Zweifel an Seriosität von Berechnungen

4. Februar 2011, 16:55
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Büro Hundstorfer dementiert starke Mehrkosten

Wien - Nach den Zweifeln an der Seriosität der Wehrdienst-Modelle taucht nun auch Skepsis bezüglich der Berechnungen des Sozialministeriums zum Zivildienst-Ersatz auf. Der "Presse" (Samstag-Ausgabe) liegen interne Berechnungen des Ressorts vor, wonach das (bezahlte) freiwillige Sozialjahr nicht wie ursprünglich behauptet fünf, sondern gut 27 Millionen Euro teurer als der gegenwärtige Zivildienst käme. Das Büro von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dementiert.

Konkret wird bestritten, die Zahlen geschönt zu haben. Es stimme aber, dass man nach der Präsentation des ersten Modells weitere "Varianten" durchrechne. Das bedeute jedoch nicht, dass die ursprünglichen Zahlen von 137 Millionen Euro für den Zivildienst und 142 Millionen Euro für das Sozialjahr falsch seien.

Aus den vertraulichen Papieren geht hingegen hervor, dass die Kosten für den Zivildienst im veröffentlichten Modell zu hoch, jene für das Ersatzmodell des freiwilligen Sozialjahres zu niedrig angesetzt wurden. Nach der nicht öffentlichen Rechnung kostet der Zivildienst nur noch 131 Millionen Euro jährlich, das Ersatzmodell jedoch 147 Millionen. Hinzu kommen 7,7 Millionen Euro Lohnnebenkosten sowie der Aufwand für die Verwaltung, der - hochgerechnet auf andere Bereiche - zumindest 3,6 Millionen ausmacht. Insgesamt also 27,3 Millionen Euro. (APA)

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