Kubicas Zustand "generell viel besser"

6. Februar 2011, 12:07
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Formel-1-Pilot nach Unfall bei Rallye und künstlichem Koma kurzzeitig ansprechbar

Genua - Robert Kubica ist am Montag nach einem kurzen Aufwachen aus dem künstlichen Koma für mindestens 24 Stunden wieder ruhig gestellt worden. Das teilte sein Formel-1-Rennstall Lotus Renault mit. "Roberts genereller Zustand ist viel besser heute", hieß es in der Pressemitteilung, weitere Operationen seien aber möglich.

Mut für den weiteren Genesungsprozess

Kubica, der am Sonntag in Norditalien einen schweren Rallye-Unfall hatte, sei am Montag früh im Santa-Corona-Spital in Pietra Ligure von den Ärzten kurz aufgeweckt worden und habe mit seinen Verwandten sprechen können. Er habe die Finger bewegen können, "was für den weiteren Genesungsprozess Mut macht", schrieb das Formel-1-Team.

Chirurg Mario Igor Rossello habe keinerlei Schwellung oder Infektion am rechten Unterarm von Kubica ausmachen können. "Das ist ein weiteres gutes Zeichen", betonte Lotus Renault in seiner Mitteilung. Allerdings dauere es noch einige Tage, bis man wisse, ob der siebenstündige Eingriff mit insgesamt sieben Ärzten zu 100 Prozent erfolgreich war.

Kubica werde zur Vermeidung von physischem Stress unter leichte Medikation gestellt, so dass er mindestens 24 Stunden schlafe. In der Zwischenzeit wollen die Mediziner entscheiden, wie sie die Ellbogen- und Schulterfrakturen des 26-jährigen Polen behandeln. Sollte ein weiterer chirurgischer Eingriff notwendig sein, werde dieser aber nicht in den nächsten Tagen erfolgen.

Gegen die Mauer einer kleinen Kirche

Kubica hatte von Renault erstmals die Erlaubnis für einen Rallye-Start im Auto eines anderen Herstellers bekommen. Nach dem Unfall, bei dem er mit einem Skoda Fabia bei der Ronde di Andora von der Piste abkam und in der Gemeinde San Lorenzo in der Nähe von Genua gegen die Mauer einer kleinen Kirche prallte, wurde der Pole von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit und sofort per Hubschrauber ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Beifahrer Jakub Gerber blieb unverletzt und kletterte sofort aus dem Wrack.

Renault-Teamchef Eric Bouillier kündigte an, zusammen mit Kubicas Teamkollegen Witali Petrow am Dienstag nach Italien zu fliegen und seinen schwer verunglückten Fahrer zu besuchen. "Er soll wissen, dass wir ungeduldig auf seine Rückkehr warten", sagte Bouiller, der sich aber trotz aller Treueschwüre für die am 13. März in Bahrain beginnende Saison kurzfristig nach einem zweiten Fahrer umsehen muss. Als Ersatzfahrer stehen der Franzose Romain Grosjean und der Brasilianer Bruno Senna zur Verfügung. Auch Nick Heidfeld ist im Gespräch.

Für Kubica, der nach seiner Bestzeit bei den ersten Testfahrten in Valencia als Geheimtipp für die kommende Formel-1-Saison galt und zuletzt immer wieder mit Ferrari in Verbindung gebracht wurde, war es bereits der dritte schwere Unfall seines Lebens. 2007 beim Grand Prix in Montreal stockte den Zuschauern der Atem, als sein Sauber-BMW abhob und sich mehrfach überschlug, der 26-Jährige überstand den schlimmen Crash aber nahezu unverletzt. Bei einem Unfall im Straßenverkehr 2003 erlitt er einen Armbruch.(sid)

  • On-Board-Kamera des nachfolgenden Autos.

  • Robert Kubica...
    foto: epa/manuel bruque

    Robert Kubica...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    ...und sein zerstörter Bolide. Man könnte meinen, es ist ein Wunder, dass er das überlebt hat.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hier der Wahnsinn aus der Frontansicht.

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