Sultan von Oman könnte vermitteln

6. Februar 2011, 11:22
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Bot erfolgreicher Vermittler dem bedrängten Präsidenten Asyl an? - Westerwelle stellt Hilfe bei Demokratisierung in Aussicht

Kairo/München (APA/dpa) - Sultan Kabus, der Herrscher des Oman, hat am Sonntag einen Gesandten mit einer Botschaft zu Ägyptens Präsident Husni Mubarak geschickt. Das meldeten Beobachter am Flughafen Kairo. Über den Inhalt des Schreibens wurde zunächst nichts bekannt.

Unabhängige Beobachter spekulierten, dass der Sultan, der schon in anderen regionalen Krisen mehrfach erfolgreich als neutraler Vermittler aufgetreten war, der Familie Mubarak eine neue Heimat in seinem Land angeboten haben könnte. Ali Salim al-Beidh, dessen Anhänger im Jemen einen Sezessionskrieg verloren hatten, fand im Oman Asyl. Im vergangenen Jahr erreichte der Sultan die Freilassung der US-Bürgerin Sarah Shourd aus iranischer Haft.

Die staatlichen ägyptischen Medien meldeten lediglich, dass der Gesandte für einige Stunden nach Kairo gekommen sei und Mubarak getroffen habe. Die anderen arabischen Herrscher haben sich seit einigen Tagen bedeckt gehalten und jeden öffentlichen Kontakt mit Mubarak gemieden. Zu Beginn des Aufstandes hatten sich der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi und König Abdullah von Saudi-Arabien noch auf seine Seite gestellt.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat den Ägyptern indes Unterstützung beim politischen Umbruch angeboten, etwa bei Wahlen und dem Aufbau der Justiz. "Wir wollen, wenn dieser Weg in Richtung Demokratie stattfindet, natürlich auch handfest dabei sein", sagte Westerwelle am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Bei der Suche nach einem Nachfolger für den vor der Ablösung stehenden Präsidenten Hosni Mubarak müssten sich andere Staaten allerdings heraushalten. "Es ist eine Angelegenheit des ägyptischen Volkes selbst. Das ägyptische Volk entscheidet, wer es regiert."

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon pochte auf einen gewaltfreien Neuanfang in Ägypten. "Wir wollen, dass der Übergangsprozess in einer geordneten und friedlichen Art und Weise vonstatten geht - ohne dass es irgendwelche negativen Auswirkungen auf Frieden und Stabilität in dieser Region gibt", sagte Ban am Sonntag zum Abschluss seines Deutschland-Aufenthalts in München. Auch er wollte sich nicht, ob Mubarak schnell seinen Posten räumen oder beim Übergangsprozess noch eine zentrale Rolle spielen sollte.

Ban rief die Führer anderer Staaten auf, Lehren aus den dramatischen Entwicklungen in Ägypten zu ziehen. "Das ist eine gute Lehrstunde", sagte er. Regierungen sollten auf die eigenen Bürger hören und auf deren Bedürfnisse eingehen - und zwar rechtzeitig, bevor es zu Massendemonstrationen wie zuletzt in Ägypten komme, fügte Ban hinzu.

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