Williams "totaler Hass auf die Medien"

4. Februar 2011, 17:08
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Der britische Prinz und das Geheimnis um die Hochzeit: "Wer redet, weiß nichts"

Das Königshaus sorgt wieder einmal für eine Welle patriotischer Gefühle auf der Insel - Objekte der Gefühlswallungen sind aber nicht Prinz William und seine Verlobte Kate Middleton, sondern Williams Urgroßvater Albert Frederick Arthur George. Im Film The King's Speech verkörpert Frauenschwarm Colin Firth meisterhaft den kettenrauchenden Stotterer, der 1936 als George VI. den Thron besteigen musste und mithilfe eines unkonventionellen Logopäden seine Behinderung überwand. "Wir stehen wie ein Mann hinter Colin Firth", schrieb der Evening Standard in Richtung Oscarverleihung.

The Kings Speech erweckt wohl in vielen Hofberichterstattern den Wunsch, die königliche Metamorphose mittels therapeutischer Hilfe lasse sich wiederholen. Prinz William stottert zwar nicht, dafür aber ist seine Abneigung gegenüber den Medien legendär. Tief steckt in ihm das Trauma vom Unfalltod seiner Mutter Diana, die jahrelang von Paparazzi verfolgt wurde.

Spärliche Informationen

"William verzehrt sich in totalem Hass auf die Medien", vertraute Tony Blairs Pressesprecher Alistair Campbell im September 1997 seinem Tagebuch an. Seit damals hat sich wenig geändert. Während sein jüngerer Bruder Harry in TV-Interviews locker und ungekünstelt redet, fallen die Antworten des Zweiten in der Thronfolge stets zögerlich und abgewogen aus. Dementsprechend spärlich sind bisher die Informationen über die Hochzeit am 29. April. In Londoner Wettbüros lässt sich indes Geld darauf setzen, zu welcher Melodie das frischvermählte Paar den ersten Tanz wagen wird. Einzelheiten gibt es nicht. "Wer etwas weiß, redet nicht darüber", sagt ein Insider, "wer redet, weiß nichts. Das sind überwiegend Fantasten."

Die sogenannten Royal Watchers behelfen sich mit Spekulationen, die mehr oder weniger plausibel scheinen. Dass das Paar auf Geschenke verzichten und zu Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen aufrufen will, dürfte der Wahrheit relativ nahekommen. Wenn es um die Obdachlosen-Hilfe Centrepoint geht oder den Tusk-Trust zur Bewahrung der afrikanischen Wildnis geht, springt sogar der medienscheue Prinz über seinen Schatten. (Sebastian Borger aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.2.2011)

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