Zum Kentern verurteilt

4. Februar 2011, 18:20
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Die vier Pärchen mussten etwa in kleinen Bötchen im Meer um die Wette rudern - Wie aufregend!

"Im Seichten kann man nicht ertrinken", hat der frühere RTL-Chef Helmut Thoma mit Blick auf das Programm seines Senders einmal gesagt. Oh doch, man kann. Das beweist die ARD mit ihrer neuen Show Das Hochzeitsschiff, moderiert von Kim Fisher.

Am Donnerstag um 20.15 Uhr stach das Schiff in See, und ungefähr drei Minuten lang hatte dies auch sein Gutes. Man fühlte sich gleich um einiges jünger. Denn viele Jahre ist es her, dass Linda de Mol für RTL zur Traumhochzeit rief.

Die Sendung, bei der heiratswillige Paare gegeneinander spielen und ein Paar dann im TV heiratet, lief 92-mal. Im Jahr 2000 wurde sie abgesetzt, was keinen größeren Schaden verursachte. Völlig unverständlich also, warum die ARD elf Jahre später einen Aufguss bringt.

Diesmal kämpften vier Paare um die Hochzeit an Bord eines Luxusliners. Der schipperte im Mittelmeerraum herum, bei jeder Station waren Wettbewerbe zu absolvieren.

Die vier Pärchen mussten etwa in kleinen Bötchen im Meer um die Wette rudern. Wie aufregend! Gut, man erwartet ja nicht, dass Kandidaten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezwungen werden, Känguruhoden zu essen und in Haifischbecken zu tauchen - aber ein bisserl spannender hätt' es schon sein dürfen.

Dann wurde Tintenfischsoße gekocht. Leider hat sich bis zur ARD noch nicht durchgesprochen, dass auch das den TV-Zuseher kaum fesselt. Er riecht und schmeckt das Zeug ja nicht, darum aber ging es.

Am Schluss heirateten zwei der acht hölzernen Teilnehmer, eh klar. Es war zum Weinen. Aber nur mit einem Auge, das andere suchte verzweifelt den Rettungsring und fand ihn in Form der Fernbedienung. (Birgit Baumann, DER STANDARD; Printausgabe, 5./6.2.2011)

  • Moderatorin Kim Fisher.
    foto: ard

    Moderatorin Kim Fisher.

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