Die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements

  • Ein Klassiker in Sachen Engagement: Die Freiwillige Feuerwehr.
    foto: ap photo/eckehard schulz

    Ein Klassiker in Sachen Engagement: Die Freiwillige Feuerwehr.

2011 ist europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit: Doch wo liegen die Grenzen für eigenverantwortlich engagierte Menschen?

Kann die Zivilgesellschaft ein Hoffnungsträger sein, wenn es um die vielen Herausforderungen unserer Zeit geht - wie etwa in Fragen der Migration und Integration, des demografisches Wandels oder von Wachstum und Beschäftigung? Wo liegen die Möglichkeiten und wo liegen die Grenzen für eigenverantwortlich engagierte Menschen oder Gruppen? Diesen spannenden Fragen widmete sich das Nachhaltigkeitsportal Österreichs mit einem Überblick über die Grundlagen und Formen zivilgesellschaftlichen Engagements in Österreich.

Daten zum zivilgesellschaftlichen Engagement in Österreich

In einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz im Jahr 2006 wurde zivilgesellschaftliches Engagement in Österreich untersucht. Diese zeigt auf, dass sich knapp 1,9 Millionen Menschen in Österreich in Form von informeller Freiwilligenarbeit ("Nachbarschaftshilfe") engagieren. Vergleichsweise beteiligen sich etwa 516.000 Menschen im Kulturbereich oder 413.000 Menschen in der Katastrophenhilfe (Freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz etc.).

Die Hauptmotive für das Freiwilligenengagement sind in erster Linie das kooperative Verhalten ("anderen helfen") und die sozialen Beziehungen ("Menschen treffen/Freunde gewinnen").

EU-Beitritt brachte eine dynamische Entwicklung auf dem NGO-Sektor mit sich

Seit dem Beitritt Österreichs zur EU und damit verbundenen Konventionen und Richtlinien wurden vermehrt NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) an die Verhandlungstische gebracht und gelten heute als anerkannte Partner, wenn es um sozial-, umweltpolitische oder menschenrechtliche Fragen für die Allgemeinheit geht.

Projekte und Initiativen zur Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements

Die steigende Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement wird aus der wachsenden Zahl an Projekten und Initiativen sichtbar. Das Monatsthema "Zivilgesellschaftliches Engagement" stellt verschiedene Plattformen zur Vernetzung von Personen, Projekten, Organisationen und Aufgaben vor: wie etwa Respekt.net, die Bewegungsstiftung Österreich, die Initiative Zivilgesellschaft, das Österreichische Portal für freiwilliges Engagement, Alternativforen u.a. Auch der Lokalen Agenda 21 - einer Initiative für Gemeinden und Regionen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht - sind ein Beitrag und Gastkommentar gewidmet.

2011 ist Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit (EJF)

Europa begeht das Jahr 2011 als "Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung". Entlang der vier Ziele für das EJF 2011 will Österreich weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen, u.a. durch ein Freiwilligengesetz für ein Freiwilliges Soziales, und in Folge vielleicht auch Ökologisches Jahr arbeiten. Es geht aber auch um die Vernetzung untereinander, dazu wird u.a. vom 25. - 27. Jänner die EFJ-Europa-Tour in Wien Station machen und am 17. Juni wollen alle Organisationen in ganz Österreich einen Tag der offenen Tür für freiwillige Überraschungen abhalten.

Auch Städte und Gemeinden haben sich eine "Kommunale Agenda Freiwilligentätigkeit 2011" vorgenommen. Möglichst alle Generationen, Kulturen und sozialen Schichten zur Mitwirkung einzuladen, ist das Ziel dabei, so der Gastkommentar von Dr. Erika Winkler, der Nationalen Koordinatorin zum EFJ 2001 im BMASK. Auf Nachhaltigkeit.at finden Sie das vollständige Monatsthema und zahlreiche weitere Gastbeiträge.


Mehr zum Thema zivilgesellschaftliches Engagement im Internetportal







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Autor: Christian Lechner, Sustainable Europe Research Institue (SERI). Recherche und Aufbereitung im Auftrag des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik.

Direkt-Link zum Monatsthema 11/2010
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)

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13 Postings

Da bin ich noch auf was Hübsches gestoßen:

http://www.youtube.com/watch?v=ZXi3oIhtjuo

Ehrenamtliche, freiwillige Tätigkeiten

sind im Kapitalismus eher schädlich, weil sich der Staat und die Besitstandswahrer immer mehr aus der sozialen Verantwortung entziehen können. Wo das endet sieht man in den USA, wo Bedürftige auf Almosen angewiesen sind. Statt einer Krankenversicherung kommt einmal im Jahr ein Arzt, der umsonst hilft.

Selten dummer Artikel, selten dummer Kommentar

Ehrenamtliche sind dem Kapitalismus Ihrer Diktion eher förderlich, weil sie sich jener annehmen, die der Staat (der Kapitalismus) durch den Rost fallen lässt.

Böse gesagt: Die Kapital-Mieswirtschaft ist es offenbar nicht..

..was eine Gesellschaft zusammenhält.
Daran glaubt ohnehin niemand mehr..

Der Staat kann und will sich so einige Dinge nicht leisten. Wozu auch? Wenn es doch eh Freiwillige gibt.

"Das große Feuerfest und die Legende des Hl. Florian. Über den Stellenwert des Grillfestes im zivilgesellschaftlichen Engagement." von Prof. Dr. Tameer, Extraordinarius für zentraleuropäische Ethnologie [doch ich glaube, ich plagiiere gerade einmal wieder, denn es gab es doch einmal so einen Film über österreichische Sitten und Gebräuche, aber mir fällt nicht mehr ein, wie er hieß und um welches Fest es darin ging].

Das Fest des Huhnes

War eine super Doku!

Da gab es doch noch einen zweiten Teil dieser genialen Doku.
Kennt von der vielleicht auch noch wer den Titel?

Meinen Sie "Dunkles, unbekanntes Österreich"?

Ja, genau.
thx

Ja, genau.

Ja, genau!!!
Genial war das!

der onlinestandard ... vertipper wie immer ;))

,,2001 ist europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit: Doch wo liegen die Grenzen für eigenverantwortlich engagierte Menschen?''

... ist das ein beitrag aus der serie ,,10 years after'' ;)

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