Nachlese

Amr Mussa und "Rat der Weisen" suchen Ausweg

4. Februar 2011, 17:48

Kompromissvorschlag: Mubarak soll Amtsgeschäfte an Vize Suleiman übergeben

Kairo - In Ägypten suchen angesehene Persönlichkeiten einen Ausweg aus dem Patt zwischen dem Regime von Präsident Hosni Mubarak und den seit Tagen demonstrierenden Oppositionellen. So traf sich der langjährige Ex-Außenminister und Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, mit einer Gruppe, die sich "Rat der Weisen" nennt. Dieser übermittelte dem Büro von Vizepräsident Omar Suleiman einen Kompromissvorschlag, wonach Präsident Mubarak zwar bis September formell im Amt bleiben solle, die Amtsgeschäfte aber im Wesentlichen an seinen Stellvertreter übergibt.

Dem "Rat der Weisen" gehören der christliche Milliardär Naguib Sawiris, der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Menschenrechtskommission, Ahmed Kamal Aboul Magd, sowie der Publizist Salama Ahmed Salama an.

Sprecher für Protestbewegung gesucht

Nach einem Bericht des TV-Senders "Al Arabiya" hat Vizepräsident Suleiman bereits auf den Vorschlag des Weisenrates geantwortet. Zum Inhalt der Antwort wurden jedoch keine Angaben gemacht. Außerdem forderte der "Rat der Weisen" die Jugendprotestbewegung auf, Vertreter zu ernennen, die an Verhandlungen über einen friedlichen Machtwechsel beteiligt werden sollten.

Aus Kreisen der Arabischen Liga hieß es, Mussa sei bereit, zwischen den jugendlichen Demonstranten und der Regierung zu vermitteln. Dies schließe aber nicht unbedingt Gespräche mit etablierten Oppositionsgruppen wie etwa der Wafd-Partei oder der Muslimbruderschaft ein. Die Regierung sei auf sein Vermittlungsangebot bisher nicht eingegangen, während sich die jungen Demonstranten, mit denen Mussa am Freitag auf dem Tahrir-Platz sprach, sehr aufgeschlossen gezeigt hätten.

Hinter den Kulissen verlautete bei der Liga, in der ägyptischen Führung gebe es offensichtlich einige Kräfte, die Mussa nicht dabeihaben wollten. Denn Mussa sei sehr populär und werde als möglicher Nachfolger von Mubarak gehandelt, was einigen Regime-Anhängern, die selbst Interesse an diesem Amt hätten, nicht passe. "Die Regierung wird sich deshalb erst dann an Mussa wenden, wenn sie das Gefühl hat, dass es gar keinen anderen Ausweg mehr gibt", sagte ein Vertrauter Mussas.

Mussa hatte zuvor in einem Interview mit einem französischen Radiosender auf die Frage, ob er für das Amt des Präsidenten kandidieren wolle, gesagt: "Warum sollte ich Nein sagen?" Er gilt als scharfer Kritiker der israelischen Politik. Als der frühere ägyptische Außenminister 2001 den als schwierig geltenden Posten als Chef der Arabischen Liga annahm, hieß es in Kairo, Mubarak habe Mussa "weggelobt".

Der Minister sei ihm zu populär geworden, weshalb er ihn zunehmend als Konkurrenten empfunden habe. Unabhängige Beobachter vermuten, dass Mussa nun auch deshalb so vorsichtig agiert, damit er hinterher nicht mit leeren Händen dasteht und sowohl die Aussichten auf das Präsidentenamt als auch seinen Posten bei der Liga verliert - dieser sollte demnächst neu besetzt werden. (APA/dpa)

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10 Postings
Ahmed Ibrahim
00
sogar hat Elbaradei Bewegung einen Kompromiss angeboten

nämlich die Möglichkeit, dass Mubarakamtgeschäfte an seinen Vize übergeben werden. Dieser Vorschlag ist auch abgelehnt, weil Ägypten seit 25.01 weder Präsident noch Vize-Präsident hat. wer will das hören soll z.B. zu Tahrir-platz gegehen.

Ahmed Ibrahim
00
Man sagte seit gestern dem Standard,

dass der Rat von Weisen (richtig: von Behinderter) einen vergeblichen Versuch des gefallen Regimes ist, um mit einer hermeneutischen Weise über die Volksrevolution zu springen. dieser Rat ist mit der Realität kronfrontiert, dass er vom jugend abgelehnt ist.

orang orang
02
Der Geheimdienstchef

des Regimes soll jetzt der Heilbringer sein?
Nimmt man die Anliegen der Bevölkerung noch immer nicht ernst, ignoranter geht es wohl nicht mehr.
Dieser Weg soll Stabilität schaffen? Das Gegenteil ist der Fall, es sollten sich schleunigst die ganzen
Weis(s)en einen anderen Weg einfallen lassen.
Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben - trifft auch auf uns zu.

joesixpack
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Der Bombenanschlag auf Suleiman

... war wohl eine Antwort darauf:

>>On Friday, Suleiman told the ABC television network that Egypt will uphold the current peace agreement with Israel without violations. "Yes we will have a peace agreement," Suleiman said after he was asked whether peace will remain. "We will keep it firmly and not violate it at all."<<

joesixpack
00
Wenn's so weiter geht

werden die Gesprächspartner des Weisenrat weggebombt, bevor dieser noch zustandekommt:

>>Egypt vice president survives assassination attempt: Armed assassins targeted Omar Suleiman's convoy killing two of his bodyguards, Fox News reports.<<

Bei Haaretz.com weiß man sogar schon mehr:
>>Someone doesn't want order to be restored in Egypt<<
Also, der Mossad war's diesmal wohl nicht...

johann steiner
01

Ohne Generalstreik und ohne Gewalt werden die Demonstranten das Mubarakregime nicht los, ich fordere dazu nicht auf, aber ich analysiere das

dadada
01
ein rat der weisen

hat in der eu bei der sanktionsgechichte auch gut funktioniert. und auch da/ fühlte /man sich zuweilen vom ausland missverstanden..

Ahmed Ibrahim
00
der sogennante Rat von Weisen seiner sämtlichen Vorschläge sind abgeleht

und seine Rolle als Vermeittler ist auch von den Tahrirdemonstranten bzw. von den Organisatoren (wie 14 Aprilbewegung) nicht akzeptabl.

meiner Meinung nach, Die Forderungen des Demonstraten und das Volk wird durch den heutigen amerikanischen Vorschlag von den Sprecher des weißen Hauses Robert Gibs erfüllt, wenn mit Unterstützung der Armee ein neues Regime (Übergangssystem) gebildet, das keinen ausschließt und neue Verfassung und Wahl anordernen.

Ahmed Ibrahim
03
Das Regime versucht mit seinen Leuten verschieden Namenbezeichnung zu schlagen

weise Rat, warum soll er so heissen, wenn dieser Rat laute Koruppten und Ex-Minister, kann ich ihn nur als Kurruptenrat zu taufen.

Die Vorderungen des Volks, hangen den Jugend auf einer Säule in der Mitte von Tahrirplatz.

Plasmaball
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Ja, das ist der letzte Versuch des Westens

kontrolle darüber zu haben wer an die Macht kommt. Es hängt jetzt von den Ägyptern ab ob sie noch eine Schippe drauf legen und den Druck erhöhen können.

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