Feuerwehr statt Bundesheer

6. Februar 2011, 18:24
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Die Feuerwehr ist nicht nur wenns brennt schneller da

Bei Hochwasser wuchten sie den Fluten zentnerschwere Sandsäcke entgegen. Den Schneemassen trotzen sie heldenhaft mit einfachen Schaufeln. So wie sich Rot und Schwarz samt ihren Landeshauptleuten derzeit beim Herumdoktern an der Sicherheitsdoktrin gebärden, könnte man meinen, niemand sonst als das unerschrockene Bundesheer wagt es hierzulande, sich mit seinen Soldaten den Naturgewalten entgegenzustellen.

Die Realität sieht anders aus. Nicht nur, wenn's brennt, ist die Feuerwehr viel schneller da. Die Florianijünger verfügen auch über eine weit höhere Mobilisierungsstärke als das Militär. 275.000 Freiwillige sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche bereit, im Notfall auszurücken, nur 55.000 Mann beim Bundesheer - und an den Wochenenden braucht der Apparat, bis er überhaupt hochgefahren ist. Dazu sind die Feuerwehren für ihre Einsätze in fast allen Gemeinden mittlerweile technisch so hochgerüstet, dass sie vom windzerfetzten Dach bis zum überfluteten Keller dem beikommen, was Haus und Hof so bedroht.

Was spricht also dagegen, in der Doktrin das festzuschreiben, was Fakt ist: Dass die Feuerwehr der Bevölkerung Hilfe leistet, wenn Unheil dräut - und bei unbewältigbarem Aufwand Equipment des Bundesheeres samt Profis in Assistenz anzufordern ist? Dagegen spricht nur, dass das Bundesheer dann offiziell eine seiner wenigen Aufgaben verliert - und sich damit weiter marginalisiert. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2011)

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