewesen sein?

Seit 1969 gibt es nämlich ein Sozialhilfabkommen mit Deutschland: http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente... _258_0.pdf

Wahres Posting
 
723
Return to Sender

Diese selbsternannten "Flüchtlinge" können ja zurück in die Türkei gehen. Denn über die Türkei haben diese ja ganz bewusst GR angesteuert.

Die Türkei hat ein enormes Wirtschaftswachstum und braucht daher dringend Arbeiter. Die Türkei bezeichnet sich selbst als modernen, sicheren Staat der die Menschenrechte und auch Minderheiten achtet.

Daher ist die Türkei doch ideal für diese Flüchtlinge und soll diese versorgen und ihnen arbeit geben.

Dirty Sanchez
 
00
Die türkischen Ausländergesetze

sind erstaunlich streng. Die würden ruckzuck abgeschoben werden.

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