Hartmann pushte die Auslastung

4. Februar 2011, 18:00
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Der Konzern musste 2009/10 einen Jahresfehlbetrag von 5,14 Millionen Euro verbuchen

Wien - Im Herbst 2008 hatten die Bundestheater 10,29 Millionen Euro auf der hohen Kante, dann folgten zwei Saisonen mit negativen Ergebnissen. 2008/09 musste man einen Fehlbetrag von 1,2 Millionen Euro verbuchen, 2009/10 machte dieser sogar 5,14 Millionen aus. Das Burgtheater bilanzierte ausgeglichen, die von Josef Kirchberger geleitete "Art for Art"- Servicegesellschaft erwirtschaftete 738.000 Euro Gewinn, die Staatsoper weist einen Verlust von 5,14 Millionen aus, die Volksoper einen von 265.000 Euro. Die Reserve insgesamt ist daher auf 4,09 Millionen geschrumpft.

Diese und andere Zahlen präsentierte Georg Springer, Chef der Bundestheater-Holding, bei seiner Pressekonferenz am Freitag. Angst müsse man aber keine haben, meinte er verschnupft: "Den Bundestheatern geht es besser als mir." Denn seit 2007 wird der Konzern von Wirtschaftsprüfern auf Herz und Nieren geprüft. Die Endergebnisse würden zwar erst Mitte März vorliegen, doch der Patient hätte "alle Fitness-Tests hervorragend bestanden".

Die Staatsoper blieb in Ioan Holenders letzter Saison stabil auf höchstem Niveau: Die Auslastung betrug 97,47 Prozent, der Eigendeckungsgrad exzellente 43 Prozent. Nachfolger Dominique Meyer dürfte diese Zahlen aber sogar noch toppen: Im ersten Halbjahr (1. September 2010 bis 1. Februar) kam er auf 98,36 Prozent!

Die Volksoper befindet sich nach Robert Meyers "Raketenstart" 2007/08 im sanften Sinkflug: Die Auslastung fiel kontinuierlich von 85,77 Prozent auf 83,30 bzw. 82,38 und aktuell 81,98 Prozent. Dennoch ist Springer weiterhin hoch zufrieden.

Ein fulminanter Start gelang aber auch jüngst Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann: In seiner ersten Saison pushte er den Eigendeckungsgrad von 18 auf 31 Prozent, die Auslastung stieg von 79,88 auf 88,20 Prozent; derzeit liegt sie bei 87,50 Prozent.

Die Hoffnung auf eine weitere Erhöhung der Basisabgeltung in den nächsten zwei Jahren hat Springer bereits aufgegeben. Aufgrund rigider Planungskriterien, stark angehobener Einnahmenlimits und den Reserven von "Art for Art" sei man aber zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr ausgeglichen bilanzieren zu können.

Ob sein bis August 2012 laufenden Vertrag noch einmal verlängert wird, sei bisher kein Thema gewesen, sagte Springer. (Thomas Trenkler, DER STANDARD - Printausgabe, 5./6. Februar 2011)

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