ISM Manufacturing Index weiter gestiegen

4. Februar 2011, 15:32
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

Einer der wichtigsten Frühindikatoren der US-Wirtschaft, der ISM Manufacturing Index wurde für Februar mit 60,8 ausgewiesen. Er lag damit über den Erwartungen des Marktes von 58. Gegenüber dem  Vormonat hat sich dieser Indikator um 1,5 Indexpunkte verbessert. Der Anstieg war hauptsächlich getragen vom verarbeitenden Bereich, bei dem die Auftragseingänge stark zulegen konnten. Wichtig ist aber, dass alle Komponenten des ISM Manufacturing zulegen konnten. So ist auch jener Teilindex, der die Beschäftigungssituation misst, von 58,9 auf 61,7 gestiegen.

Ebenfalls positiv berichtet wurde in dieser Woche der ISM-Non Manufacturing Index, der sich von 57,1 auf 59,4 verbessert hat. Dieser Index ist ebenfalls ein wichtiger Vorlaufindikator und misst das Sentiment im Dienstleistungsbereich. Die wichtigsten Indikatoren deuten also darauf hin, dass die US-Wirtschaft relativ gut ins erste Quartal gestartet ist. Das Problem der anhaltenden Arbeitslosigkeit bleibt aber nach wie vor bestehen. Ein moderater Rückgang der Arbeitslosenrate erscheint jedoch im Laufe dieses Jahres wahrscheinlich.

Die meisten US-Leitindizes konnten sich trotz des sehr schwachen Schlusses Ende Jänner sehr  rasch erholen und im Wochenvergleich leicht zulegen. Der Dow Jones und der S&P 500 erzielten ein Plus von 0,6%. Nur der etwas volatilere Nasdaq Composite Index zeigte sich insgesamt nahezu unverändert (-0,05%). Der Aufschwung der meisten zyklischen Sektoren setzte sich unvermindert fort. Energiewerte zeigten ein Plus von 4%, Rohstoffaktien stiegen im Durchschnitt um 3%, der Sektor Chemie zeigte einen Anstieg um 2,5%. Finanzaktien (+0,4%) stiegen zuletzt fast gleich stark wie der Gesamtmarkt. Am schwächsten entwickelten sich in dieser Woche die Branchen Automobilzulieferer (-4,8%), Biotechnologie (-2,4%) und Einzelhandel (-2,4%). Versorgertitel (-0,5%) und Aktien aus dem Gesundheitsbereich (-0,1%) waren ebenfalls Underperformer im Vergleich zu den Leitindizes.

Weiterhin sind die positiven Unternehmensergebnisse in der deutlichen Überzahl. So konnte auch der Einzelhandelskonzern Yum Brands steigende Umsätze und Gewinne ausweisen. Das Unternehmen hat mehr als die Hälfte der Geschäfte außerhalb der USA. Insbesondere die Umsätze in China entwickelten sich erfreulich (+8%). Insgesamt stiegen die Verkäufe im letzen Quartal um 5,9% auf USD 3,56 Mrd. Der Nettogewinn erhöhte sich auf USD 274 Mio. (vs. USD 216 Mio. ein Jahr zuvor).

Time Warner beendet allmählich seine langjährige Underperfomance und nimmt wieder Fahrt auf. Der US-Medienkonzern konnte seine Werbeeinnahmen deutlich steigern (+21%), aber auch den Quartals-Nettogewinn auf USD 769 Mio. erhöhen (vs. USD 627 Mio. im Vergleichsquartal ein Jahr zuvor). Der Kurs der Aktie stieg daraufhin in den vergangenen Tagen um 14% an. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Time Warner Aktie in den letzten Jahren weit unterdurchschnittlich entwickelt hat und die Firma in den vergangen Quartalen die Bilanzqualität etwas verbessert hat, scheint es realistisch, dass die Aktie mittelfristig zumindest wieder eine ähnliche Performance wie der S&P 500 aufweisen wird.

Die in der kommenden Woche anstehenden Unternehmensergebnisse (Kraft Foods, PepsiCo, Sara Lee, Cola, Cisco Systems etc.) sollten wenig Einfluss auf die aktuell vorherherrschende positive Stimmung der Marktteilnehmer haben.

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