Neuer Start-Vertrag in Kraft

6. Februar 2011, 18:42

Raketenabwehrsystem schürt weiter Misstrauen

Diesmal hatten beide gut lachen. US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow schüttelten einander die Hände, hielten die Verträge in die Kameras und fanden nur Lob füreinander. München, Samstag, 14 Uhr: Das neue Start-Abkommen ist mit dem Austausch der ratifizierten Verträge in Kraft getreten.

Vor zwei Jahren hat Clinton Lawrow in Genf einen roten "Reset"-Knopf übergeben, der Symbol für den Neustart der Beziehungen hätte sein sollen. Die Amerikaner allerdings vertaten sich bei der Übersetzung und schrieben das russische Wort für "überlastet" auf den Button. Eine peinliche Panne. "Aber wichtig ist", sagte Clinton nun in München, "dass dem Taten gefolgt sind."

Die USA und Russland verpflichten sich im "Strategic Arms Reduction Treaty" , binnen sieben Jahren die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf 1550 und ihre Trägersysteme (Bomber und Langstreckenraketen) auf 700 zu begrenzen. Binnen 45 Tagen nach Inkrafttreten müssen detaillierte Dokumentationen der Arsenale ausgetauscht werden, binnen 60 Tagen sollen gegenseitige Inspektionen aufgenommen werden.

Besonders Letzteres galt in München als dringend erforderliche vertrauensbildende Maßnahme. Denn Differenzen wurden immer noch deutlich - auch wenn Lawrow erklärte, man sei beim Nato-Gipfel in Lissabon "von der Logik der negativen gemeinsamen Abhängigkeit zur Logik der positiven gemeinsamen Abhängigkeit übergegangen" .

Die Verhandlungen über konventionelle Abrüstung in Europa stecken fest. Und Ansichten über ein Raketenabwehrsystem für Europa gehen auseinander. Lawrow: "Das ist ein Test für die Aufrichtigkeit der neuen Beziehungen." Russland befürchtet, dass sich Abfangraketen gegen Russland und nicht gegen Bedrohungen aus dem Iran richten. Clinton stellte klar, dass sich die USA sich bei den Raketenabwehr-Plänen von niemandem einschränken lassen wollen: "Wir werden alles dafür tun, die USA und die Verbündeten vor Angriffen zu schützen." (pra /DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2011)

Commander Tomalak
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nato

1550 Gefechtsköpfe auf US oder NATO Seite?
Vermutlich 1550 US plus x UK plus x Frankreich gegen 1550 Russische.
Nicht das UK und Frankreich das Kraut fett machen.
Aber von hleich vielen Sprengköpfen je Seite zu sprechen ist nicht ganz richtig.

rubbberduck
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bei den russen muss man dann aber auch die chinesischen sprengköpfe hinzurechnen.

der vertrag wurde zwischen den usa und russland abgeschlossen, damit gelten die beschränkungen nur für die usa und russland.

tramtatam
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passt auch nicht: China dürfte an Atomwaffen etwa halb so viel wie GB / UK zusammen haben.

Commander Tomalak
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stimmt schon

Aber die Chinesen sind nicht bündisverpflichtet mit Russland. Trotz Zusammenarbeit noch weit von Beistandspflicht weg. So wie auch Inden mit den USA keine Bündnispflicht hat. Auch wenn sie hier und da zusammenarbeiten. Aber UK und Frankreich haben bündnispflicht. Und der Raketenabwehrschirm stört ja auch das Gleichgewicht ein wenig. Nicht wegen der Abwehr. Das juckt die Russen nicht. Es ist vielmehr so das es die erste US Raketenbasis in Zentraleuropa wäre. Und von solchen Basen kann man ja auch Raketen offensiv abfeuern. Ja nur eine Frage der Einstellung. Vorwarnzeit hätten die Russen da keine. Und das juckt die natürlich schon. So gesehen ist es gut das der START Vertrag in Kraft geht. Das deeskaliert das ganze Gesamtpaket etwas.

Andreas S.
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'erste raketenbasis' nein, in den 80er jahren gab es etwa tausend us-atomraketen in europa (in .de etwa 200 (MRBM und CM))

Dann kam die doppel null-loesung, der groesste erfolg der friedensbewegung ever, der INF vertrag (detail siehe wikipedia), der gilt jetzt seit ueber 20 jahren. Da haben die USA und die UdSSR beschlossen alle atom waffen zw 500 und 5000km reichweite zu zerstoeren.

Mit Inspektionen und ueberwachung etc. (der START vertrag folgt diesem erprobten und bewaehrtem beispiel)

Fuer angriffe mit kurzer vorwarnzeit haben beide seiten doch ihre uboote.

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