Coach Bielsa hat genug

5. Februar 2011, 14:33
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Chilenischer Nationalteamtrainer tritt nach Differenzen mit Verbands­chef Sergio Jadue zurück

Santiago de Chile - Der populäre argentinische Trainer der chilenischen Fußballnationalmannschaft, Marcelo Bielsa, hat am Freitag nach monatelangem Hin und Her nun doch seinen Hut genommen. Der Grund seines Rücktritts sei das Vorgehen von Sergio Jadue, dem Präsidenten des nationalen Fußballverbandes (ANFP), sagte Bielsa bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Santiago. Jadue hatte nur zwei Tage zuvor mitgeteilt, Bielsa werde sein Amt weiter ausüben, weil er eine Frist zur Kündigung habe verstreichen lassen.

Bielsa beklagte sich bitterlich über Jadue. Dieser habe öffentlich gelogen, als er behauptet habe, er, Bielsa, habe dafür gesorgt, dass ein mit Paraguay geplantes Freundschaftsspiel abgesagt wurde. Falsch sei auch, er habe Bedingungen für eine weitere Trainertätigkeit gestellt. Außerdem habe Jadue öffentlich gemacht, dass der Nationaltrainer über zwei Millionen Dollar (1,47 Mio. Euro) pro Jahr verdient habe.

Zugleich warf Bielsa dem Verbandspräsidenten vor, dieser habe seine Mitarbeiter schlecht behandelt. Die Fans demonstrierten unterdessen vor dem Gebäude, in dem die Pressekonferenz stattfand, für eine Weiterbeschäftigung Bielsas.

Dessen Rücktritt war bereits im vergangenen Jahr erwartet worden, als der gebürtige Spanier Jorge Segovia im November zum neuen Verbandspräsidenten gewählt wurde. Damals kündigte Bielsa an, er werde nicht unter Segovia arbeiten. Segovia bekam zwar die absolute Mehrheit, musste wegen eines Verstoßes gegen die Statuten aber den Weg zu Neuwahlen freimachen. Doch auch zu der neuen Führungsspitze um Sergio Jadue konnte Bielsa kein Vertrauen fassen, zumal diese auch den Einfluss der größten Klubs Chiles in seine Arbeit nicht zu begrenzen versuchte.

Bielsa war dreieinhalb Jahre für die chilenische Nationalmannschaft verantwortlich und hatte sie bei der WM in Südafrika bis ins Achtelfinale geführt, für Chile der größte Erfolg seit langem. (APA/dpa/Reuters/sid)

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    Nach dem Erfolg in Südafrika ist die Zusammenarbeit zwischen Bielsa und Chile beendet.

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