17 Prozent für Faymann, 15 Prozent für Pröll

5. Februar 2011, 18:21
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38 Prozent sehen keinen Parteichef als geeignet an

Wien - Könnte man den Kanzler direkt wählen, dann käme Amtsinhaber Werner Faymann nur auf 17 Prozent, sein Vize Josef Pröll auf 15 Prozent. Pröll müsste dabei zusehen, wie ihm ein Großteil der ÖVP-Wähler davonliefe. 38 Prozent der Wahlberechtigten halten derzeit keinen der Parteichefs für die Kanzlerrolle geeignet.

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Linz - Beinahe 40 Prozent der Wahlberechtigten sagen in einer aktuellen Market-Umfrage für den Standard, dass ihm keiner der amtierenden Parteichefs geeignet erscheint, das Amt des Bundeskanzlers auszuüben - genau sind es 38 Prozent; und weitere 15 Prozent verweigern jede Angabe über eine allfällige Kanzlerpräferenz. Von den Männern wenden sich sogar 45 Prozent von den derzeitigen Kanzlerkandidaten ab. Besonders kritisch gegenüber dem derzeitigen politischen Personal sind ältere Befragte, leitende Angestellte und Kleinverdiener.

In der - theoretischen - Kanzlerfrage kommt Amtsinhaber Werner Faymann (SPÖ) nur auf 17 Prozent, Vizekanzler Josef Pröll auf 15 und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf neun. Eva Glawischnig und Josef Bucher rangieren mit sechs und einem Prozent unter "ferner liefen" - Anhänger finden sie allenfalls unter den eigenen Parteigängern. Auffallend ist, dass ÖVP-Chef Josef Pröll derzeit unter den Wählern der eigenen Partei nur verhaltene Zustimmung findet - nicht einmal jeder zweite deklarierte ÖVP-Anhänger würde Pröll ins Kanzleramt wählen.

Und wie würde eine Nationalratswahl ausgehen, wenn an diesem Sonntag gewählt würde. Market-Chef Werner Beutelmeyer wird nicht müde, den theoretischen (weil von keinem Wahlkampf beeinflussten) Charakter der Frage zu betonen, ehe er seine Hochrechnung präsentiert: 29 Prozent würden demnach derzeit auf die SPÖ entfallen, 27 Prozent auf die ÖVP, 24 auf die Freiheitlichen, zwölf auf die Grünen und sechs auf das BZÖ. Der momentan deutliche Abstand zwischen ÖVP und FPÖ dürfte mit der derzeit geringen medialen Präsenz der Freiheitlichen zusammenhängen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.2.2011)

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