Champagner im Schutzhaus

15. März 2011, 16:36
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    Geht ohne Fleisch: Schafkäse und Salat im Schutzhaus am Schafberg

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    Geht eher nicht ohne Fleisch: Beef Tatare (in größenmäßig etwas verharmlosender Perspektive)

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    Geht ohne Fleisch, aber besser mit: Ravioli mit Zucchini auf Rucola

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    Geht auch mit Fleischsaft: Wildschwein-Grammelknödel

Mögen auf dem Schafberg Snapper und Garnele heiraten, der Fidler versucht die Grammelknödel vom Wildschwein

Hinten, im Nebenzimmer, feiert eine gewaltige Vorstadtseniorinnenrunde Geburtstag. Gleich daneben bullert der Kaminofen. Da lässt sich einen Tisch weiter locker auch im frischesten Februar strumpffrei in High Heels und Leggins oder blauem Karohemd fröhlich vorglühen für den Samstagabend. 

Panoramafototapete

Womöglich fürs Palais Eschenbach, wo die Betreiber des noch relativ neuen Schutzhauses auf dem Schafberg schon vor der Vorstadthüttenrenovierung veranstalteten. Drunten, in der Stadt, jedenfalls. Auf die hat man von hier einen wunderschönen Blick, wenn auch vom Schutzhüttengastgarten nur als Panoramafototapete - hier geht man also sympathisch selbstironisch mit kleinen baulich-strategischen Schwächen der Vorpächter um.

Nun ist der neue Betrieb im Schutzhaus am Schafberg nicht mehr ganz neu, zugegeben, aber den Neuigkeitswert von Wirtschaften überlässt Schmeck's ohnehin den Profis. Und wenn mit dem Jahr auch Fidlers Fastenzeit beginnt, die sich natürlich nicht aufs Essen bezieht, fährt sich's auch viel ungenierter in entlegenere Gegenden, die mit öffentlichen, also achtelkompatiblen Verkehrsmitteln eher nicht so lässig erreichbar sind. Ab in die Vorstadt!

Wo Snapper und Garnele heiraten

Profigastrokritiker empfehlen hier etwa die kraftvolle Suppe um die handgeformten Leberknödel, das sämige Gulasch, das formidable Reisfleisch, den feinen Zwiebelrostbraten. Umso überraschter war ich von Kartenpositionen wie "Hochzeit von gegrilltem Snapper und Garnele" und gegrillte Scampi, andererseits gehören die natürlich längst zu den Klassikern der Landwirtshausküche, die ein bisschen weltmännische Abwechslung ins Land- oder Vorstadtleben bringen wollen. So reist auch mal ein Hummer auf die Alm, ein Scampo ins Kamptal oder eine Garnele nach Hernals.

Ich nehme den Fidlerschen Mittelweg, kein Golasch, wie die Oma sagte und machte, kein Leberknödel, aber auch kein Snapper. Wo ich gerade mindestens eine Woche kein Fleisch zu mir genommen hab: Beef Tatare, passt ohnehin zu meiner rohen Art. Wie auch jene Lebewesen, deren Fett meine darauf folgenden Knödel füllte: Wildschweingrammelknödel.

Wild im Wald

Beginnen wir im Inneren: die Grammeln erfreulich-knackig, ob das Schwein wild im Wald oder Stubenhocker war, lässt sich in diesem Aggregatzustand nur noch schwer feststellen. Der Teig rundum kein Grund zum Meckern, etwas stärker vielleicht, als die Connaisseure mögen, aber ich hab's ja gern ein bisschen dicker. Das Krautbett gemütlich.

Nur zwischen all den erwartbaren Komponenten wunderte mich ein bisschen die dunkle, dicke, kräftige und salzigbetonte, wohl  wildschweinische Sauce. Natürlich hätte ich damit rechnen können, wenn ich in der Karte "mit Bratensaft'l" beachtet hätte. Und sicht, dass sie schlecht gewesen wär, sie überraschte in dieser Versuchsanordnung nur ein wenig, und sie dominierte mir ein bisschen zu sehr die ganze Vorstellung. Das Tatare davor übrigens umso dezenter, die Schärfe sollte ich wohl mit der kleinen roten Schote selbst ins Spiel bringen, hab ich aber ausgelassen.

Fleisch bringts bisweilen doch

Den Salat mit dem Schafkäse gibt es auch ohne Schinken, die hausgemachten Schutzhausravioli, gefüllt mit Zucchini, gefüllt und gebettet auf Rucola wiederum bietet die Karte auch ohne den Tiroler Rauchschinken an. Sagen wir so: Die Vermutung liegt nahe, dass sie mit den Fleischkomponenten etwas interessanter daherkommen und auch auf diese Variante der Ganzheitlichkeit ausgerichtet sind. So hielt sich die Spannung in Grenzen, befundet die Vegetarierin. Gut, sie hätt ja auch mit Tier ordern können. Wo der Berg schon eines im Namen trägt.

A propos Tier und Schafberg: Wenn Sie a) kein Problem mit Raucherlokalen haben und b) einmal ordentlich Fleisch einnehmen wollen: Ordern Sie (am besten vor und mit ein paar hungrigen Freunden) den balkanischen Fleischtopf im Café Restaurant am Schafberg (Czartoryskigasse 55). Liegt auf dem Weg vom Schafberg ins Tal. Falls Sie - was selbst ich allerdings für unwahrscheinlich halte - hungrig vom Schutzhaus zurückkehren sollten.

 

 

Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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bb b
00
Oiso

ich bin sicher kein Restaurantkritiker, aber war jetzt binnen Wochenfrist 2x bei denen Futtern. Angenehm lockere Atmosphäre, aufmerksame Bedienung und ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis.
Musik war am Sonntag a bisserl monoton, und bei der telefonischen Tischreservierung war der Mitarbeiter ziemlich abwesend. Ansonten hat alles super geklappt. Im Sommer wird das eine super After-Schafbergbad-Location.

brennessel
02
16.3.2011, 11:09

Standard-Werbeeinblendung unterm Artikel:
"Hummer Gebrauchtwagen..." ;-)

alidi
00
16.3.2011, 09:33

Der Schafberg von welchem hier die Rede ist, liegt im 18. Bezirk.

Christ Kind
01
16.3.2011, 13:44
sicher

zuagrast.

crème brûlée
01
16.3.2011, 09:37

der schafberg liegt schwischen neuwaldegg (17.) und pötzleinsdorf (18.).
das schutzhaus ist im 17., laut HP

crème brûlée
00
16.3.2011, 09:40

korr. ZWischen

U-Bahn Steuer
03
16.3.2011, 12:41

klingt ein bisserl nach restfett'n

:-)

und ewig hirschet dem troll
00
17.3.2011, 02:15
's liegen ja auch

ein paar lokale zum einkehren am weg vom schafberg in den 18.

Lappe ohne Rentier
11
16.3.2011, 09:30
Eigenartig!!!

Wusste nicht, dass die Schaffbegbahn auch im Winter fährt...

Herzelichst
Ihr Lappe

Kra Wuzikabuzi
21
16.3.2011, 08:37
nach tv-berichten der letzten tage

sind in unseren breiten so gut wie alle wildschweine seit tschernobyl extrem verstrahlt und gehen direkt zum sondermüll, weil sie hochverstrahlte pilze und trüffel fressen.

kuchlmensch
01
22.3.2011, 14:29
Uralt

Ein Wildschwein, dass noch Tschernobyl erlebt hat, ghört wirklich zum Sondermuell.....

florian holzer2
00
17.3.2011, 13:23

welches tv pflegen sie denn zu sehen, wenn ich so fragen darf?

Frau Holler
00
16.3.2011, 16:11
hilfe!

ich hab auch urviel tv gesehen in den vergangenen tagen! bin ich jetzt auch verstrahlt?

tramezzino
00
16.3.2011, 13:50

bledsinn.

1816/55
03
22.3.2011, 18:52

Würd ich nicht sagen. Ich hab auf der Uni eine Probe Wildschweinfleisch zum Eichen meines Gamma-Spektrometers verwendet. Hatte einen wunderschönen Cs137-Peak, schöner als jeder Standard ;-)

Admiralarzt Prosper Alpinus
25
15.3.2011, 22:18

Ich biete an, die Homepage (v.a. die Speisekarte) zu lektorieren.
Für jeden unstrittigen Fehler nehme ich 15,- EUR zzgl. USt.

Die können ja nicht einmal "Frittaten".... ^^

Robert Meiersfelder
 
14
16.3.2011, 15:31
Solangs schmeckt koennens sas schreiben wies

wollen - nix is egaler.

Der einzige Sinn von reden und schreiben is Verstaendigung und so lang ich versteh das ich da in lange Wuzel geschnittene Palatschinken in echter Rindsuppe bekomm bin ichs zufrieden.

Packlzeugs in Chemiebruehe schmeckt auch richtig geschrieben nix - gar nix

gou gai
00
16.3.2011, 18:05

Wenn wir alle so dächten wie Sie würden wir uns aber nicht mehr verstehen.

brennessel
00
16.3.2011, 11:09

Da kommt schon einigs z'samm:

Der "Schafbergssalat".
Den Herbstsalat gibt es mit "wichem Brie".

Und bei warmen "Toastecken" habe ich auch so meine Zweifel ob der richtigen Schreibweise - vor allem da die "Sacher-Würstel" sehr wohl einen Bindestrich verpaßt bekommen.

Und warum wird beim Zwiebelrostbraten, das Beiried unter Zwiebelringen, Salzgurke und Braterdäpfel versteckt?

;-)

Freu mich trotzdem schon auf meinen nächsten Besuch im Schutzhaus.
Wobei die Wildschweingrammelknödel leider nicht mehr auf der Karte stehen...

Sobras1
01
15.3.2011, 22:05

einfach dem Link unter dem ersten Foto folgen und schon ist man in 1170 Wien

Dhimmi
01
16.3.2011, 07:50
Ein ganz ein Linker, der Fidler

Admiralarzt Prosper Alpinus
00
15.3.2011, 21:04

Liegt der Schafberg eigentlich in Salzburg oder schon in OÖ?

Seppovic
01
16.3.2011, 08:53
OÖ natürlich,

wenns umewondern zur Brennerin wirds sche longsom a bissl Soizburgisch...sche longsom.

Sobieski
00
15.3.2011, 21:23

nein, graz umgebung

Lappe ohne Rentier
03
16.3.2011, 09:35
Da habe Sie völlig recht!

Für Grazer ist alles, was nicht in Graz selbst liegt, in Graz-Umgebung situiert.

Herzelichst
Ihr Lappe

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