Der neue Sieger Schörg­hofer und das alte Pech

6. Februar 2011, 10:51
70 Postings

Die WM-Generalprobe in Hinterstoder wäre für Österreichs Herren sehr gut verlaufen, wäre da nicht dieser Unstern des Teams

Hinterstoder - Eigentlich war es ja ein sehr schönes Wochenende für die österreichischen Ski-Herren. Am Samstag gab es im Super-G einen Doppelsieg - Hannes Reichelt gewann vor Benjamin Raich. Am Sonntag holte sich dann Philipp Schörghofer den Riesentorlauf und damit seinen ersten Weltcupsieg. Viel besser kann eine Generalprobe nicht laufen. Eigentlich.

Aber das ist natürlich nur der äußere Schein. Hinter dem leuchtete auch im heimatlichen Hinterstoder der heurige Unstern. Im ersten Durchgang stürzte der mit Startnummer zwei ins Rennen gegangene Marcel Hirscher. Der 21-jährige Techniker zog sich dabei einen Bruch des Kahnbeins im linken Fuß zu und muss voraussichtlich sechs bis acht Wochen pausieren. Nach Hans Grugger, Mario Scheiber und Georg Streitberger ist das der vierte Ausfall innerhalb kurzer Zeit.

Hirscher - ein WM-Fixstarter - hoffte nach seinem Sturz noch auf eine Bänderverletzung. Bis jetzt, so Hirscher, habe er bei seinen Stürzen immer Glück gehabt. Diesmal nicht, wie eine Untersuchung im Salzburger Krankenhaus ergab.

Während Marcel Hirscher sich dort noch halbwegs zwischen WM-bezüglichem Hoffen und Bangen bewegte, schrieb sich mit Philipp Schörghofer ein Neuer in die Siegerliste ein. Der 28-jährige Salzburger gewann vor dem norwegischen Halbzeit-Führenden Kjetil Jansrud und dem Schweizer Gesamt-Weltcup-Sieger Carlo Janka. Hannes Reichelt, der Sieger vom Samstag, wurde Vierter.

"Endlich ist es passiert, es läuft für mich im Riesentorlauf super", jubilierte Schörghofer, der in dieser Saison in den internen Zeitläufen stets zu den Schnellsten zählte. "Dass ich es draufhabe, habe ich immer gewusst. Der Sieg hätte schon in den vorherigen Riesentorläufen dieser Saison passieren können."

Schörghofer darf sich damit wohl als gesetzt fühlen für den WM-Riesentorlauf in Garmisch. Dafür spricht jedenfalls nicht nur der sonntägige Sieg, sondern auch sein bis dahin bestes Weltcup-Ergebnis. Im Vorjahr wurde er beim Finale im März Dritter, und dieses Finale ging in Garmisch-Partenkirchen über die Bühne.

Unbedankt

Samstagsieger Hannes Reichelt, als Vierter traditionsgemäß eher unbedankt, glaubt ebenfalls an eine WM-Chance im Riesentorlauf. Zwar sei die Aufstellung klarerweise "Sache der Trainer", denen gibt er aber nach seinem Sieg im Super-G schon auch zu bedenken: "Ich habe auf jeden Fall auch im Riesentorlauf ein kräftiges Lebenszeichen abgegeben. Endlich habe ich auch im Rennen gezeigt, was mir im Training schon öfters gelungen ist." Als weniger gelungen darf der Auftritt des Benjamin Raich beurteilt werden. Nach einem Patzer im zweiten Lauf landete er auf Rang 27, darf aber - davon ist auszugehen - mit einem Antreten in Garmisch rechnen.

Dort hat man mit dem Frühling zu kämpfen. Aber, beruhigt Streckenchef Heinz Mohr, "solange es, wie vorhergesagt, in der Nacht friert, werden wir keine Probleme bekommen". (APA, red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Philipp Schörghofer erfüllt sich einen Traum: Weltcup-Sieg beim Rennen in Hinterstoder.

Share if you care.