Gehobener Stellenwert

7. Februar 2011, 11:42
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Rekord-WM-Prämie für deutsche Fußballerinnen - Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen dennoch enorm

Frankfurt - Für den ersten großen Titel bei der EM 1989 gab es für die deutschen Fußballerinnen ein Kaffeeservice von Villeroy & Boch. Rund 22 Jahre später lobt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für den Gewinn der Heim-WM 2011 pro Spielerin 60.000 Euro plus "erfolgsunabhängige Vergütungen" aus. Diese könnten bis zu 30.000 Euro betragen. "Ich weiß, mit welcher Gewissenhaftigkeit und mit welchem Eifer sich unsere Frauen auf dieses Turnier vorbereiten. Die Identifikation mit ihrer WM ist sehr groß, und diese Einstellung und Leistung wollen wir honorieren", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Für den WM-Titel 2007 in China hatte es 50.000 Euro gegeben, vier Jahre zuvor für jenen in den USA 15.000 Euro. Zum Vergleich: Die deutschen Männer hätten in Südafrika 300.000 Euro kassiert. Weltmeister wurde bekanntlich Spanien, jeder beteiligte Spanier bekam 250.000 Euro vom nationalen Verband überwiesen.

"Gravierende Unterschiede"

Zwanziger soll einem Bericht der Bild zufolge die erste Verhandlungsrunde mit dem Spielerinnenrat unter Vorsitz von Birgit Prinz abgebrochen haben. Die Frauen haben angeblich 100.000 Euro pro Kopf verlangt. Diskussionen über Ungleichbehandlung beugte der DFB-Boss vor: "Die finanziellen Zuwendungen durch den Veranstalter Fifa unterscheiden sich zwischen einer WM der Männer und einer der Frauen sehr gravierend."

Prinz ist mit dem Ergebnis hochzufrieden. "Der Stellenwert wurde gehoben, ein Zeichen gesetzt. Gut, dass das Thema so zügig geklärt wurde, jetzt kann die WM kommen. Und wir wollen den dritten Titel in Folge." (red, DER STANDARD Printausgabe 5./6.2.2011)

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    Die Vorsitzende des Spielerinnenrats und gleichzeitig Chefverhandlerin auf Arbeitnehmerinnen-Seite: Birgit Prinz.

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