Prozess gegen mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen

6. Februar 2011, 16:19
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Anschlag auf kanadische Ölfirma im April 2008

Sanaa - Vor einem Anti-Terror-Tribunal in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat am Sonntag der Prozess gegen zehn mutmaßliche Al-Kaida-Attentäter begonnen. Der Gruppe wird vorgeworfen, im April 2008 einen Anschlag auf das Büro der kanadischen Ölfirma Nexen in Sanaa begangen zu haben, wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt mitteilte. Bei dem Attentat hatte es keine Opfer gegeben. Darüber hinaus sollen die Männer Anschläge auf Armee und Sicherheitskräfte sowie auf eine Wechselstube begangen haben und zudem den Sohn eines Stammeschefs entführt haben.

Die Angeklagten im Alter zwischen 25 und 40 Jahren verweigerten bei der Anhörung die Aussage. "Das ist ein unrechtmäßiges Tribunal, das Ende des Regimes ist nahe", erklärte der Angeklagte Badr Ahmed Mohamed, der wie seine Mitangeklagten angab, während der Haft gefoltert worden zu sein. Den Richter bezeichnete er als "Agenten im Dienste der USA". Wegen des von den Beschuldigten im Saal ausgelösten Chaos' musste der Richter die Sitzung unterbrechen. Der Prozess sollte am Montag fortgesetzt werden. Die Angeklagten sollten dann getrennt und jeweils zu zweit in den Saal geführt werden.

Im Jemen sind derzeit mehrere Verfahren gegen mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder anhängig. Mit Unterstützung der USA hat sich das Land dem Kampf gegen das Terrornetzwerk von Osama bin Laden verschrieben, das im Jemen zunehmend aktiv ist. (APA)

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    Die Angeklagten bei ihrem Prozess in Sanaa.

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